Bundesliga-Debüt

RB Leipzig: BVB-Fans boykottieren Auswärtsspiel bei RB Leipzig

Leipzig - Was sich bereits angekündigt hatte, wird nun Realität: Wenn Vizemeister Borussia Dortmund am 10. September (18.30 Uhr) zum ersten Bundesliga-Heimspiel in der siebenjährigen RBL-Geschichte kommt, wird der Gästeblock der Red Bull-Arena ohne den harten Kern der BVB-Fans auskommen müssen.

Von Clemens Boisserée 28.07.2016, 15:45

Was sich bereits angekündigt hatte, wird nun Realität: Wenn Vizemeister Borussia Dortmund am 10. September (18.30 Uhr) zum ersten Bundesliga-Heimspiel in der siebenjährigen RBL-Geschichte kommt, wird der Gästeblock der Red Bull-Arena ohne den harten Kern der BVB-Fans auskommen müssen.

Über entsprechende Überlegungen hatte die MZ bereits vor wenigen Tagen berichtet. Am Mittwoch nun bestätigte das verantwortliche Fanbündnis "Südtribüne Dortmund" der Mitteldeutschen Zeitung: "Unser Bündnis und weitere Fanclubs haben die Initiative ergriffen und eine Versammlung einberufen, um uns mit zahlreichen anderen Fans abzustimmen. Es gibt eine klare Tendenz, nicht nach Leipzig zu fahren", so Sprecher Jan-Henrik Gruszecki.

Schlechte Erfahrungen mit Leipziger Ordnungsdienst

Der Grund dafür ist einfach: Dem boykottierenden Kreis der BVB-Fans ist das Konstrukt RB Leipzig mit seinem Gönner Red Bull und Besitzer Dietrich Mateschitz ein Dorn im Auge. "In Leipzig wird Fußball nur gespielt, um Getränkedosen zu verkaufen. Fällt der Grund weg, bricht das Konstrukt zusammen. Darüber hinaus ist das von Mateschitz betriebene Finanzdoping eine klare Wettbewerbsverzerrung", begründet Gruszecki.

Statt nach Leipzig zu fahren, will das Bündnis, dem auch die Dortmunder Ultra-Gruppen angehören, für alle sympathisierenden BVB-Anhänger ein Alternativprogramm anbieten. "Dazu können wir aber noch nichts sagen, weil dazu erst noch organisatorische Gespräche geführt werden müssen", so Gruszecki. Im Raum steht die Unterstützung der Dortmunder U23 im Regionalliga-Heimspiel gegen Wuppertal. 

In Leipzig selbst werde man nicht protestieren, hieß es aus Dortmunder Fankreisen. Zu präsent seien Erlebnisse mit dem Ordnungsdienst, die protestierende Fans anderer Vereine in der Red Bull-Arena machen mussten. Schlagzeilen machte unter anderem ein Fall aus dem Jahr 2014, als Fans von Erzgebirge Aue ersatzlos RB-kritische T-Shirts ausziehen mussten.

Die Dortmunder Fans reihen sich deshalb nun in die lange Liste der Fanszenen ein, die dem Auswärtsspiel bei den Leipziger "Roten Bullen" gänzlich fern bleiben. So war beispielsweise beim RB-Aufstieg gegen den Karlsruhe SC am 33. Spieltag der vergangenen Saison der Gästeblock weitestgehend leer - die KSC-Anhänger hatten das Spiel boykottiert. 

Stadion dennoch ausverkauft

Gegen den Vizemeister wird der Block wohl dennoch voll und der BVB sein Kontingent von rund 4000 Tickets absetzen können - dem Boykott des harten Kerns rund um das "Südtribüne Bündnis" zum Trotz. Zu groß ist die Schar der ostdeutschen BVB-Anhänger, für die das Leipzig-Spiel ein echtes Heimspiel darstellt. Beim größten BVB-Fanclub in der Region, den Ostborussen, macht man sich - wie viele andere Fanclubs - Gedanken darüber, ob genügend Tickets zu bekommen sind. Von RBL-Seite rechnen Fans und Verantwortliche ohnehin mit einem restlos ausverkauften Heimbereich. 

Die Dortmunder Fanszene hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach Auswärtsspiele boykottiert, beispielsweise in Stuttgart oder Hoffenheim. Dort hatte man auf hohe Ticketpreise aufmerksam machen wollen - viele Fans aus der Region nutzten die Chance und kauften die freigewordenen Eintrittskarten, um den BVB live zu sehen.