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WM-Aus in Runde eins WM-Aus in Runde eins: Snooker-Magier O'Sullivan von Amateur entzaubert

23.04.2019, 13:12
Zum Haare raufen: Ronnie O'Sullivan hatte seinem Gegner in Runde eins nicht viel entgegenzusetzen.
Zum Haare raufen: Ronnie O'Sullivan hatte seinem Gegner in Runde eins nicht viel entgegenzusetzen. PA

Als die Entscheidung nahte, wurde der Blick von Ronnie O'Sullivan immer leerer. Müde und fast schon teilnahmslos verfolgte der Magier des Snooker-Sports, wie ihn ein namenloser Amateur bei der WM im Crucible Theatre in Sheffield entzauberte. 8:10, Aus in Runde eins gegen James Cahill - eine der größten Sensationen des Spiels war perfekt.Hat Ronnie O'Sullivan Lust oder nicht? Das war stets die Frage vor einer WM. Hatte er Lust, ging der Titel meist nur über ihn. Hatte er keine, spielte er auch schonmal wie ein Amateur. Dieses Mal aber hieß es vor Sheffield: Hat O'Sullivan die Kraft oder nicht? Er hatte sie offensichtlich nicht.

„Ich konnte am Ende fast nicht mehr stehen“, sagte der unter Schlafstörungen leidende O'Sullivan (43) nach dem K.o. der BBC. „Meine Gliedmaßen fühlen sich sehr schwer an, ich bin erschöpft, habe keine Energie, ich kämpfe, um wach zu bleiben. Ich fühlte mich grauenhaft. Die letzten Nächte habe ich nicht gut geschlafen.“

„The Rocket“ zündete einfach nicht

So wirkte auch das Spiel des Superstars, der polarisiert wie kein anderer in der Szene. „The Rocket“ zündete einfach nicht. Immer wieder machte er leichte Fehler, hielt seinen Gegner damit im Spiel. Und so entwickelte sich vor den ungläubigen Blicken der Fans überraschend eine Partie auf Augenhöhe.
Der Weltranglistenerste O'Sullivan und der 23-jährige Cahill, der sich als erster Amateur überhaupt für eine WM qualifiziert hatte, lieferten sich einen spannenden Schlagabtausch. Cahill lag nach der ersten Session am Montag 5:4 in Führung, baute diese am Dienstag auf 8:5 aus.

O'Sullivan schaffte danach noch einmal den Ausgleich zum 8:8, vergab daraufhin die große Chance zum 9:8, als er den pinkfarbenen Ball nicht in der Ecktasche versenken konnte. Das macht er normalerweise mit verbundenen Augen. Cahill nutzte die Chance zum Framegewinn und machte anschließend den Sack zu. „Er hat es gut gemacht“, sagte O'Sullivan anerkennend.

Das konnte er von sich an diesem Tag nicht behaupten. Eine Überraschung war es für ihn aber offenbar nicht. „Du musst in einem psychisch und physisch guten Zustand hierherkommen. Wenn du nicht bei 100 Prozent bist, wird es härter“, sagte der 43-Jährige, der in dieser Saison drei Titel gewonnen hatte.
O'Sullivan wartet nun schon seit 2014 auf einen Viertelfinal-Einzug, zudem ist es erst die vierte Auftaktniederlage bei 27 WM-Teilnahmen. Seinen letzten WM-Titel hatte er 2013 gewonnen. (sid)