Athleten Deutschland Verein: Nationale Strategie gegen Missbrauch nötig

Berlin
Der Verein Athleten Deutschland hat eine umfassende, bundesweit gültige Konzeption gegen Gewalt und Missbrauch im Sport sowie schnelles Handeln gefordert.
„Es gibt eine nationale Strategie für Sportgroßveranstaltungen. Warum gibt es keine nationale Strategie gegen Gewalt und Missbrauch?“, fragte Athletenvertreter Maximilian Klein bei einer öffentlichen Anhörung des Bundestag-Sportausschusses zum Thema „Physische, psychische oder sexualisierte Gewalt gegen Sportlerinnen und Sportler“ am Mittwoch.
„Was wir hier alles hören, sind zerfaserte, kleinschrittige Dinge, die dieses ganze Themenfeld nicht strategisch angehen“, betonte er. Was in dieser Debatte fehle, sei eine systematische Auseinandersetzung und ein Dialogprozess zwischen den relevanten Organisationen im und außerhalb des Sports.
Ein von Athleten Deutschland vorgeschlagenes unabhängiges Zentrum sei ein wichtiger Baustein. Zugleich müssten aber auch regionale Beratungsstellen und die Sportorganisationen gestärkt werden - strukturell wie finanziell: „Wir haben akuten Handlungsbedarf und müssen schauen, was wir als Gesellschaft bereit sind zu investieren. Und wie kommen wir dahin.“
Viele Athletinnen und Athleten hatten zuletzt von Fällen berichtet, in denen sie schikaniert, gequält, bedrängt, im schlimmsten Fall sexuell missbraucht worden seien. Von Trainerinnen oder Trainern. In einem Umfeld, in dem sie sich geschützt fühlen wollen und sich geschützt fühlen müssten. Fälle aus dem Boxen, Nachwuchsfußball, Fechten, Turnen oder Judo wurden bekannt.