RB Leipzig-Boss

RB Leipzig-Chef Oliver Mintzlaff über chinesische Sponsoren und potenzielle Millionen

Leipzig - Oliver Mintzlaff spricht im MZ-Interview über die Suche nach neuen Geldgebern und potenzielle Millionen und Talente aus China.

Von Ullrich Kroemer 09.12.2016, 18:47
Oliver Mintzlaff.
Oliver Mintzlaff. imago sportfotodienst

Am Donnerstag empfing RB Leipzig eine Delegation aus China. Klubvertreter und der chinesische Ligachef schauten sich die Akademie am Cottaweg genau an. Hintergrund ist eine Offensive des chinesischen Fußball-Verbandes samt Kooperation mit Deutscher Fußball-Liga (DFL) und Deutschem Fußball-Bund (DFB).

Herr Mintzlaff, strebt RB Leipzig eine Kooperation mit einem chinesischen Klub an und welche Vorteile brächte das für beide Seiten?
Oliver Mintzlaff: Grundsätzlich begrüßen wir die Kooperation, die es zwischen dem chinesischen Verband und dem DFB sowie der DFL gibt und selbstverständlich sehen wir mittel- bis langfristig auch die Potenziale des chinesischen Fußballmarktes.

Ist es perspektivisch denkbar, dass RBL sich auch für chinesische Investoren öffnet, um sich finanziell weiter von Red Bull zu emanzipieren?
Mintzlaff: Wir wollen uns überhaupt nicht von Red Bull emanzipieren. Im Gegenteil: Red Bull ist und bleibt ein bedeutender und wichtiger Partner und das Beste, was der Bundesliga passieren konnte. Auf der Suche nach Investoren sind wir sicherlich nicht. Aber wir können uns natürlich Kooperationen und Partnerschaften in verschiedensten Konstellationen mit chinesischen Unternehmen vorstellen.

Mintzlaff: "Keine Red Bull-Dependenz in China"

Welche Rolle spielt der chinesische Markt – wirtschaftlich und sportlich – für RB Leipzig?
Mintzlaff: Wirtschaftlich weist die Volksrepublik China seit vielen Jahren eine hohe Dynamik auf. Bei 1,3 Milliarden Menschen und höchstwahrscheinlich sehr vielen Fußballtalenten sehen wir facettenreiche Möglichkeiten – nicht nur auf der wirtschaftlichen, sondern auch auf der sportlichen Ebene. Der chinesische Liga-Chef hat angekündigt, massiv in den Nachwuchs zu investieren. Dies impliziert perspektivisch gesehen ein großes Potenzial an jungen und talentierten Fußballspielern, die dann natürlich auch für den europäischen Markt interessant werden könnten. Hier setzt das Interesse der Kooperation zwischen der chinesischen Liga und der DFL deutlich an. 

Wie konkret?
Mintzlaff: Wie wir wissen ist unsere Liga, was die Trainerausbildung und Nachwuchsarbeit angeht, exzellent aufgestellt. Hier können und werden wir, wie auch der gesamte deutsche Fußball, die chinesische Super League mit Know-How und Erfahrung unterstützen.

Ist auch eine Red-Bull-Fußball-Filiale in China denkbar?
Mintzlaff: Nein, eine Red-Bull-Fußball-Dependance ist dort natürlich nicht angedacht.