Buch von Guido Schäfer

RB-Leipzig-Buch von Guido Schäfer: Diese 11 Fakten sind wirklich neu

Leipzig - 111 Gründe RB Leipzig zu lieben, verspricht das neue Buch über den Leipziger Bundesligisten von Reporter-Faktotum Guido Schäfer (Hier bei Amazon kaufen). 111 Gründe? „Mir fiele kein einziger ein”, ätzte 11-Freunde-Chefredakteur Philipp Köster in seiner ...

Von Ullrich Kroemer 30.11.2017, 15:11
Das Buch von Autor Guido Schäfer verspricht 111 Gründe, RBL zu lieben.
Das Buch von Autor Guido Schäfer verspricht 111 Gründe, RBL zu lieben. dpa-Zentralbild

111 Gründe RB Leipzig zu lieben, verspricht das neue Buch über den Leipziger Bundesligisten von Reporter-Faktotum Guido Schäfer (Hier bei Amazon kaufen). 111 Gründe? „Mir fiele kein einziger ein”, ätzte 11-Freunde-Chefredakteur Philipp Köster in seiner „Rezension”.

Guido Schäfer: Wir sind RB Leipzig. 111 Gründe, ein Roter Bulle zu sein. 243 S. 9,99 Euro. Schwarzkopf & Schwarzkopf. (Bei Amazon kaufen)

Und auch Schäfer hält nicht Wort. Denn handgezählte 55,5 Gründe drehen sich nicht um RB, sondern den Autor selbst. Der Leser erfährt unfreiwillig Details vom Krankenlager des Schreibers während seiner Hüft-OP, Terminproblemen bei der pünktlichen Buchabgabe, liest Altherren-Witze oder lernt die Kumpels des LVZ-Reporters – Halbwelt-Vips, Gastronomen und mittelständische Unternehmer – kennen, natürlich allesamt RB-Fans. Das ist anekdotig und bisweilen humorig aufgeschrieben, hat aber oft nicht viel mit RB Leipzig zu tun.

Doch wer sich durch die wirr angeordneten 111 Textchen kämpft, erfährt durchaus Fakten und Geschichten über RB Leipzig, die so noch nicht öffentlich bekannt waren, wenn meist auch ohne Belege oder Quellen. 11 davon haben wir rausgesucht.

Warum Meuselwitz nicht RB-Wiege wurde

Neben Markranstädt und Eilenburg war auch der ZFC Meuselwitz im Visier der RB-Gründer, um dem Red-Bull-Klub die Lizenz abzutreten. Warum jedoch das Geschäft mit den Thüringern scheiterte, war bislang nicht bekannt. Schäfer enthüllt: Meuselwitz’ Boss Hubert Wolf forderte jährlich fünf Prozent vom Gesamtetat – solange beide Klubs existieren. Die Red-Bull-Verhandler sagten dankend ab.

Was Markranstädt letztlich für die Lizenzübertragung kassierte

Die Oberliga-Lizenz des SSV Markranstädt war billiger zu haben. Wie Schäfer berichtet sollen 400.000 Euro sofort, einmal 100.000 und zweimal 200.000 Euro geflossen sein. Insgesamt 900.000 Euro inklusive Steuer also dafür, dass Markranstädt seine Fußballabteilung für eine komplette Saison zu RB Leipzig auslagerte und dann mit der zweiten Mannschaft wieder in den Niederungen beginnen musste. 

Dass Leipzigs erster Sportdirektor jetzt Krimiautor ist

Gleich zwei Männer der RB-Geburt mögen nicht nur Krimis, sie schreiben auch welche. Neben Markranstädts einstigem Präsidenten Andreas Stammkötter, der als Jurist die Verträge aufgesetzt hat, hat auch der erste RB-Sportdirektor Joachim Krug einen Krimi verfasst. „Schwarzer Drache“ heißt Krugs Roman. Der spielt in Leipzig und Hamburg, es geht um Taliban, Russenmafia, Drogenring und Prostitution. Krug hatte sich offenbar einiges von der Seele zu schreiben.

