Musik

„Muss nicht unbedingt Chef sein“

Stardirigent Thielemann schaut ohne Zorn nach vorn.

Von Von Simona Block
Vor dem Abschied von Dresden: Dirigent Christian Thielemann
Vor dem Abschied von Dresden: Dirigent Christian Thielemann Foto: dpa

Passau/Dresden/dpa - Dirigent Christian Thielemann sieht den bevorstehenden Abschied als Chef der Sächsischen Staatskapelle Dresden auch als Chance. Es sei „jetzt eine neu gewonnene Freiheit, die man zur Qualitätssicherung nutzen kann“, sagte er im Interview der „Passauer Neuen Presse“. Die Nicht-Verlängerung seines bis 2024 laufenden Vertrages „ist in Ordnung“. Er habe während seiner Jahre in Leitungspositionen viele andere Anfragen renommierter Häuser und Orchester aus Zeitgründen absagen müssen. „Jetzt werde ich sie haben.“

Dabei ist Orchesterchef für ihn kein Muss. „Wenn ich mir überlege, um wie viele Dinge ich mich als Chef kümmern muss, die mit Musik gar nichts zu tun haben, ist es auch schön, zu ausgewählten Orchestern zu reisen.“

Die sächsische Staatsregierung hatte die Entscheidung zu Thielemann im Mai bekanntgegeben. Die Trennung von der Sächsischen Staatskapelle sei „auf keinen Fall“ absolut, sagte er. „Wir machen voller Freude weiter. Ich scheide im Guten.“ Gastspiele schließt er ebenso nicht aus wie ein Operndirigat.

Im Sommer steht Thielemann für den „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen am Pult. Der 62-Jährige ist dem Grünen Hügel als Dirigent sehr eng verbunden, war einige Jahre Musikdirektor der Festspiele. Über seine Pläne will er noch nichts verraten. „Eine Pause ist nach der langen Zeit doch auch mal ganz gut.“