Biathlon-weltcup in Ruhpolding

Platz vier für deutsche Staffel: Starke Franziska Hildebrand leitet Aufholjagd ein

14.01.2022, 15:44 • Aktualisiert: 14.01.2022, 16:12
Franziska Hildebrand überzeugte beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding in der Staffel.
Franziska Hildebrand überzeugte beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding in der Staffel. (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Ruhpolding/MZ/dpa - Franziska Hildebrand hat beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding mit der deutschen Frauen-Staffel Platz vier belegt und dabei selbst eine überzeugende Leistung gezeigt. Am Freitag war die Kötherinnen gemeinsam mit Vanessa Voigt, Vanessa Hinz und Denise Herrmann an den Start gegangen. Der Sieg ging an Frankreich vor Schweden und Russland.

Die formstarke Thüringerin Voigt war als erste Läuferin für Deutschland auf die ingesamt sechs Kilometer lange Rennstrecke gegangen und bei guter Laufleistung in beiden Schießen fehlerfrei geblieben. Auf Rang drei übergab sie an ihre Namensvetterin Vanessa Hinz. Die 29-Jährige Münchnerin patzte allerdings im Stehendschießen und musste trotz drei Nachladern sogar ein Mal in die Strafrunde.

Biathlon-Weltcup in Ruhpolding: Vanessa Hinz patzt für Deutschland in der Staffel

„Am liebsten hätte ich mir ein Loch gesucht und wäre reingesprungen beim Stehendschießen“, sagte Hinz über ihren Blackout: „Ich kann es mir nicht erklären. Ich stelle mich an den Stand und zittere vom ersten Schuss an nur mit den Beinen. Ich hatte nicht eine Sekunde die Waffe ruhig. Ich bin froh, dass ich nicht fünf Fehler geschossen habe.“

Deutschlands gute Ausgangsposition war dahin, als 15. übergab Hinz an Hildebrand, der Rückstand auf die Spitze betrug schon 1:16 Minuten. Die Köthenerin absolvierte ein weitgehend einsames, aber sehr stabiles Rennen und blieb bei ihren zehn Schüssen ohne Fehler. Zwar konnte sie auf die Spitze keine Zeit aufholen, machte aber viele Plätze gut: Als Neunte (1:39 Minuten Rückstand) übergab die 34-Jährige an Schlussläuferin Herrmann.

Trotz zwei Fehlern: Denise Herrmann läuft fast noch aufs Podium

Deutschlands Top-Läuferin war im Kampf um die vorderen Plätze eigentlich chancenlos und musste im Stehendschießen zwei Mal nachladen. Mit einer überragenden Laufleistung holte Herrmann aber noch den guten Rang vier raus (+1:26,6). Lediglich 14,4 Sekunden fehlten zu einem Podiumsplatz.

„Ich habe mich gefreut, dass ich die Staffel laufen darf“, sagte Hildebrand im ZDF: „Leider hat uns die eine Startrunde zurückgeworfen. Ich hätte mir für mich eine andere Situation gewünscht, ich war dann alleine auf der Strecke. Aber ich wollte einfach mein Ding machen.“

Deutschlands Biathlon-Hoffnung Franziska Preuß droht auch Ausfall bei Weltcup in Antholz

Deutschlands beste Biathletin Franziska Preuß droht nach ihrer Corona-Infektion und einer Fußverletzung derweil auch die Generalprobe für die Olympischen Winterspiele zu verpassen. „Wir hoffen, dass es die nächsten Tage bergauf geht, dass sie ins Training einsteigen kann. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch nicht so, dass sie an Wettkämpfe denken kann“, sagte Frauen-Bundestrainer Kristian Mehringer am Freitag beim Weltcup in Ruhpolding im ZDF.

Die 27 Jahre alte Preuß hatte sich im Dezember in Frankreich bei einem Treppensturz am Sprunggelenk verletzt und fing sich Ende des Jahres auch noch eine Corona-Infektion ein. Die Gesamtweltcup-Dritte der Vorsaison fehlte schon bei den Heimrennen in Oberhof und in dieser Woche in Ruhpolding.

Kommende Woche steht der letzte Weltcup vor Olympia in Peking (4. bis 20. Februar) im italienischen Antholz auf dem Programm. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Preuß in Südtirol dabei sein wird, ehe es anschließend nach China geht.

„Franzi geht es noch nicht ganz so optimal. Sie hat nach der Corona-Infektion noch Probleme und ist nicht so im Training. Das ist schade“, sagte Mehringer über die erfahrene Preuß, die bis zu ihrem Pech als eine der größten Medaillenhoffnungen für Peking galt. Preuß musste in ihrer Karriere immer wieder gesundheitlich bedingte Rückschläge