RB Leipzig stellt Stadionpläne vor

RB Leipzig stellt Stadionpläne vor: Diese Neuerungen soll es in der Arena geben

Leipzig - Nach MZ-Informationen hatten die RB-Funktionäre ihren Mitgliedern auch Details zum geplanten Umbau des Stadions vorgestellt. Der Verein zeigte den Mitgliedern zwei Grafiken, auf denen ein Entwurf zu sehen ist, wie das neue Stadion aussehen könnte.

Von Ullrich Kroemer 04.04.2017, 08:24

Mit Mitgliederversammlungen bei RB Leipzig ist das so eine Sache. Zwar finden die Veranstaltungen seit 2014 nach Lizenzauflagen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nicht mehr im stillen Kämmerlein unter handverlesenen Mitglieder statt. Seither müssen die aktuell 17 ordentlichen, also stimmberechtigten Mitglieder im Beisein der Fördermitglieder und Aktiven (insgesamt 818) tagen. Die dürfen zuhören und Fragen stellen, bei Abstimmungen aber nur zuschauen.

RB Leipzig: 128 Mitglieder bei Versammlung am vergangenen Freitag dabei

So geschehen am vergangenen Freitagabend, als RB Leipzig seine dritte ordentliche Mitgliederversammlung (MV) abhielt. Insgesamt 128 Mitglieder waren in den VIP-Raum des Leipziger Stadions gekommen, um sich von den Vorständen Oliver Mintzlaff und Ulrich Wolter sowie Sportdirektor Ralf Rangnick informieren zu lassen. Nach knapp zwei Stunden und etwa 20 Nachfragen aus dem Auditorium war die nicht öffentliche Veranstaltung beendet.

„Wir haben eine sehr offene und transparente Mitgliederversammlung abgehalten, alle Fragen zugelassen“, berichtete Mintzlaff später. Was dabei keine Rolle spielte: Nach MZ-Informationen hatten die RB-Funktionäre ihren Mitgliedern auch Details zum geplanten Umbau des Stadions vorgestellt. Der Verein zeigte den Mitgliedern zwei Grafiken, auf denen ein Entwurf zu sehen ist, wie das neue Stadion aussehen könnte.

Geplanter Baubeginn soll 2018 sein, bis zur Saison 2020/21 soll die erneuerte Spielstätte fertig sein. 58.000 Zuschauer – 1 000 mehr als bisher geplant – sollen dann bei voller Ausnutzung der Kapazität Platz finden.

Versenkbare Sitzplätze in der Red-Bull-Arena in Leipzig

Was die Fans besonders freuen dürfte: In Fansektor B werden nach Stuttgarter Modell einfach zu versenkende Sitzplätze montiert. Sie werden bei Bundesliga-Partien eingeklappt, wodurch der Fanblock zur Stehplatztribüne wird. Die 15.000 zusätzlichen Plätze sollen entstehen, indem die noch offenen Tribünen auf den Hintertor-Seiten geschlossen werden, wodurch der Oberrang dann komplett um das ganze Stadion herumführen wird. Zudem ist eine Erweiterung des Unterrangs in Richtung Spielfeldrand vorgesehen.

Um für die Fanströme gewappnet zu sein, soll Ebene fünf, wo sich Toiletten und Kioske befinden, um acht Meter verbreitert werden. Durch den Wall des alten Zentralstadions hindurch, der rund um die neue Arena führt, sollen Tunnel entstehen – wichtig, um Fluchtwege zu schaffen.

Öffentlich mag RB dazu noch keine Stellung nehmen, da für den Kauf der Spielstätte von Filmunternehmer Michael Kölmel und damit auch die weiteren Planungen des Umbaus noch die Beantwortung der Bauvoranfrage seitens der Stadt Leipzig aussteht. Die soll im April eingehen, danach bedarf es noch der Zustimmung des Stadtrates. Erst dann können sich Klub und Kölmel beim Notar treffen, um den Kauf perfekt zu machen und mit den Bauvorbereitungen zu beginnen. Der Kaufpreis soll rund 70 Millionen Euro betragen.

Wie Leipzigs Sportdezernent Heiko Rosenthal auf MZ-Anfrage mitteilte, soll die für Kauf und Umbau nötige Bauvoranfrage noch in diesem Monat beantwortet werden. Es stehe „lediglich noch eine fachamtliche Stellungnahme aus”, teilte der Linken-Politiker mit. „Ich gehe davon aus, dass es noch im April 2017 eine abschließende Entscheidung zur Bauvoranfrage von RB Leipzig gibt.” (mz)

Blick in die Red Bull Arena in Leipzig
Blick in die Red Bull Arena in Leipzig
dpa-Zentralbild