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Dynamo Dresden vs. RB Leipzig

RB Leipzig im DFB-Pokal gegen Dynamo Dresden: Ralph Hasenhüttls Plan gegen den DFB-Pokal-Fluch

Leipzig - Vor dem brisanten Pokalduell zwischen RB Leipzig und der SG Dynamo Dresden (Sa, 15.30 Uhr) musste der neue RBL-Chefcoach bekennen, als Trainer bisher nur einen, einzigen Sieg in einem Pokalspiel erreicht zu haben.

Von Ullrich Kroemer 19.08.2016, 08:00
Diese Kulisse ist am Samstag ein Gegner von RB Leipzig.
Diese Kulisse ist am Samstag ein Gegner von RB Leipzig. imago sportfotodienst

Ralph Hasenhüttl musste lachen. Nein, als „Mr. DFB-Pokal” sei er bislang wahrlich nicht aufgefallen. Vor dem brisanten Pokalduell zwischen RB Leipzig und der SG Dynamo Dresden (Sa, 15.30 Uhr) musste der neue RBL-Chefcoach bekennen, als Trainer bisher nur einen, einzigen Sieg in einem Pokalspiel erreicht zu haben. In der Saison 2012/13 war das, als Hasenhüttl mit dem VfR Aalen seinen späteren Klub FC Ingolstadt aus dem Wettbewerb beförderte.

Zuvor mit der SpVgg Unterhaching sowie danach mit dem FC Ingolstadt war Hasenhüttl jeweils im ersten Anlauf gescheitert. Im vergangenen Jahr schied er mit dem FCI – ebenso wie RB Leipzig eine Runde später – mit einer Niederlage beim Viertligisten Unterhaching aus. Das Spiel hatte an Hasenhüttls Geburtstag stattgefunden. Die im Anschluss an das Match geplante Party mit Freunden fiel ins Wasser. „Das fühlte sich nicht so prickelnd an”, sagte er.

2007/08 (SpVgg Unterhaching): 0:3 gg. Hertha BSC (als Co-Trainer)
2008/09 (SpVgg Unterhaching): 0:2 gg. SC Freiburg
2009/10 (SpVgg Unterhaching): 0:3 gg. Arminia Bielefeld
2010/11 i.d. 1. Pokalrunde ohne Anstellung
2011/12 (VfR Aalen): nicht qualifiziert
2012/13 (VfR Aalen): 3:0 gg. FC Ingolstadt; 1:4 gg. Borussia Dortmund (2. Runde)
2013/14 (FC Ingolstadt): 1:2 beim VfL Wolfsburg (Achtelfinale, Hasenhüttl hatte den FCI erst nach Erreichen der 2. Pokalrunde übernommen)
2014/15 (FC Ingolstadt): 4:2 n.E. bei Kickers Offenbach
2015/16 (FC Ingolstadt): 1:2 bei SpVgg Unterhaching

Rangnick: „Partie bei Dynamo wird wie ein Bundesligaspiel”

Beim spannenden Ostvergleich am Samstag bei Dynamo Dresden nun hat der 49-Jährige die Gelegenheit, diese Pokal-Scharte auszuwetzen. „Der Stellenwert des DFB-Pokals ist für uns riesig”, sagte der Österreicher. „Als Bundesligist haben wir natürlich das Ziel, beim Finale in Berlin dabei zu sein.”

Für den Einzug in die nächste Runde braucht Aufsteiger Rasenballsport in Dresden aller Voraussicht nach eine erstklassige Leistung. Während Dynamo in der 2. Liga bereits zwei Pflichtspiele absolviert hat, starten die Leipziger ohne Pflichtspiel in den Härtetest. „Wir wissen noch nicht genau, wo wir stehen”, sagte Hasenhüttl. „Da hat es der Gegner besser, sie sind bereits im Rhythmus.”

Dementsprechend eindringlich warnte Ralf Rangnick sein Team: „Dieses Spiel wird uns fußballerisch, läuferisch, athletisch, mental und emotional ähnlich viel abverlangen wie ein Auswärtsspiel in der Bundesliga”, sagte der RBL-Sportdirektor. „Die Art und Weise, wie wir auftreten, wird entscheidend sein, um eine Runde weiterzukommen”, sagte Hasenhüttl. „Wir werden die Jungs so vorbereiten, dass sie sich von nichts anderem beeindrucken lassen, als durch ihr eigenes Spiel.” Der Grazer forderte seine Spieler auf, „so fokussiert auf unsere eigene Leistung zu sein, dass uns das Drumherum gar nicht so interessiert”.

Kapitän Kaiser: „Überzeugt, dass RB Leipzig standhalten wird”

Kapitän Dominik Kaiser demonstrierte Selbstbewusstsein und sagte: „Ich halte uns für sehr abgehärtet. Wir haben in der vergangenen Saison gezeigt, wie abgebrüht wir auch in großen Stadien, vor großen Kulissen gespielt haben.” Und: „Ich bin überzeugt, dass wir standhalten werden.”

Erfahrung mit der Dresdner Kulisse hat allerdings keiner der RB-Spieler. Dafür werden Mentalcoach Sascha Lense, der einst selbst bei Dynamo kickte, und Chefcoach Hasenhüttl dem Team vermitteln, welche euphorische, lautstarke, enge, aggressive und sicher teils hasserfüllte Atmosphäre die Spieler erwarten wird. 

RBL-Trainer schwärmt von Dynamo-Kulisse

Hasenhüttl hat mit seinen früheren Klubs bisher stets positive Erfahrungen in Dresden gemacht. „Unsere Ergebnisse waren immer ebenso gut wie die Stimmung in Dresden”, sagt er. Hasenhüttl sind „fantastische Choreografien und lautstarke Unterstützung” in Erinnerung geblieben. Beinahe schwärmerisch sagt er: „Es war immer spannend, dort zu spielen. Zu Drittligazeiten haben wir uns immer am allermeisten auf dieses Auswärtsspiel gefreut. Das war ein echter Höhepunkt.”

Man darf also gespannt sein, welche Hasenhüttl-Serie am Samstagabend noch Bestand hat: die der gelungenen und stimmungsvollen Auswärtsspiele in Dresden oder die der Pokalpleiten.