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Sinkende Kinderzahlen Kita-Sterben im Osten? Kinderzahlen und Bundesmittel sinken - die Sorge wächst

In Ostdeutschland schrumpfen die Kinderzahlen, freie Kita-Plätze häufen sich – und die Sorge um Fachkräfte wächst. SPD-Politiker warnen: Ohne zusätzliche Bundesmittel könnten wichtige Einrichtungen und Jobs verloren gehen.

Von Stefan Hantzschmann 24.02.2026, 16:19
SPD-Politiker fordern mehr Unterstützung zum Erhalt der Kita-Struktur. 
SPD-Politiker fordern mehr Unterstützung zum Erhalt der Kita-Struktur.  (Symbolbild: Christophe Gateau/dpa)

Berlin - Angesichts sinkender Kinderzahlen in ostdeutschen Kitas warnen SPD-Politiker vor einem Wegfall von Bundesmitteln und fordern mehr Unterstützung für den Erhalt von Einrichtungen und Jobs.

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„Es steht erneut ein Wegbrechen der Kita-Strukturen bevor“, schreiben die Kita-politischen Sprecher der SPD-Fraktionen von Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in einem Forderungspapier, das an Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) geschickt werden soll.

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Aufgrund des demografischen Wandels gingen die Kinderzahlen in Ostdeutschland rapide zurück, heißt es darin. „Das hat gravierende soziale Auswirkungen. Die gut ausgebildeten und vor allem jungen Fachkräfte bangen um ihre berufliche Zukunft!“, schreiben die Sozialdemokraten.

Demografischer Wandel trifft den Osten

Während in vielen westdeutschen Regionen händeringend nach Fachpersonal für Kitas gesucht wird, trifft die ostdeutschen Bundesländer der demografische Wandel bereits mit Wucht: Kinderzahlen sinken, Kita-Plätze bleiben frei, Einrichtungen schließen mancherorts. Dem Schreiben zufolge versuchen die Ost-Flächenländer, mit verschiedenen Maßnahmen gegenzusteuern. Doch das kostet Geld. 

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Die SPD-Politiker befürchten, dass sich die Situation ab 2027 verschärfen könnte, weil sie bisher Mittel aus dem Kita-Qualitätsgesetz des Bundes auch für die Verbesserung der Personalschlüssel und zum Gewinnen von Fachkräften nutzen konnten. „Die vorgesehene Einstellung der Bundesmittel für diese Handlungsfelder ist nicht zu verantworten“, schreiben die Sozialdemokraten.

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte angekündigt, in diesem Jahr einen Gesetzentwurf im Bereich frühkindlicher Bildung vorzulegen.„Der im Westen notwendige Ausbau von Plätzen und die Gewinnung von pädagogischen Fachkräften, um bestehende und künftige Rechtsansprüche abzusichern, kann nicht zulasten des Ostens umgesetzt werden“, heißt es in dem Papier. 

Die sozialdemokratischen Kita-Politiker in den ostdeutschen Flächenländern fordern daher 

  • weiterhin Mittel für den Personalschlüssel an Kitas und für die Gewinnung von qualifizierten Fachkräften
  • finanzielle Unterstützung für längere Betreuungszeiten in Krippe und Kita von mehr als acht Stunden
  • dass der Bund neue von ihm gesetzte Standards „durch eine erhöhte auskömmliche Bundesfinanzierung“ absichert.

Längere Öffnungszeiten, qualifiziertes Personal

In ihrem Papier machen die SPD-Fachpolitiker auf Unterschiede zwischen der ost- und westdeutschen Kita-Landschaft aufmerksam. In Ostdeutschland gebe es ein gut ausgebautes, flächendeckendes Kita-Netz, das es vor allem ostdeutschen Frauen und Alleinerziehenden ermögliche, Beruf und Familie unter den Hut zu bekommen. „Denn im Osten arbeiten mehr Elternpaare und mehr Frauen in Vollzeit“, schreiben die Sozialdemokraten. 

Bei unter Dreijährigen liege der Anteil der Kinder, die eine Kita besuchen, um 22 Prozent höher als im Westen. Die Öffnungszeiten ostdeutscher Kindergärten seien zudem oft länger. Damit können auch Eltern ihre Kinder in die Kita geben, die schon früh am Morgen ihre Arbeit beginnen oder erst spät mit der Arbeit fertig sind. 

„Der Personalschlüssel allerdings ist in allen Altersgruppen noch immer weit von dem westdeutschen entfernt“, räumen die SPD-Politiker ein. Die ostdeutschen Länder arbeiteten aber daran, die Qualität in den Kitas zu verbessern, heißt es in dem Papier.