Dschungelcamp 2026 Vom Davidstern-Skandal zur Ibes-Krone! So wurde Gil Ofarim Dschungelkönig 2026
Gil Ofarim hat das Dschungelcamp 2026 gewonnen – trotz eines Skandals, der Deutschland jahrelang beschäftigt hatte. Im australischen Busch setzte der Sänger auf Zurückhaltung und Leistung. Doch die Geschichte des neuen Dschungelkönigs blieb für die Zuschauer voller offener Fragen.

Magdeburg/Halle (Saale). – Zurückhaltend, freundlich und immer "Danke" sagend: So präsentierte sich Gil Ofarim bei "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" im australischen Busch. Dass der Sänger am Ende die Dschungelkrone trägt und ein Comeback in der Öffentlichkeit versucht, ist das Ergebnis einer Mischung aus Disziplin, Dramaturgie und einer Geschichte, die Deutschland seit Jahren beschäftigt.
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Als die Moderatoren Sonja Zietlow und Jan Köppen ihm Zepter und Krone überreichten, wirkte Ofarim überrascht. Der neue Ibes-King sagte: "Ich habe keine Worte." Noch Tage zuvor habe er gedacht, dass seine Reise jederzeit enden könne. Dass er am Ende gewinnen würde, scheint selbst für ihn kaum erklärbar.
So ebnete er sich den Weg zum Dschungelkönig.
Vom Leipzig-Skandal ins Dschungelcamp 2026
Der Weg ins Dschungelcamp begann lange vor Australien. Im Herbst 2021 hatte Gil Ofarim einem Leipziger Hotelmitarbeiter Antisemitismus vorgeworfen. Zwei Jahre lang hielt er an dieser Darstellung fest. Erst vor dem Landgericht Leipzig zerbrach die Geschichte.
Im Prozess wegen Verleumdung rekonstruierten Ermittler, Zeugen und ein Videoforensiker den Ablauf neu. Die Version des Sängers ließ sich nicht halten.
Am Ende entschuldigte sich Ofarim bei dem Hotelmitarbeiter und das Verfahren wurde gegen eine Zahlung von 10.000 Euro eingestellt. Außerdem wurde ein Schmerzensgeld in Höhe von 20.000 Euro vereinbart. Zusätzlich trägt der neue Dschungelkönig die Verfahrenskosten in Höhe von 40.000 Euro.
Vor diesem Hintergrund wurde das Dschungelcamp 2026 für Gil Ofarim zur Bühne für einen möglichen Neustart.
Gil Ofarim: Strategie der Zurückhaltung im Dschungelcamp
Ofarim wählte von Beginn an eine klare Strategie: keine Eskalation, keine lauten Auftritte, keine Angriffe. Er akzeptierte das Misstrauen der anderen, ließ Beleidigungen über sich ergehen und blieb dabei stets kontrolliert.
Während die anderen Kandidaten über seinen Skandal diskutierten, blieb Ofarim still in der Ecke sitzen und scheute den Umgang mit den anderen Campern.
In Prüfungen zeigte er körperliche Stärke und mentale Stabilität. Er wirkte vorbereitet, konzentriert und belastbar. Das war laut seinen eigenen Aussagen nicht immer so. An Tag drei offenbarte der Sänger, dass es ihm nach der Einstellung des damaligen Verfahrens nicht gut ging: "Ich habe gesoffen wie ein Loch."
Doch sobald das Gespräch auf seine Vergangenheit kam, wich er jetzt aus. Immer wieder erklärte er: "Ich darf darüber nicht reden." Gerade dort, wo Klarheit erwartet wurde, blieb vieles unkonkret. In einem Format wie "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" ist so eine Zurückhaltung zumindest ungewöhnlich.
Ofarim sprach immer wieder von einer Verschwiegenheitserklärung. Später klärte sein Anwalt auf, dass es sich dabei um eine Unterlassungserklärung handelt, die ihm verbietet, bestimmte Vorwürfe zum Vorfall zu wiederholen. Er habe von seinen Anwälten einen sogenannten "Maulkorb" bekommen.
Dennoch wandte er sich in einer Video-Botschaft am Dschungeltelefon an die Öffentlichkeit und entschuldigte sich bei den "Bürgern von Leipzig". Die Stadt habe er nicht diskreditieren wollen. Diese Worte kamen Ofarim allerdings erst über die Lippen, nachdem Mit-Camper Stephen Dürr ihn darauf angesprochen hatte. Nach Angaben des MDR nahm Leipzig die Entschuldigung zur Kenntnis.
Unfall im Dschungel und plötzliches Aufblühen
Die Wende seines zurückhaltenden Wesens begann mit seinem Unfall bei der Dschungelprüfung am zwölften Tag. Ofarim musste nach einem Sturz im Krankenhaus untersucht werden und kehrte später von Rangern gestützt ins Camp zurück. Die anderen Kandidaten reagierten mit Mitgefühl.
Doch nur einen Tag später kam es zum emotionalen Wendepunkt. Als Ariel Hediger ihn erneut mit Vorwürfen konfrontierte, verlor Ofarim die Fassung und entgegnete: "Leck mich am Arsch".
Seitdem blühte der Sänger im australischen Dschungel immer mehr auf. Er lachte und scherzte mit Bauer Patrick und Schauspieler Hardy Krüger. Es hatte fast den Anschein, dass die drei eine kleine Freundschaft aufbauen würden.
Simone Ballack fiel das auf und sie äußerte ihre Zweifel klar: "In mir brodelt es auch. Wenn ich jetzt sehe, dass du plötzlich zwei bis drei Tage vor dem Finale so lustig bist, für mich ist das zu gut drauf."
Dschungelkönig 2026: Gil Ofarim zwischen Wahrheit und Zweifel
Einige Tage vor dem Finale sprach Ofarim während einer Feuerwache über angebliche Ungereimtheiten im Verfahren des Davidstern-Skandals. Er behauptete, ein Video sei unvollständig gewesen und es habe einen Zeugen gegeben, der seine Darstellung stützen könne. Schließlich erklärte er, er sei freigesprochen worden.
Diese Angabe ist nachweislich falsch. Ofarim wurde nicht freigesprochen, sondern das Verfahren wurde eingestellt.
Und dennoch gewann er am Ende die Show.
Gil Ofarim scheint mit seinem Verhalten die Menschen angesprochen zu haben. Während viele treue Zuschauer bei der Bekanntgabe von Ofarims Dschungel-Teilnahme mit dem Boykott der Show drohten, erzählen die Einschaltquoten der Sendung etwas ganz anderes, wie DWDL aufzeigte.
Im Durchschnitt schalteten 5,15 Millionen Zuschauer um 20.15 Uhr das Dschungelcamp ein. Damit hat der Sender laut DWDL seit sechs Jahren die höchste Reichweite erzielt.
Und damit nicht genug. Wenn man Sonja Zietlows Aussagen Glauben schenken kann, lag Gil Ofarim seit Tag eins bei den Zuschauervotings vorne.