Tipps für Anleger Tipps für Anleger: Online-Broker helfen sparen

München/Stuttgart/dpa. - «Den besten oder günstigsten Broker gibt es nicht», sagt BrigitteWatermann vom in München erscheinenden Anlegermagazin «Börse Online».Die Gebührenmodelle und Produktpaletten sind auf verschiedeneZielgruppen abgestimmt. Während spezialisierte Broker wie Fimatexoder E*Trade die Bedürfnisse von aktiven Anlegern im Blick haben,versuchen Anbieter wie ING-DiBa, DAB bank oder 1822direkt ein breitesPublikum anzusprechen, das auch andere Bankgeschäfte im Interneterledigt.
«Man sollte sich erst einmal sein eigenes Anlageprofil klarmachen», erklärt Peter Grieble, Geldexperte der VerbraucherzentraleBaden-Württemberg in Stuttgart. Anleger, die häufig mit Wertpapierenhandeln, ziehen günstige Transaktionskosten vor. Dazu zählen dieOrdergebühren beim Kauf und Verkauf, aber auch solche für Limits,also Preisgrenzen, für die das Wertpapier den Besitzer wechseln soll.Abhängig von Anlagesumme und Orderanzahl gewähren viele BrokerRabatte.
Anleger sollten laut Peter Grieble aber auch darauf achten, obTeilausführungen mehrfach berechnet werden. Das sei zum Beispiel dannvon Nachteil, wenn der Kauf eines größeren Aktienbündels erst möglichist, nachdem sich mehrere Verkäufer von ihren Papieren getrennthaben. Ein Kosten- und Leistungsvergleich ist unterwww.broker-test.de möglich. Erfreulich für Anleger: Diedurchschnittlichen Transaktionskosten sind seit dem Börsenhoch imJahr 2000 um rund 20 Prozent gesunken, hat das Finanzportal ausMünster errechnet.
Wer nur ab und zu in Aktien oder Fonds investiert, interessiertsich allerdings weniger für die Transaktionsgebühren, sondern setztauf geringe Fixkosten für Verrechnungskonto und Wertpapierdepot,erläutert Brigitte Watermann von «Börse Online». Bei einigenAnbietern gibt es sie gratis. Ebenfalls wichtig sollteGelegenheits-Tradern eine einfache Abwicklung und einbenutzerfreundlicher Webauftritt mit übersichtlichen Markt- undProduktinformationen sein.
«Wer selten handelt, will nicht mehrere Internetseiten absuchen,sondern alles kompakt bei einem Broker finden», sagtVerbraucherschützer Grieble. Chart-Tools, Börsennachrichten,Aktiensuchmaschinen oder Analystenkommentare - vor allem großeAnbieter bieten eine Vielfalt an Informationen, die selbst Profiszufrieden stellen.
Eine entscheidende Rolle bei der Broker-Wahl spielt auch die Fragenach dem gewünschten Anlageprodukt, betont Grieble. Mitunter werdenKunden nicht überall fündig. Aktien oder Anleihen zählen zwar zumStandard-Sortiment. Spekulative Investitionen in Optionsscheine,Devisen oder Termingeschäfte ermöglichen aber häufig nurspezialisierte Broker. Publikumsbroker bieten dagegen auch Sparplänefür Investmentfonds und - seltener - Zertifikate an. Statt einereinmaligen Summe werden dabei regelmäßig kleine Beträge investiert.Jedoch schwankt die Anzahl der sparplanfähigen Wertpapiere vonAnbieter zu Anbieter stark. «Einige Broker beschränken sich aufausgewählte Fonds», sagt Brigitte Watermann.
Für Fonds-Fans sind Online-Broker deshalb nicht mehr unbedingterste Wahl. Uwe Döhler, Finanzexperte der Stiftung Warentest inBerlin, beobachtet eine Marktverschiebung zu Gunsten spezialisierterFondsshops im Internet. Sie vermitteln oft eine größere Auswahl anFonds komplett ohne den so genannten Ausgabeaufschlag und sparenKunden somit bis zu 5 Prozent der Anlagesumme. «Viele Online-Brokerkönnen da nicht mithalten», sagt Döhler. Bei ihnen zahlen Kundenhäufig noch die Hälfte dieser von den Investmentgesellschaftenerhobenen Vertriebsgebühr - meist 2,5 Prozent.
Vor allem größere Online-Banken versuchen mit anderen Vorzügen zupunkten. Neben Wertpapierhandel bereiten sie zunehmend mit günstigenGirokonten, hoch verzinsten Tagesgeldkonten undFinanzierungsangeboten den Filialbanken Konkurrenz. Für erfahreneAnleger, die ihre Geldangelegenheiten günstig bündeln möchten, kannsich das lohnen.
Für ihr ehrgeiziges Ziel, zur «Erstbank» zu werden, werfen einigeInternet-Broker alte Prinzipien über Bord und setzen auf persönlichenKundenkontakt. Allerdings beschränkt sich die Beratung in Anlage-,Vermögens- oder Vorsorgefragen meist noch auf wenige Ballungszentrenwie etwa beim Quickborner Broker comdirect oder auf betuchtere Kundenwie beim Anbieter Cortal Consors in Nürnberg.
Online-Broker eignen sich für Kunden, denen Chancen und Risiken ander Börse bewusst sind und die «wissen, welche Wertpapiere siewollen», sagt Verbraucherschützer Grieble. Nach Einschätzung BrigitteWatermanns hat sich Online-Brokerage zwar durchgesetzt, fürunerfahrene Anleger bleibe die Beratung bei der Hausbank abersinnvoll. «Ein paar Euro mehr an Beratungsgebühren können gutangelegt sein - bei falschen Entscheidungen droht ein viel höhererVerlust», warnt sie.