Fast 1,8 Millionen Wahlberechtigte

Sachsen-Anhalt wählt den Bundestag - was unter Corona-Bedingungen anders ist

Ein Schild weist den Weg zu einem Wahllokal: Am 26. September steht die Wahl des Bundestags an.
Ein Schild weist den Weg zu einem Wahllokal: Am 26. September steht die Wahl des Bundestags an. Foto: dpa/Symbol

Magdeburg/dpa - Am 26. September wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt. Fast 1,8 Millionen Wahlberechtigte sind in Sachsen-Anhalt zur Stimmabgabe aufgefordert. Unter Corona-Bedingungen ist diesmal manches anders.

Insgesamt 1.788.930 Wahlberechtigte können bei der Wahl zum neuen Bundestag in neun Wahlkreisen in Sachsen-Anhalt ihre Stimme abgeben. Nach der Landtagswahl im März ist es der zweite Urnengang, der durch die Corona-Pandemie beeinflusst ist.

DIE WAHLKREISE

Im Land gibt es insgesamt neun Wahlkreise: Altmark, Börde-Jerichower Land, Harz, Magdeburg, Dessau-Wittenberg, Anhalt, Halle, Burgenland-Saalekreis und Mansfeld. Bei der letzten Bundestagswahl 2017 gewann die CDU alle Direktmandate. Insgesamt wurden 23 Frauen und Männer aus Sachsen-Anhalt in den Bundestag entsandt.

PARTEIEN UND BEWERBER

Der Landeswahlausschuss hat für die Bundestagswahl 19 Parteien mit Landeslisten zugelassen. Über die Landeslisten bewerben sich 150 Frauen und Männer um ein Mandat. Da nicht alle Kandidaten über die Landeslisten abgesichert sind, sondern zum Teil nur in den Wahlkreisen antreten, gibt es insgesamt 181 Bewerberinnen und Bewerber. Davon sind 123 männlich und 58 weiblich. Das Durchschnittsalter liegt bei 46,6 Jahren.

BRIEFWAHL-BETEILIGUNG

Landesweit wird mit einem gestiegenen Anteil an Briefwählern zur Bundestagswahl im Vergleich zu 2017 gerechnet. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stimmten 24. September 2017 von den 1,85 Wahlberechtigten insgesamt 225.955 Menschen per Briefwahl ab. Der Anteil der Briefwähler zur Bundestagswahl lag somit bei 17,9 Prozent in Sachssen-Anhalt. (2013: 15,3 Prozent; 2009: 13,8 Prozent; 2005:12,4 Prozent).

Für die Bundestagswahl 2021 gingen allein in Magdeburg bisher 58.000 Anträge auf Wahlscheine im Wahlamt ein, wie eine Sprecherin der Stadt sagte. Das sei eine gehörige Steigerung gegenüber der vorherigen Bundestagswahl, sagte sie. In Halle sind nach Angaben der Stadt bisher bereits etwa 49.500 Anträge auf die Stimmabgabe per Briefwahl eingegangen.

Die Briefwahlunterlagen werden überall in Sachsen-Anhalt erst am Wahltag, dem 26. September, geöffnet und wie alle anderen Stimmen auch erst nach Schließung der Wahllokale und damit nach 18 Uhr ausgezählt.

BESONDERES

In den Wahlkreisen Altmark, Harz, Magdeburg, Dessau-Wittenberg und Anhalt treten sieben Einzelbewerber an, darunter auch der älteste Kandidat, der 74-jährige Günther Wassenaar, der im Wahlkreis Dessau-Wittenberg kandidiert. Die jüngsten Kandidaten sind Lara Mareen Rose Kurley (Volt) und Jörn Sachse (Die Partei), die jeweils 19 Jahre alt sind. Unter den 19 Parteien mit einer Landesliste ist auch eine, die nur eine einzige Bewerberin auf dieser Liste stehen hat: Für Die Urbane.Eine HipHop Partei geht die Kunsthistorikerin Lina Mitschke ins Rennen.

WÄHLEN UNTER CORONA-BEDINGUNGEN

In den Wahllokalen gelten die Abstands- und Hygienergeln zum Infektionsschutz. Dazu zählten das Tragen einer medizinischen Maske, Handhygiene, die Nutzung eigener Stifte und regelmäßiges Lüften. Die genauen Vorschriften sind in der aktuellen Corona-Landesverordnung geregelt. Die genauen Hygienepläne bestimmen die Kreiswahlleiter, zum Beispiel ob zusätzliche Plexiglas-Trennwände in den Wahllokalen aufgestellt werden.

EHRENAMTLICHE WAHLHELFER

Bis zu 22.000 Helferinnen und Helferinnen werden laut Landeswahlleiterin Christia Diekmann in Sachsen-Anhalt zur Bundestagswahl benötigt. Sie müssen 18 Jahre alt und wahlberechtigt sein. Trotz der Corona-Pandemie rechnet Sachsen-Anhalt für die anstehende Bundestagswahl mit einer ausreichenden Zahl an Wahlhelferinnen und Wahlhelfern. Darauf deuteten vereinzelte Rückmeldungen der Kreiswahlleiter hin, erklärte Dieckmann.

WAHLHILFEN FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

Mit einem Audioguide und Wahlschablonen können sich Menschen, die nicht sehen oder nicht lesen können, über die Bundestagswahl informieren. Der Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt verschickt auf Bestellung kostenlos Schablonen, die Blinde über die Wahlbögen legen und damit ohne fremde Hilfe wählen können. Zusätzlich verschickt der Verband eine CD mit umfangreichen vorgelesenen Informationen zur Wahl. Diese können auch online abgerufen werden und so etwa Menschen bei der Wahl helfen, die nicht lesen können.