Olympische Winterspiele Ski-Star Brignone emotional: Würde Medaillen eintauschen
Federica Brignone erlebt bei ihren Heimspielen ein Wintermärchen. Doch Gold ist nicht alles für die Italienerin. Sie spricht über ein Loch in ihrem Bein und Todesangst auf der Piste.

Cortina d'Ampezzo - Skirennfahrerin Federica Brignone hat nach dem Gewinn von zwei Goldmedaillen bei den Winterspielen emotionale Einblicke in ihre Gefühlswelt und ihre lange Zwangspause gegeben. „Ich würde meine beiden olympischen Medaillen sofort eintauschen, um diese Verletzung nicht noch einmal zu erleiden“, sagte die Italienerin nach ihrem famosen Comeback mit den Siegen im Super-G und Riesenslalom der Zeitung „La Repubblica“.
Horror-Verletzung im vergangenen April
Brignone hatte sich im vergangenen April bei einem Sturz bei den nationalen Meisterschaften schwer am Knie verletzt. Sie erlitt eine mehrfache Fraktur des Schienbeinplateaus und des Wadenbeinkopfes sowie einen Kreuzbandriss. Ihr Olympia-Traum drohte zu platzen. Erst Mitte Januar kehrte sie in den Weltcup zurück. In Cortina d'Ampezzo erlebte die 35-Jährige nun ein Ski-Märchen.
„Ich habe mein Bein und mein Knie komplett ruiniert, und jeder Tag ist ein Kampf. Es wird Zeit brauchen. Mein Schienbein ist nicht mehr richtig ausgerichtet, es hat ein Loch“, sagte Brignone. „Zwei Monate lang konnte ich mein Bein nicht einmal beugen, und selbst jetzt weiß ich nicht, ob ich jemals wieder Tennis spielen kann.“
Mit „Todesangst“ die Olimpia delle Tofane hinunter
Während der Rennen sei sie „in höchster Alarmbereitschaft“ gewesen, erklärte die Riesenslalom-Weltmeisterin und zweimalige Gesamtweltcupsiegerin. „Wie, wenn man Todesangst hat.“ Wäre sie mit dem Ziel Gold angereist, wäre sie womöglich ohne Medaille wieder nach Hause gefahren, meinte die Allrounderin, die bei der Eröffnungsfeier die italienische Fahne getragen hatte.
„Es war ein Wunder, hier zu sein, die Flagge zu tragen, das, was ich mir am meisten gewünscht und in meinem Leben vermisst hatte“, sagte Brignone. Sie sei gekommen, „um Spaß zu haben und dankbar zu sein, an den Olympischen Spielen im eigenen Land teilnehmen zu dürfen“. Sie wolle sich nun weiter auf ihre Genesung konzentrieren, erklärte die 37-malige Weltcupsiegerin.