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WM-Aus für Basketballer WM-Aus für Basketballer: Deutschland unterliegt Außenseiter Dominikanische Republik

03.09.2019, 10:44
Das war so nicht eingeplant: Die deutschen Basketballer um Dennis Schröder stehen nach der Niederlage gegen die Dominikanische Republik schon vor dem WM-Aus.
Das war so nicht eingeplant: Die deutschen Basketballer um Dennis Schröder stehen nach der Niederlage gegen die Dominikanische Republik schon vor dem WM-Aus. dpa

Shenzhen - Die deutschen Basketballer ist bei der WM in China ausgeschieden. Das Team um Anführer Dennis Schröder verlor die zweite Gruppenpartie am Dienstag in Shenzhen mit 68:70 (37:39) gegen den Außenseiter Dominikanische Republik und hat keine Chancen mehr auf die Zwischenrunde.

Damit ist auch die sportliche Qualifikation für Olympia 2020 in Tokio in höchster Gefahr. „Ich bin wahnsinnig enttäuscht. Wir sind mit anderen Erwartungen hierhin gefahren. Wir haben nicht abgeliefert. Das ist großer Mist“, sagte Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball Bundes (DBB), nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel sichtlich angefasst. Zwar könne das Team „auf Topniveau mitreden“, es sei aber eher „von anderen hoch eingeschätzt worden“. Eine Diskussion um Bundestrainer Henrik Rödl werde es nicht geben.

Nach Blamage: Deutschland spielt nur in Platzierungsrunde

Rödl wählte derweil weniger harte Worte. „Das ist natürlich eine bittere Pille. Es ist klar, dass wir jetzt alle erstmal ein bisschen enttäuscht sind“, sagte der 50-Jährige nach der Pleite in Shenzhen. Mit seiner Mannschaft ging der Trainer nicht wirklich ins Gericht: „Wir haben extrem hart gearbeitet. Es war ein superknappes Spiel gegen einen unangenehmen Gegner.“

Was nach Betriebsunfall klingt, könnte große Folgen haben. Durch den unerklärlichen Aussetzer geht es nach der Vorrunde in der Platzierungsrunde um die Positionen 17 bis 32 in Shanghai mit Spielen gegen Kanada und den Senegal weiter. Endgültig perfekt war das Scheitern, als Frankreich im späten Gruppenspielspiel wie erwartet Jordanien schlug. Das DBB-Team hatte zum Auftakt ein 74:78 gegen die Franzosen kassiert.

Deutschland hat kaum noch Chancen auf Olympia

Erstmals verlor eine deutsche Auswahl ihre ersten zwei Spiele bei einer WM. Das Team mit vier NBA-Profis war nicht bereit für die Aufgabe gegen den Weltranglisten-18. Es hakte an allen Ecken und Enden. „Unsere Körpersprache war nicht so, wie sie ein sollte“, sagte Maodo Lo und suchte erfolglos nach Erklärungen. „Keine Ahnung, es ist ein richtiges Desaster.“

In China werden sieben Direkttickets für Olympia vergeben, Deutschland bekommt keines davon. 16 weitere Teams schaffen es aber zu einem Qualifikationsturnier. Reicht es auch dafür nicht, muss der DBB hoffen, als eines von zwei europäischen Teams per Nominierung dafür zugelassen zu werden. „Jetzt kommt die Qualifikation für Olympia, für das Vorturnier, das sehr, sehr wichtig ist für uns“, sagte Rödl.

Trotz des ernüchternden ersten Viertels gegen die Franzosen, in dem eine deutsche Mannschaft erstmals in der WM-Geschichte nur vier Punkte verbuchte, vertraute der Nationalcoach gegen die Dominikanische Republik der Startformation vom Auftakt. Doch es holperte wie im ersten Spiel.

Daniel Theis erzielte nach 140 Sekunden die ersten Punkte gegen die sehr physisch agierenden Spieler des Karibikstaats. Der gegen Frankreich noch enttäuschende Profi der Boston Celtics war in dieser Phase die erste Option des DBB-Teams. Es lief besser, doch die Unsicherheit blieb.
Der Gegner bereitete der deutschen Mannschaft trotz einer miserablen Dreierquote größte Probleme. Gerade unter den Körben agierte Rödls Team schwach. In der zweiten Halbzeit musste ein anderes Gesicht her, doch die Struktur fehlte weiter völlig. Die Deutschen leisteten sich viel zu viele Fehler und spielten ohne echte Überzeugung.

Es blieb bis zum Ende eng, Danilo Barthel hatte beim Stand von 68:70 kurz vor der Schlusssirene mit einem Dreier die Chance zum Sieg, doch der Ball ging nach Zuspiel von Topscorer Schröder (20 Punkte) weit vorbei. Dann wurde es auf der deutschen Bank ganz still.  (dpa)

Der Schock ist deutlich sichtbar: Daniel Theis wischt sich mit dem Trikot Schweiß aus dem Gesicht. 
Der Schock ist deutlich sichtbar: Daniel Theis wischt sich mit dem Trikot Schweiß aus dem Gesicht. 
dpa