Nur wenige Ostrentner wären berechtigt

DDR-Renten: Entwurf einer Ausgleichszahlung sorgt für Empörung

Nur wenige Ostrentner werden nach aktuellem Stand Ausgleichszahlungen erhalten.
Nur wenige Ostrentner werden nach aktuellem Stand Ausgleichszahlungen erhalten. (Foto: Skata/Imago)

Halle (Saale) - Nur ein kleiner Teil ehemaliger DDR-Bürger, deren DDR-Rentenansprüche bisher nicht gewährt wurden, soll ab Sommer 2023 eine einmalige Abfindung in Höhe von 2.556 Euro erhalten. Das berichtete der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) unter Berufung auf Regierungskreise.

Nach dem Entwurf sollen fast ausschließlich Empfänger von Grundsicherung eine Abfindung erhalten. Die Interessenvertretung der ostdeutschen Rentner "Runder Tisch" schätzt, dass höchstens 10.000 der 500.000 Betroffenen Geld aus dem Härtefallfonds erhalten.

Betroffene setzen sich seit der Wiedervereinigung dafür ein, dass ihre in der DDR erworbenen Rentenansprüche ausgezahlt werden, viele von ihnen warten jedoch noch immer. Betroffene und ihre Interessenvetreter verhandeln mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales über diese Rentenhärtefälle.

Bei Betroffenen und ihren Interessenvertretern sorgt der Entwurf derweil für Empörung. „Ich bin zutiefst enttäuscht. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese geplante Minilösung zu einer weiterhin großen und anhaltenden Politikverdrossenheit bei der überwiegenden Zahl von betroffen Menschen in den östlichen Bundesländern führen wird“, sagt Henning Lange, der betroffene Rentner der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft vertritt. Der Sprecher der Interessenvertretung "Runder Tischer", Dietmar Polster, sagte: "Wir fordern weiterhin, die Anerkennung der Lebensleistung der betroffenen Ostdeutschen über einen Gerechtigkeitsfonds zu lösen. Wir kämpfen weiter." (mz)