2:2 bei Bayer Leverkusen

RB Leipzig spielt 2:2 in Leverkusen: RBL kann Überzahl nicht zum Sieg nutzen

Leverkusen - RB Leipzig hat die Gunst der Stunde nicht nutzen können und muss um seine seine Position als Bayern-Jäger Nummer eins fürchten.

Von Martin Henkel 18.11.2017, 17:22
Kevin Volland gleicht für Leverkusen in Unterzahl zum 2:2 aus.
Kevin Volland gleicht für Leverkusen in Unterzahl zum 2:2 aus. dpa

RB Leipzig hat Samstagnachmittag im Spiel gegen Bayer Leverkusen zwei Punkte liegenlassen und sich von den fast 40 Minuten in Unterzahl spielenden Gastgebern nach Toren von Timo Werner (13.), Leon Bailey (44.), Emil Forsberg (54.) und Kevin Volland (74.) 2:2 getrennt.

Das Remis war unnötig, weil Leipzig zwei Mal in Führung gegangen ist, und sich weder eine Minute vor der Pause einen Gegentreffer, noch in Überzahl den zweiten hätte einhandeln müssen. Der Tabellenschaden hält sich dennoch wenigstens bis zur Sonntagspartie der Schalker gegen den Hamburger SV in Grenzen. S04 kann mit einem Sieg und zwei Toren Unterschied an den Sachsen vorbei auf Rang zwei springen.

Eigentlich spielte der Verlauf der Partie RB in die Karten. Keine Viertelstunde war gespielt in der Partie des Zweiten gegen den Neunten, in der RB-Coach Ralph Hasenhüttl Ibrahima Konaté für Dayot Upamecano (Halsschmerzen) in der Innenverteidigung aufbot und Marcel Sabitzer neben Timo Werner in die Spitze stellte, während Ex-Bayer-Profi Kevin Kampl auf der rechten Mittelfeldseite agierte, da steckte Werner auf Sabitzer durch. Der Österreicher wand sich im Strafraum an Admir Mehmedi vorbei, der Schweizer griff ihm an die Wäsche: Pfiff, Elfmeter, Werner verwandelt sicher (13.). Es war sein 7. Saisontreffer.

RB Leipzig tut sich trotz früher Führung schwer

Jetzt hatten die Leipziger ihre Gegner eigentlich da, wo sie sie haben wollten. Bayer öffnete den Hinterhof, RB hätte pressen, jagen und kontern können. Doch die Leipziger tun sich mittlerweile schwer damit, dem Gegner Bälle abzujagen. Vielleicht liegt’s an der Systemumstellung, die Hasenhüttl vorgenommen hat, um vor allem tiefsitzende Kontrahenten bespielen zu können. Sie können mittlerweile besser den Ball besitzen, als ihn dem Gegner überlassen.

Vielleicht aber waren sie mit den Gedanken auch schon in Monaco, wo sie am Dienstag in der Champions League um eine Chance auf das Achtelfinale spielen. Ja nur keine unnötigen Kräfte vergeuden, ja keine Verletzungen riskieren.

Bayer Leverkusen gleicht kurz vor der Pause aus

Bayer jedenfalls hatte beinahe leichtes Spiel. In den letzten 15 Minuten der ersten Hälfte drückten die Hausherren auf den Ausgleich. Der fiel eine Minute vor dem Pausenpfiff: Dominik Kohr spielte Leon Bailey den Ball in die schnellen Füße, der schob ihn lässig an Peter Gulacsi ins Tor (44.).

In der Pause ließ sich RB-Vereinschef Oliver Mintzlaff vom Bezahlsender Sky zu Diesem und Jenem befragen, auch zu einer Vertragsverlängerung von Sportdirektor Ralf Rangnick, die zu bewerkstelligen Sache bis Weihnachten sein könnte, wie Mintzlaff verriet. Und: Dass man in Leverkusen gewillt sei, drei statt einem Punkt mit auf den Heimflug zu nehmen.

RB Leipzig: Wieder Elfmeter, wieder die Führung

Dass es nicht dazu kam, sollte RB in den kommenden Tagen dringend beschäftigen. Denn wieder gingen die Leipziger in Führung. Wieder durch einen Elfmeter. Wieder brachte er ihnen ein Tor, nicht aber den Sieg.

Dieses Mal verursachte ihn Benjamnin Hinrichs, der gerade mal sieben Minuten auf dem Platz stand. Ecke Forsberg, der Ball flipperte durch den Strafraum, Schuss Sabitzer, Henrichs drehte den Ellenbogen in die Flugbahn. Pfiff, Rote Karte, Strafstoß – Emil Forsberg tunnelte Bernd Leno mit einem strammen Schuss (54.).

Jetzt aber: Führung, der Gegner dezimiert, Vorsprung verwalten. Aber nichts da. Selten hat man eine Mannschaft in Unterzahl gegen einen gleichwertigen Gegner so auftrumpfen sehen. Bayer spielte wie mit einem Mann mehr. Chance um Chance spielten sie heraus, Havertz hatte die größte davon, sein Schuss flog knapp über die Latte (49.).

Dann bekam Bayer eine Ecke, der Ball kam Volland vor den Fuß, mit einem Seitfallzieher traf er zum 2:2 (74.), an dem sich nichts mehr änderte, weil Bayer danach klug verteidigte – und RB auch in dieser Phase nicht bei der Sache schien. Nicht genug jedenfalls, um ein Spiel zu gewinnen, in dem sie zwei Mal geführt hatten.

Statistik: Bayer 04 Leverkusen – RB Leipzig 2:2 (1:1)

Bayer 04 Leverkusen: Leno – Bender, Tah, Wendell – Mehmedi (46. Henrichs), Havertz – Kohr (85. Bellarabi), Aranguiz – Bailey, Brandt – Volland (90. Retsos).

RB Leipzig: Gulacsi – Bernardo, Orban (68. Upamecano), Konaté, Halstenberg – Keita (55. Augustin), Demme – Kampl, Forsberg (83. Bruma) – Sabitzer, Werner.

Tor(e): 0:1 Werner (13., Elfmeter, Sabitzer), 1:1 Bailey (44., Kohr), 1:2 Forsberg (54., Elfmeter), 2:2 Volland (74., Bender); Torchancen: 8:5; Ecken: 2:1; Schiedsrichter: Harms Osmers (Hannover); Gelbe Karten: Mehmedi (12.), Wendell (51.), Bender (61.), Leno (61.), Kohr (83.) / Orban (63.), Augustin (75.); Rote Karte: Henrichs (53., Handspiel im Strafraum); Zuschauer: 29.218 in der Bay-Arena Leverkusen. (mz)

(mz)