Stimmen zum Spiel

RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt: Stimmen zum Bundesliga-Topspiel

Leipzig - RB Leipzig ist erfolgreich ins Bundesliga-Jahr 2017 gestartet. Was Trainer Ralph Hasenhüttl und Andere zu sagen hatten.

Von Ullrich Kroemer 21.01.2017, 20:23
Ein zufriedener Ralph Hasenhüttl.
Ein zufriedener Ralph Hasenhüttl. imago sportfotodienst

Ein Blitz-Rot für Frankfurts Torhüter Lukas Hradecky und eine erneut starke eigene Leistung haben dem Überraschungsteam RB Leipzig einen perfekten Start ins neue Jahr beschert. Der Aufsteiger aus Sachsen bezwang im Spitzenspiel Eintracht Frankfurt völlig verdient mit 3:0 (2:0) und ist mit drei Punkten Rückstand einziger ernsthafter Verfolger von Hinrundenmeister Bayern München.

Die Stimmen zum 3:0 von RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): "Wichtig war, dass wir direkt das Tor machen. Sonst wird es auch gegen zehn Mann extrem schwierig. Die ersten 15 Minuten nach dem Führungstor müssen wir nachlegen, da haben wir gut gespielt. Dann haben wir ein wenig den Faden verloren, machen aber aus dem Nichts das 2:0. Deshalb habe ich die Jungs in der Halbzeit darauf hingewiesen, dass wir nachlegen müssen. Das haben wir in der zweiten Halbzeit gut gemacht und sind sehr dominant aufgetreten."

„Die Rote Karte gleich zu Beginn war für den Gegner sehr unglücklich. Als Torhüter den Ball in die Hand zu nehmen, war wahrscheinlich eine Reflexsituation, es wäre besser gewesen, er hätte die Situation weiterlaufen lassen. Für uns war es gut. Aber es ist nicht selbstverständlich, dass wir dann ein solches Spiel machen. Wir konnten sofort einen Vorteil daraus ziehen. Das tat sehr gut. Trotzdem waren wir nach 15 Minuten etwas leichtsinnig, das hat mir nicht gefallen. Aber schon nach 15 Minuten müssen 3 oder 4:0 führen. Da haben wir hervorragend gespielt, die Bälle gut hinter der letzten Linie gesucht, hatten gute Laufwege, waren sehr variabel, gute Hereingaben. Da müssen wir uns schon belohnen, da ist das Ding früher entschieden. So musste nach der Schwächephase ein Standard herhalten.”

„Trotzdem waren wir in der Halbzeitpause nicht übermäßig zufrieden und glücklich. Wir können es noch besser. Dann hatten wir in der zweiten Hälfte wieder mehr Tiefgang. Unterm Strich ein verdienter Sieg in der Höhe, es war wichtig nach der Pause so wieder reinzustarten. Gegen einen direkten Konkurrenten war das ein Sechs-Punkte-Spiel. Aber durch die frühe Rote Karte war das Spiel noch kein richtiger Gradmesser.”

Ralf Rangnick (Sportdirektor RB Leipzig):  "Unsere Ziele sind weiterhin dieselben wie zu Saisonbeginn. Wir wollen weiterhin immer das nächste Spiel gewinnen. Oben ist es immernoch sehr eng, die Anderen haben auch alle gewonnen. Heute zu gewinnen war auch deshalb wichtig, weil wir eine nicht ganz sorgenfreie Vorbereitung hatten."

Yussuf Poulsen (Stürmer RB Leipzig): „Es ist gut, dass wir auch bei Standards gefährlich werden können. Wir haben nicht nur eine Waffe, sondern mehrere. Dass es heute mit zwei Treffern nach Standards geklappt hat, zeigt, dass wir genau das gut trainiert haben.”

Marcel Halstenberg (Linksverteidiger RB Leipzig): „Ich habe zwar offensiv schon bessere Spiele hier im Stadion gemacht, aber ich bin zufrieden heute. Es war vor dem 1:0 schon klar, dass ich den Freistoß trete. Beim 3:0 hoffe ich natürlich, dass es mir zuerkannt wird.” 

Nico Kovac (Trainer Eintracht Frankfurt): "Nach der Roten Karte und dem frühen Gegentor war die Messe gelesen. Eine richtige Analyse kann man zu diesem Spiel gar nicht vornehmen, daher werden wir das Spiel einfach schnell abhaken. Wir haben verdient verloren, aber mit Elf-gegen-Elf wäre das Spiel vielleich anders gelaufen."

„Wir hatten über 90 Minuten hinweg keine Chance. Wenn man nach drei Minuten eine Rote Karte kassiert und den Torhüter wechseln muss, dann ist das hier in Leipzig eine schwierige Situation. Haken wir das Spiel ab.”

Zur Roten Karte: „Als ich sah, dass Lukas den Ball in der Hand hatte, war mir klar, dass das eine Rote Karte bedeutet. Das war spielentscheidend. Aber dass wir nach dem Freistoß den Rebound nicht bekommen, ist das, was mich ärgert. Nicht nur beim ersten, auch beim zweiten Tor müssen wir näher am eigenen Tor stehen.”

Zur Leistung von Ersatzkeeper Heinz Lindener: „Kompliment an Heinz, er ist aus der Kalten reingekommen, hat das außerordentlich gut gemacht. Er hat in der ersten Hälfte einige Eingaben reflexartig gehalten. An ihm hat es nicht gelegen, dass wir heute verloren haben.”

Lukas Hradecky (Torhüter Eintracht Frankfurt): „Die Situation war einfach unglücklich. Ich war erst unsicher, ob ich hingehen soll oder nicht. Aber ich hätte den Ball gehabt, wenn ich nicht ausgerutscht wäre. Ich wollte kein Tor kassieren, ich musste etwas entscheiden. Als Torwart kann ich den Ball nicht reingehen lassen. Ich wusste dann gleich, das ich vom Platz gehen muss.”