Testspiele vor dem Saisonstart

RB Leipzig: Spieler aus der zweiten Reihe zeigen ihr Können

London/Leipzig - Bei den letzten Testspielen von RB Leipzig von dem Saisonstart haben Spieler aus der zweiten Reihe ihr Können gezeigt.

Von Ullrich Kroemer

Es war nur ein Testspielsieg, doch Dominik Kaiser und Marvin Compper strahlten in den Katakomben des Emirates-Stadiums im Londoner Stadtteil Holloway richtig glücklich in die Kamera.

Die beiden Routiniers hatten am Sonntagnachmittag beim 2:0 gegen Benfica Lissabon eine RB-Mannschaft zum souveränen Erfolg geführt, die beinahe ausschließlich aus Spielern bestand, die derzeit bei Rasenballsport nur zweite Wahl sind.

Doch die zweite Reihe gab bei der Champions-League-Generalprobe gegen „Königsklassen“-Teilnehmer Benfica teils beeindruckende Bewerbungsschreiben für die Startelf ab, die Trainer Ralph Hasenhüttl die Auswahl für das erste Pflichtspiel erschweren dürfte. „Nominell hatten wir eine U23 auf dem Platz, daher Riesen-Respekt an die Jungs, wie sie sich heute verausgabt haben“, sagte der 32 Jahre alte Compper.

Im Vergleich zum 0:1 der ersten Garde gegen den FC Sevilla am Samstag zeigte sich die neu formierte zweite Elf spielfreudiger, williger und ideenreicher sowie mit mehr Zug zum Tor.

Dribbler Bruma hatte auf der Forsberg-Position im linken Mittelfeld starke Szenen und wurde von Hasenhüttl gelobt. „Wenn er den Ball hat, ist er im Eins-gegen-Eins kaum aufzuhalten. Er macht uns besser.“ Stürmer Oliver Burke agierte deutlich weniger gehemmt als in seinen schwachen ersten Testspielen, vergab zwar klare Torchancen, adaptiert das RB-Spiel aber peu á peu besser.

Zudem lieferten auch die Außenverteidiger Benno Schmitz und Marcel Halstenberg, der den Ball zu Führung unter die Latte drosch (18.), offensiv agilere Leistungen ab als tags zuvor Lukas Klostermann und Bernardo.

Auch Innenverteidiger Compper zeigte, dass man sich auf ihn verlassen kann, wie Kaiser, der gegen Benfica die Kapitänsbinde trug. Nach einem Freistoß des Spielführers hatte Compper wuchtig ins Toreck (53.) geköpft. „Das war ein perfekter Freistoß“, sagte Kaiser lachend zum Kollegen. „Marvin brauchte nur noch seine Rübe hinheben.“

Der 28-Jährige bewertete das Wochenende als „wichtigen Vorgeschmack darauf, was in den nächsten Monaten auf uns wartet. Deswegen waren das zwei wichtige Tage für jeden einzelnen, da reinzuschnuppern. Das haben wir super genutzt.“ Das gilt vor allem für die vermeintlichen Kicker aus der Reihe. (mz)