Bildung Neue Zahlen: So stark trifft der Lehrermangel die Schulen in Sachsen-Anhalt wirklich
Der Lehrermangel bleibt für Familien spürbar: In Sachsen-Anhalt fällt weiterhin Unterricht aus. Neue Zahlen zeigen, wie groß die Lücken an Grundschulen, Gymnasien und Sekundarschulen sind – und warum ohne freiwillige Zusatzstunden vieles noch schlechter aussähe.

Magdeburg - Sachsen-Anhalts Schülerinnen und Schüler bekommen den Lehrermangel weiter deutlich zu spüren - es fällt Unterricht aus. Die Unterrichtsversorgung lag zum jüngsten Stichtag am 5. November an den allgemeinbildenden Schulen bei 93,7 Prozent, wie das Bildungsministerium in Magdeburg mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte der Wert bei 94 Prozent gelegen.
Lesen Sie auch: Lehrermangel bleibt in Sachsen-Anhalt weiter akut - was der Bildungsminister plant
„Dass wir die Unterrichtsversorgung trotz des Wegfalls der Vorgriffsstunde nahezu auf Vorjahresniveau halten konnten, haben wir vor allem unseren Lehrkräften zu verdanken“, sagte Bildungsminister Jan Riedel (CDU).
Auch interessant: Rekord-Alarm in Sachsen-Anhalt: So viel Unterricht fällt aus
Lehrer leisten freiwillige Zusatzstunden und passen ihre Teilzeit an, seitdem das Bundesverwaltungsgericht die Regelung gekippt hat, dass sie eine Stunde pro Woche länger vor der Klasse stehen müssen. Ohne die freiwilligen Stunden läge die Unterrichtsversorgung den Angaben zufolge bei nur 91,5 Prozent.
Lesen Sie auch: Lehrermangel in Mitteldeutschland: Drei Länder suchen nach Lösungen – reicht das?
So sieht die Unterrichtsversorgung nach Schulform aus
Die Unterrichtsversorgung ist an den Schulformen unterschiedlich gut: An den Grundschulen stieg sie von 95,7 Prozent auf 97,1 Prozent. An den Gymnasien blieb sie nahezu konstant bei nun 98 Prozent nach 98,8 Prozent im Jahr zuvor. Deutlich geringer ist die Versorgung an den Sekundarschulen mit 87,0 Prozent (Vorjahr: 87,5 Prozent) und 90,7 Prozent an den Gemeinschaftsschulen (Vorjahr: 92,2 Prozent).
An den Förderschulen wurde zuletzt eine Unterrichtsversorgung von 89,3 Prozent erreicht nach 91,1 Prozent im Jahr zuvor. An den berufsbildenden Schulen stieg der Wert leicht von 92,7 Prozent auf nun 93,0 Prozent, wie das Ministerium weiter mitteilte.
Die Unterrichtsversorgung gibt an, wie viel von dem laut Lehrplan vorgesehenen Pflichtunterricht abgedeckt werden kann. Die Koalition hatte sich 103 Prozent als Ziel gesetzt, um Luft zu haben für Krankheitsfälle, Elternzeiten und Weiterbildungen.