Aufstiegsfeier

Aufstiegsfeier RB Leipzig: Mannschaft feiert auf Markt mit Fans

Leipzig - Zu Pfingsten trägt Leipzig wegen des Wave-Gotik-Treffens traditionell Schwarz. Doch an diesem Montag war das anders, denn RB Leipzig färbte die komplette Innenstadt in Rot und Weiß. Geschätzte 20.000 Fans waren auf den Marktplatz gekommen, um gemeinsam mit Spielern, Verantwortlichen und Künstlern den Aufstieg in die Bundesliga zu feiern.

Von Ullrich Kroemer 16.05.2016, 17:40
Leipzig feierte im Mai in Rot und Weiß den ersten Bundesliga-Aufstieg von Rasenballsport Leipzig.
Leipzig feierte im Mai in Rot und Weiß den ersten Bundesliga-Aufstieg von Rasenballsport Leipzig. dpa-Zentralbild

Zu Pfingsten trägt Leipzig wegen des Wave-Gotik-Treffens traditionell Schwarz. Doch an diesem Montag war das anders, denn RB Leipzig färbte die komplette Innenstadt in Rot und Weiß. Geschätzte 20.000 Fans waren auf den Marktplatz gekommen, um gemeinsam mit Spielern, Verantwortlichen und Künstlern den Aufstieg in die Bundesliga zu feiern.

Die ersten Fans hatten sich bereits ab Mittag eingefunden, um ihre Aufstiegshelden zu feiern. Spätestens ab 15 Uhr ging gar nichts mehr auf dem Marktplatz, alle Zugänge waren heillos überlaufen. Die 0:1-Niederlage in Duisburg zum Saisonabschuss am Sonntag spielte keine Rolle mehr. Viele Anhänger bildeten große Trauben an den Fenstern der umliegenden Häuser. Die Leipziger, die es auf den Markt geschafft hatten, riefen immer wieder: „1. Liga – Leipzig ist dabei.”

"So etwas noch nie erlebt"

So ähnlich muss es sich Ralf Rangnick vorgestellt haben, als er bei seinem Amtsantritt als Trainer im Mai vergangenen Jahres laut davon geträumt hatte, was in Leipzig los sein würde, wenn RBL tatsächlich den Aufstieg schaffen würde. Anders als 1993, als der VfB Leipzig in die Bundesliga aufgestiegen war, durfte das Team allerdings nicht auf den engen Rathausbalkon, da sich dort offiziell nur fünf Leute aufhalten dürfen. So feierte das Team auf einer riesigen Bühne direkt unter den Balkon.

„Wenn man sich hier umschaut, das ist ja unglaublich. Kein Fan kommt mehr auf den Marktplatz, weil es so überfüllt ist – das ist Wahnsinn”, sagte Stürmer Yussuf Poulsen staunend.

Und sein routinierter Abwehrkollege Marvin Compper sagte: „So was habe ich noch nie erlebt. Wir feiern hier erst den Aufstieg in die 1. Liga. Was wäre denn erst los, wenn wir in der Bundesliga irgendetwas Krasses erreichen würden?”

Noch-Coach Rangnick wurde mit Sprechchören gefeiert. Der 57-Jährige kam ganz zum Schuss auf die Bühne und sagte: „Es ist ein unfassbarer Tag, unglaublich zu sehen, wie viele Menschen hier sind. Heute sind wir alle zusammen Leipzig.”

Feier mit Schmerztabletten

Auch Torhüter Fabio Coltorti war baff ob der riesigen Kulisse und sagte: „So ein großes Fest ist schon etwas sehr Spezielles.” Als seine Frau und seine Tochter auf der Bühne erschien, die in Spanien wohnen und die Coltorti seit Weihnachten nur zwei Tage gesehen hatte, überwältigten den Torwart-Hünen die Tränen.

Und Diego Demme, der wegen einer Gehirnerschütterung in Duisburg im Krankenhaus behandelt wurde, hatte sich selbst entlassen, um mitfeiern zu können. „Ich habe ne Schmerztablette eingeworfen und dann gings”, sagte Demme grinsend.

Ostband Silly ausgepfiffen

Im musikalischen Rahmenprogramm traten unter anderem die Ostrock-Legenden Puhdys, City und Karat gemeinsam auf. Pfiffe bekam die Band Silly. Als Anna Loos, Frontfrau der Ostrock-Band Silly auch den anderen mitteldeutschen Mannschaften Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue zum Aufstieg gratulierte und die Bandmitglieder in Trikots der Dresdner und des 1. FC Magdeburg aufliefen, pfiffen die Fans und skandierten: „Hier, regiert der RBL.”

Wohlwollend wurde der Auftritt von Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel aufgenommen, der die Vereinshymne „RB Leipzig – Du bist mein Verein” mit choraler Unterstützung uraufführte. Ob sich das Stück im Stadion durchsetzt, wird die nächste Saison zeigen.

Bereits vor der Veranstaltung hatte Oberbürgermeister Burkhard Jung das Team im Rathaus empfangen. Ins Goldene Buch der Stadt durfte sich RBL jedoch nicht eintragen. Das haben sich Stadt und Klub wohl für die erste Deutsche Meisterschaft aufgehoben. (mz)

(mz)