Dass die RB-Akademie auch auf einer Pferderennbahn hätte stehen können

Laut Schäfer war neben dem Cottaweg auch der brach liegende Innenraum der Leipziger Pferderennbahn Scheibenholz als Stätte für das Trainingszentrum von RB vorgesehen gewesen. Doch unter anderem seltene Schmetterlinge und Ralf Rangnicks Begeisterung für den Standort Cottaweg ließen das Projekt Scheibenholz scheitern.

Warum RB bis 2012 keine Ablöse zahlte

Dass RB Leipzig in den ersten drei Jahren vor allem alternde Erst- und Zweitligaprofis anstellte, statt hungrige Talente, gehört zu den Merkwürdigkeiten der Startphase des Klubs. Schäfer erklärt nun, dass Red-Bull-Boss Mateschitz zwar fürstliche Gehälter zahlen, aber keine Ablöse an andere Klubs hinlegen wollte.  

Wer Bulli tatsächlich ist

Wer im Kostüm von RB-Maskottchen Bulli steckt, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Schäfer deckt auf: Bulli heißt eigentlich Christian, ist Leipziger, RB-Fan der ersten Stunde und repariert im wahren Leben Handys, unter anderem für die RB-Spieler.  

Dass Dominik Kaiser von Huddersfield Town beobachtet wird

Neben Fabio Coltorti ist Dominik Kaiser der einzige verbliebene Leipziger, der bereits in der Regionalliga dabei war. Doch der Abschied des kleinen (Ex-)Capitanos rückt näher. Schäfer will wissen: Kaiser werde seit Monaten von Premier-League-Aufsteiger Huddersfield Town beobachtet. Coach David Wagner sei Kaiser-Fan.

Welcher RB-Spieler sein Auto auf dem Dach liegend parkte

Auto-Skandale können sie bei RB auch heute noch – siehe Naby Keita und seine angeblich gefälschten Fahrausweispapiere. Doch so richtige Skandale gelangen in der vierten Liga besser. RB-Insidern ist ein gewisser Jeremy Karikari noch vertraut. Der Deutsch-Ghanaer wurde nach nur zwölf Spielen für RB suspendiert. Der Grund laut Schäfer: Der Skandalkicker war mit seinem Wagen verunfallt und hatte das Vehikel auf dem Dach liegend nahe der RB-Geschäftsstelle am Neumarkt abgestellt.

Weshalb Dayot Upamecano schon im Winter 2017 kam

Der Winter-Transfer von Dayot Upamecano war ein hartes Stück Arbeit für Ralf Rangnick. Laut Buch sollte der Franzose eigentlich erst im Sommer 2017 kommen. Doch der Sportdirektor forcierte den Wechsel im Trainingslager in Portugal, weil Teamarzt Frank Striegler Kniebeschwerden bei Marvin Compper ausgemacht hatte. Als Rangnick „Upa” dann nach einem Kraftakt mit Geheimverhandlungen in Paris verpflichtet hatte, soll sich Striegler zu Rangnick gesetzt und gesagt haben: „Commper trainiert wieder voll mit.”

Dass Ousmane Dembélé beinahe bei Red Bull gelandet wäre

Dass Ralf Rangnick beinahe Frankreichs Juwel Kylian Mbappé nach Leipzig gelotst hätte, ist bekannt. Doch auch Ousmane Dembéle hatte RR schon an der Angel. Der 180-Millionen-Mann war sich mit Red Bull Salzburg bereits einig. Sein Weg hätte sicher nach Leipzig geführt. Doch sein Ex-Klub Stade Rennes verhinderte den Wechsel mit aller Macht und verkaufte ein Jahr später für 15 Millionen Euro Ablöse an Borussia Dortmund. 

Dass Peter Gulacsi zu den Schnellsten bei RB gehört

Torhüter stehen nicht im Verdacht, Sprintrekorde zu brechen. Bei RB-Keeper Peter Gulacsi liegen die Dinge anders. Der Ungar soll auf den ersten 30 Metern zu den schnellsten im RB-Kader gehören. (mz)