Simpson-Verlobte hilft den Gisa Lions

Simpson-Verlobte hilft den Gisa Lions: Vanderwal geht Rosanke zur Hand

Halle (Saale) - Am Dienstag war sie endlich vorbei, die Zeit der Einsamkeit und des Nichtstuns. Profibasketballerin Eilidh Simpson, die am Freitag vom Länderspiel ihrer britischen Nationalmannschaft aus Riga zurückgekehrt war, kann nach Aussitzen der Quarantäne nun wieder in das Training ihrer Gisa Lions einsteigen. Und erlebt eine ...

Von Petra Szag

Am Dienstag war sie endlich vorbei, die Zeit der Einsamkeit und des Nichtstuns. Profibasketballerin Eilidh Simpson, die am Freitag vom Länderspiel ihrer britischen Nationalmannschaft aus Riga zurückgekehrt war, kann nach Aussitzen der Quarantäne nun wieder in das Training ihrer Gisa Lions einsteigen. Und erlebt eine Premiere.

Denn Anweisungen von der Seitenlinie gibt nunmehr Sandra Rosanke, die bisherige Co-Trainerin des halleschen Erstligisten. Und der wiederum geht nun Rachael Vanderwal zur Hand, die Verlobte von Simpson. Die 36-jährige Britin kuriert in Halle gerade einen Kreuzbandriss aus, hat Zeit, und ohne Zweifel auch Ahnung. Denn auch sie verdient sich seit Jahren auf dem internationalen Basketball-Parkett ihren Lebensunterhalt.

„Eine Interimslösung“ nennt Lysann Kairies das kurzfristig in die Pflicht genommene Duo. Die beiden sollen versuchen zu retten, was zu retten ist, also den Klassenerhalt sichern. Der bisherige Trainer Peter Kortmann war vor einer Woche freigestellt worden. Über die Gründe will und darf Kairies aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht sprechen, bestätigt nur: „Das Tischtuch ist zerschnitten“.

Gisa Lions Halle sollen in ruhige Fahrwasser zurück

Auch wenn Kortmann noch immer auf der Homepage des Vereins und der Deutschen Basketball-Bundesliga der Damen (DBBL) als verantwortlicher Chefcoach geführt wird. In den nächsten Tagen werde man damit in die Öffentlichkeit gehen, sagt Kairies und begründet die bisherige Zurückhaltung auch damit, die Mannschaft in ruhiges Fahrwasser führen zu wollen.

Den SV Halle hat Kairies informiert. Der Großverein ist der Lizenzträger der halleschen Basketballerinnen, Rosanke bei ihm angestellt. Die Ansagen von Kortmann vor seinen Amtsantritt im Sommer, nicht nur die Erstligamannschaft führen zu wollen, sondern auch eigenen Nachwuchs zu fördern und zu fordern, waren beim SV auf offene Ohren gestoßen. Kortmanns Konzept, vier ausländische Profis, vier deutsche und dazu vier einheimische Talente in die Mannschaft zu integrieren, fand Zuspruch.

„Wir als Lizenzgeber wollen natürlich einheimische Sportler sehen“, bestätigt SV-Hauptgeschäftsführer Ingo Michalak. Den Erfolg des Lions-Projektes insgesamt sieht er gefährdet. „Es wird Zeit, dass wir uns sportlich und auch finanziell konsolidieren“, mahnt Michalak an, „so wie bisher kann es nicht weitergehen.“ Sechs Spiele Zeit haben die Lions noch, das Steuer herumzureißen. Jetzt mit Rosanke und Vanderwal. (mz)