Online-Enzyklopädie Online-Enzyklopädie: Deutsche Wikipedia mit über 1,5 Millionen Artikeln im Netz
Berlin/dapd. - Auf der Homepage des Online-Lexikons wurden am Sonntagnachmittag gegen 15.00 Uhr 1.501.319 Einträge ausgewiesen.
Die deutsche Fassung ist nach der englischen, in der es vier Millionen Einträge gibt, die zweitgrößte Wikipedia-Version. Zum Vergleich: Die Brockhaus Enzyklopädie sammelt in 30 Bänden rund 300.000 Stichwörter.
Der erste deutsche Artikel war am 12. Mai 2001 zur „Polymerase-Kettenreaktion“ angelegt worden. Insgesamt gibt es Wikipedia-Versionen in 285 Sprachen mit mehr als 23 Millionen Artikeln.
Im Gegensatz zum redaktionell erstellten Brockhaus beruht die Wikipedia größtenteils auf dem freiwilligen Einsatz von Internetnutzern. An den Artikeln der kostenfreien Enzyklopädie kann jeder mitschreiben. Um diese kümmert sich zudem der Trägerverein Wikimedia, der unter anderem Freiwillige im Umgang mit Wikipedia schult. Pro Stunde zählt die deutsche Wikipedia-Webseite nach Angaben von Wikimedia 1,4 Millionen Seitenaufrufe.
Wikipedia braucht weiterhin Autoren
Das Lexikon ist auf die Freizeitschreiber angewiesen. Gründer Jimmy Wales hatte im vergangenen Jahr einen Autorenschwund beklagt. Allerdings gebe es inzwischen auch weniger Bedarf an neuen Einträgen.
„Es ist sicher richtig, dass der Einstieg in die Wikipedia nicht mehr so einfach ist wie vor zehn Jahren“, sagte die Sprecherin von Wikimedia Deutschland, Catrin Schoneville. Der Anspruch an neue Artikel sei gestiegen. Die deutschsprachige Version verzeichnet täglich im Schnitt 400 neue Artikel. Dennoch gibt es einige Einträge nicht, die in anderen Sprachen vorhanden sind.
Für jede Wikipedia-Version gebe es andere Ansprüche und andere Relevanzkriterien, das hätten die Freiwilligen selbst so festgelegt. „So ist es in der englischsprachigen Wikipedia Usus, einzelne Folgen von Serien zu beschreiben, in der deutschen Wikipedia ist das nicht gewollt“, sagte Cornelius Kibelka der Nachrichtenagentur dapd. Auf Englisch gebe es außerdem viel mehr Artikel über Popkultur, erläuterte der 22-Jährige, der als sogenannter Wikipedianer an dem Online-Lexikon mitarbeitet.
Auch wenn mit über 1,5 Millionen Einträgen das Finden neuer Themen schwieriger wird, braucht die Wikipedia weiterhin Helfer für die Ergänzung und Wartung bestehender Artikel. Es sei ein Projekt, das nie fertig werde, sagte Schoneville.