Werner-Tor reicht nicht

RB Leipzig kassiert 1:3-Pleite beim FC Porto: Werner-Tor reicht RBL nicht

Porto - RB Leipzig hat Mittwochabend in der Champions League gegen zwei Standards und einen Konter verloren. Alle drei nutzte der FC Porto durch Tore von Hector Herrera (13.), Danilo Pereira (62.) und Maxi Perreira (90.+3) bei einem Gegentreffer von Timo Werner (48.) zu einem 3:1 (1:0), mit dem er an den Deutschen vorbei- und an Besiktas Istanbul heranspringt. Tabellenletzter ist die AS ...

Von Martin Henkel und Ullrich Kroemer
Enttäuschung bei RBL und Timo Werner nach dem Gegentor zum 1:2 in Porto.
Enttäuschung bei RBL und Timo Werner nach dem Gegentor zum 1:2 in Porto. dpa-Zentralbild

RB Leipzig hat Mittwochabend in der Champions League gegen zwei Standards und einen Konter verloren. Alle drei nutzte der FC Porto durch Tore von Hector Herrera (13.), Danilo Pereira (62.) und Maxi Perreira (90.+3) bei einem Gegentreffer von Timo Werner (48.) zu einem 3:1 (1:0), mit dem er an den Deutschen vorbei- und an Besiktas Istanbul heranspringt. Tabellenletzter ist die AS Monaco.

Die Monegassen hatten den Türken im Vorabendspiel ein 1:1 abgetrotzt, was die Ausgangslage für RB sogar noch verfeinert hatte. Doch auch ohne den Punkteverlust der Türken waren die Auspizien der Reise nach Porto gut gewesen.

Sieg oder Remis - und RB hätte das direkte Duell mit dem Konkurrenten im Platz zwei gewonnen. Hasenhüttl hatte die Chance gewittert und das Abschlusstraining in Porto abgewunken. Stattdessen ließ er am Cottaweg trainieren, um im Geheimen „noch ein paar Inhalte einzustudieren“.

RB Leipzig mit schwacher erster Halbzeit in Porto

Welche das waren, wurde in Porto allerdings nicht klar. Was im Hinspiel beim 3:2 noch funktioniert hatte, erwies sich dieses Mal als wirkungslos gegen einen Gegner, der eng zusammenstand und das Spielfeld je nach Bedarf auf die Größe eines Knäuels verkleinerte. Es wurde viel gepresst, getreten, gezogen, gegrätscht.

Die Leipziger kamen nichts ins Kombinieren, und ins Pressen oder Umschalten schon gar nicht. Wie Fische zappelten sie im Netz der Portugiesen, die sich aufs Kontern verlegten - und sicher sein durften, dass sie Minimum ein Standard in die Nähe der Führung bringen würde.

So war es ja auch in Leipzig gewesen, ein Einwurf und eine Ecke landeten im RB-Kasten. Und so war es auch dieses Mal. Zwei Standards brachten zwei Tore. Der erste war eine Ecke in der 13. Minute: Der Ball flipperte durch den Strafraum, dann sprang er Herrera vor die Füße, der Schlussmann Gulacsi mit einem Bauchschuss überwand.

RB Leipzig in Porto bei Standards sehr anfällig

1. BESIKTAS ISTANBUL 5 3 2 0 9:4 11
2. FC Porto 5 2 1 2 10:8 7
3. RB Leipzig 5 2 1 2 9:9 7
4. AS Monaco 5 0 2 3 4:11 2

Die nächsten Spiele am 6. Dezember:
FC Porto - AS Monaco
RB Leipzig - Besiktas Istanbul (beide 20.45 Uhr)

Die zweite war ein Freistoß in der 62. Minute, Telles sichelte den Ball auf die blanke Stirn von Danilo, von dort sprang der Ball unter die Torlatte, das 2:1.

Danach ist es jeweils einfach für die Portugiesen gewesen. Sie machten wieder alles klein, standen eng im Raum und eng an ihren Gegnern. Wenn Hasenhüttl seinem Kader tatsächlich Inhalte ins Repertoire gelegt hatte, sie funktionierten nicht. Keine Chance ergab sich bis zur Pause, keine klare jedenfalls. Forsberg prüfte mit einem Freistoß den rechten Handschuh von Keeper Sá, (21.), der den Testball übers Toreck lenkte. Neun Minuten später traf der Schwede im Abseits stehend ins Tor.

Mehr kam da bis zur Pause aus Sachsen nicht, was auch für die 1100 Fans galt, die im Vorfeld der Partie die Altstadt noch selbstbewusst mit Lärm und Gesang gefüllt hatten. Sie waren nicht minder auffällig, als 400 von ihnen eine Fanmarsch auf die Metrostation Campo 24 de Agosto veranstalteten. Auf ihrer Unterdachtribüne aber waren sie erstaunlich still.

RB Leipzig in Porto: Timo Werner trifft nach 2:18 Minuten

Nur einmal erhob sich Gebrüll, als Leipzig kurz nach dem Wiederanpfiff die offenkundige Pausenschläfrigkeit der Portugiesen zu ihrem Anschlusstreffer nutzte. Werner, für Bruma ins Spiel gekommen, hatte einen Schnittstellenpass von Sabitzer aufgenommen und im Tor versenkt.

Das war in der 48. Minute. Zeit genug also, für einen zweiten Treffer. Aber mit oder ohne Inhalte – es gab keine zweite Leipziger Torgelegenheit mehr an diesem Abend. Stattdessen legte Porto RB noch einen dritten Treffer ins Netz, Perreira schloss mit dem Schlusspfiff einen Konter ab.

Statistik: FC Porto – RB Leipzig 3:1 (1:0)

FC Porto: José Sa – Ricardo Pereira, Felipe, Marcano, Alex Telles – Herrera (C), Danilo Pereira – Corona (72. Maxi Pereira), Brahimi (89. Reyes) – Marega (13. André André), Aboubakar.

RB Leipzig: Gulacsi – Bernardo, Orban (C), Upamecano, Halstenberg (46. Klostermann) – Kampl, Keita – Bruma (46. Werner), Forsberg – Sabitzer, Augustin (75. Poulsen).

Tor(e): 1:0 Herrera (13., Danilo Pereira), 1:1 Werner (48., Sabitzer), 2:1 Danilo Pereira (61., Alex Telles), 3:1 Maxi Pereira (90.+3); Torchancen: 6:4; Ecken: 3:5; Schiedsrichter: Ovidiu Hategan (Rumänien); Gelbe Karten: Danilo Pereira (77.) / Halstenberg (42.), Augustin (63.), Sabitzer (85.); Zuschauer: 41.616 im Estadio do Dragao in Porto/POR. (mz)