RB Leipzig nach Niederlage

RB Leipzig verliert in Porto: Trainer Hasenhüttl: „Man macht sich die ganze Arbeit kaputt“

Porto - RB Leipzig hat am vierten Gruppenspieltag der Champions League mit 1:3 (0:1) beim FC Porto verloren. Die Stimmen zum Spiel.

Von Ullrich Kroemer und Martin Henkel
Trainer Ralph Hasenhüttl ist unzufrieden.
Trainer Ralph Hasenhüttl ist unzufrieden. dpa-Zentralbild

RB Leipzig hat am vierten Gruppenspieltag der Champions League mit 1:3 (0:1) beim FC Porto verloren. Die Stimmen zum Spiel.

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): „Das ist eine sehr bittere Niederlage. Wir waren das weniger effektive Team heute Abend, wobei ich sagen muss, dass wir das erste Tor nicht gut verteidigen. Kevin Kampl läuft da unter anderem zu schnell raus, obwohl wir den Ball noch nicht aus der Gefahrenzone haben. Dann fällt er dem Gegner vor die Füße. Das zweite Tor war irregulär, der Spieler kommt aus dem Abseits. Trotzdem ist es Wahnsinn, dass wir nach dem Aufwand, den wir betrieben haben, mit leeren Händen dastehen. Wir kommen noch gut zurück, aber nach dem 1:1 ist die Ordnung flöten gegangen, wir haben sehr euphorisch reagiert, das ist gefährlich, wenn man gegen eine so erfahrene Mannschaft so wild stürmt. Da waren wir dann entblößt.

„Dass wir in den zwei Spielen gegen Porto vier Gegentore nach Standards bekommen, das ist kein Zufall. Wir wussten, dass Porto bei ruhenden Bällen Wucht hat. Wir haben deshalb versucht, den Gegner von unserem Tor fernzuhalten und keine Standards zu verursachen. Das hat nicht so geklappt wie geplant.“

„Wir waren heute nicht unterlegen und haben es über weite Strecken gut gemacht, aber natürlich haben wir eine Riesenchance auf das Achtelfinale liegenlassen.”

Marcel Sabitzer (Offensivspieler RB Leipzig): „Wir waren zweimal unaufmerksam bei Standardsituationen. Damit machst du dir schnell das Spiel kaputt. Wir kommen raus und machen das 1:1, da haben wir gedacht, dass das Ding in unsere Richtung läuft. Aber dann kriegst du ein paar Minuten später wieder durch eine Standardsituation ein Gegentor, und dann wird es schwer, dass man auswärts ein Spiel gewinnt. Wir haben eine klare Zuteilung, spielen bei Eckbällen Mann gegen Mann. Bei Freistößen stehen wir hoch und fallen dann. Dass Danilo frei zum Kopfball kommt, darf auf jeden Fall nicht passieren. Heute sind wir sehr enttäuscht. Aber es sind noch zwei Spiele, noch ist alles möglich.”

Kevin Kampl (Sechser RB Leipzig): „Diese Standards haben das Spiel entschieden. Auf dem hohen Niveau wird das bestraft. Nach dem 1:1 hatten wir alle ein gutes Gefühl, dass wir das packen können. Der Standard zum 2:1 hat uns dann wieder rausgeworfen. Wir haben alles versucht, aber dann war es einfach schwierig.”

Zu den Problemen im Spielaufbau:

„Wir sind zu wenig ins letzte Drittel gekommen, hatten zwar viel Ballbesitz, haben aber nicht wirklich etwas damit angefangen. Zu viel quer gespielt, zu viel klein, klein, was nicht unser Spiel ist. Unser Spiel ist geradlinig. Porto hat schlau gestanden auf dem Platz, sie haben die Räume hervorragend verteidigt, sie wussten, dass wir diese tiefen Bälle spielen wollen.”

Willi Orban (Kapitän RB Leipzig): „Grundsätzlich haben wir kein schlechtes Auswärtsspiel gemacht. Aber wir kriegen wieder zwei Standard-Gegentore, die wir nicht gut verteidigen. Wir hatten das extra vorher angesprochen. Wir müssen uns vorwerfen, dass wir die Standards nicht besser verteidigt haben. Wir müssen konsequenter sein, uns mit aller Macht reinschmeißen. Das ist zu naiv. Das ist kein guter Spieltag für uns, aber wir müssen in den beiden verbleibenden Spielen versuchen, maximal zu punkten.” (mz)

Timo Werner im ZDF: „Wir machen die selben Fehler wie im Hinspiel, als wir auch durch Standards Tore kassiert haben. Solche Fehler brechen einem in der Champions League das Genick.“

Marcel Sabitzer im ZDF: „Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht. Aber wir müssen uns ankreiden, dass wir wieder bei den Standards zweimal nicht aufgepasst haben.“

(mz)