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Motorsport  Motorsport : Wilder Ritt auf Rang drei

Von Harald Boltze 29.10.2020, 09:01
Tim Apolle startete am Mittwoch erfolgreich in einen mehrtägigen Enduro-Wettbewerb in Rumänien.
Tim Apolle startete am Mittwoch erfolgreich in einen mehrtägigen Enduro-Wettbewerb in Rumänien. Baur-Team

Sibiu/Oschersleben - Mit Stolz und voller Vorfreude nahm der Billrodaer Motocrosspilot Tim Apolle am gestrigen Mittwoch den ersten Lauf der 17. Ausgabe des Hard-Enduro-Klassikers „Red Bull Romaniacs“ in den rumänischen Karpaten in Angriff. Noch bis zum kommenden Sonnabend geht dort eines der kräftezehrenden Rennen seines Sports über die Bühne.

Eigentlich hätte es bereits im Juli stattfinden sollen, doch Corona hatte die Verlegung nötig gemacht. Martin Freinademetz, der Erfinder der prestigeträchtigen Offroad-Rallye, sagte dazu dem Fachmagazin „Enduro.de“: „Ich bin froh, dass wir kühlen Kopf bewahrt und die Veranstaltung doch sichergestellt haben. Wir haben auch während des Lockdowns an der Strecke sowie den Kontroll- und Service-Punkten gearbeitet - das sind insgesamt mehr als 1.000 Kilometer Trails in schwerstem Gelände. Da wir die Abstandsregeln in der Abgeschiedenheit der Wälder problemlos einhalten können, waren die Corona-Maßnahmen für uns an sich kein Problem.“

Tim Apolle, der erneut für das Team „Sherco by Baur Gruppe“ startet, ist in der „Silver“-Klasse eingruppiert und hatte am Mittwoch einen starken Auftakt in den mehrtägigen Wettbewerb. Nach einer Fahrzeit von reichlich fünfeinhalb Stunden sicherte er sich den dritten Platz. Vor ihm waren nur der Däne Peter Weiss und der Franzose Fabien Poirot deutlich schneller unterwegs. Am heutigen Donnerstag geht es für den Billrodaer Studenten wieder auf die Strecke, um die gute Leistung zu bestätigen.

Im Einsatz war jüngst aber auch ein anderer hiesiger Motorsportler, nämlich Lukas Franke. Der talentierte Motorradpilot aus Naumburg nahm in diesem Jahr am Deutschen Langstrecken-Cup (DLC) in der Klasse Moto 600 teil. Im Carbonadi Racing Team fuhr er zusammen mit René Liebschner und Mike Krnac und war zum Start der Saison im Sommer im tschechischen Most mit 17 Jahren der jüngste Starter im gesamten Feld.

Zuletzt fand nun in Oschersleben der dritte und damit schon letzte Lauf des durch die Corona-Maßnahmen verkürzten Deutschen Langstrecken-Cups statt. Nach den ersten zwei Rennen lag Franke mit seinem Carbonadi Racing Team punktgleich mit dem Team Ravenol auf Platz eins. Es ging also um Gold. Doch nachdem

in Oschersleben die Box bezogen und die technische Abnahme der Motorräder absolviert war, zog nasses und kühles Wetter auf. „Da alle drei Fahrer im Team, einschließlich Lukas, nicht unbedingt Regen-Spezialisten sind, waren das natürlich nicht die besten Voraussetzungen für unser Ziel“, war von Vater Fred Franke zu erfahren.

So verlief denn auch das Qualifikations-Training nur unbefriedigend, zumal das Rennen wegen den widrigen Wetterbedingungen hinter dem Safety-Car aus der Boxengasse gestartet wurde. Nach den ersten beiden Turns lag Frankes Team nur auf dem vierten Platz der 600er Klasse, und das Team Ravenol war in Führung. „Doch nun trocknete der Kurs immer mehr ab, so dass Lukas bei seinem Einsatz mit Slicks auf die Strecke gehen konnte. Nach einer Safety-Car-Phase, von der wir dieses Mal profitieren konnten, kämpfte sich Lukas Stück für Stück nach vorn, so dass wir bei Halbzeit des Rennens, auch durch unsere perfekte Strategie und die Fehler der anderen Teams auf Platz eins der 600er Klasse lagen“, so Vater Fred Franke. Schlussendlich aber gewann dann doch das Team Ravenol nach 185 Runden und sechs Stunden Fahrzeit mit nur 22 Sekunden Vorsprung. Trotzdem konnte das Carbonadi Racing Team in Oschersleben auf die Vize-Meisterschaft des DLC in der Moto 600 stolz sei.

Der Naumburger Lukas Franke neben seiner Maschine in Oschersleben.
Der Naumburger Lukas Franke neben seiner Maschine in Oschersleben.
Franke