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Weltcup in Oberhof Weltcup in Oberhof: Deutsche Biathletinnen enttäuschen im Verfolgunsrennen

09.01.2021, 15:32
Franziska Preuss (vorne) und Denise Herrmann gemeinsam am Schießstand beim Verfolgungrennen in Oberhof.
Franziska Preuss (vorne) und Denise Herrmann gemeinsam am Schießstand beim Verfolgungrennen in Oberhof. dpa

Oberhof - Arnd Peiffer und Erik Lesser klatschten im Zielraum zufrieden ab, doch trotz einer bärenstarken Vorstellung in der Verfolgung hatten beide auch ein weinendes Auge. Denn schließlich half weder Peiffer die beste noch Lesser die drittbeste Tageszeit, um nach dem verkorksten Sprint noch eine Topplatzierung zu erreichen. Für Denise Herrmann wurde es nach dem durchwachsenen Sprint im Verfolger sogar noch schlimmer.

„Da kann ich mir nichts von kaufen“, sagte Peiffer über seine Tagesbestzeit, 45 Sekunden war er schneller als der Tageszweite. Zu schwer wog sein 47. Platz aus dem Sprint mit über zwei Minuten Rückstand und drei „Anfängerfehlern“ am Schießstand. „Es war ein von vornherein gebrauchter Tag, und ich dachte, ein paar Plätze sind drin“, sagte der 33-Jährige.

Weltcup in Oberhof: Arnd Peiffer und Erik Lesser als Lichtblicke

Letztlich waren es 37, bis auf Rang zehn (+51,4 Sekunden) ging es nach vorne. „Das hätte ich vor dem Rennen nicht gedacht“, so Peiffer. Für Bundestrainer Mark Kirchner ein wichtiges Zeichen. Das zeige, „dass wir uns nicht zuverstecken brauchen und mit der Qualität, die wir haben, im Feld gut dabei sind“, so der 50-Jährige.

Auch Lesser (+58,0) lieferte eine beeindruckende Aufholjagd, von Rang 25 lief der Wahl-Oberhofer bis auf Platz elf nach vorne - und das trotz zweier Schießfehler. „Es ist gemischt. Am Schießstand habe ich deutlich besser gearbeitet als gestern, aber bei den Bedingungen sollten 95 Prozent mindestens rauskommen.“

Debakel für Denise Herrmann im Verfolgungsrennen

Sturla Holm Lägreid (2 Schießfehler) triumphierte beim erneuten norwegischen Dreifachsieg in 36:01,8 Minuten vor Johannes Dale (2/+15,6 Sekunden) und Tarjei Bö (3/+25,4). Simon Schempp (1/+4:11,4) verbesserte sich in seinem zweiten Weltcuprennen des Winters von Rang 58 auf 45.

Bei den Frauen misslang die Mission Wiedergutmachung komplett. „Das war ein Satz mit X“, bilanzierte die frühere Biathlon-Königin Laura Dahlmeier im ZDF. „Wir verkaufen uns ein bisschen unter Wert, das ist auf keinen Fall unser Anspruch“, monierte Denise Herrmann, die von Rang 15 auf 32 (+3:38,2 Minuten) zurückfiel. Die eigentliche deutsche Nummer eins zeigte wie schon einige Male in dieser Saison eine katastrophale Schießleistung.

Insgesamt sieben Fehler, davon gleich vier in ihrem eigentlich besseren Anschlag im Liegendschießen. „Normal nimmt man gut wahr, ob es ein guter oder ein schlechter Schuss war. Gerade liegend hatte ich aber kein Feedback“, sagte die 32-Jährige. Doch es zeichne „einen guten Schützen aus, dass man das merkt“. Es sei einfach ein Tag „zum Abhaken“.

Franziska Preuß kann Erwartungen nicht erfüllen

Gleiches gilt für Franziska Preuß. Die auf Rang 14 gestartete Bayerin fiel nach vier Schießfehlern auf Platz 18 zurück: „Das war ein schlechtes Rennen. Das nervt mich, die anderen bekommen es auch hin, bei uns hängt es. Das Gesamtpaket passt nicht zusammen.“

Fast zweieinhalb Minuten fehlten der besten Deutschen auf die erneut siegreiche Norwegerin Tiril Eckhoff (32:20,9 Minuten), die sich vor ihrer Landsfrau Marte Olsbu Röiseland (+0,5) und der wiederum starken Österreicherin Lisa Theresa Hauser (+43,0) durchsetzte. (sid)