Abschied aus Halle

Saale Bulls verlieren einen ihrer wichtigsten Spieler

Kyle Helms mit Frau Laura und den Töchtern Leyla und Karla. Foto: Holger John

Halle (Saale) - Dieses Spiel passte, so zeigt sich nun, perfekt zum längst beschlossenen Plan. Auch wenn Kyle Helms das selbst gar nicht wissen konnte. 5:2 gewannen die Saale Bulls Ende März ihr Heimspiel gegen die Black Dragons Erfurt. Es war der zehnte Erfolg in Serie, der Eishockey-Oberligist aus Halle schien prächtig in Form für die Playoffs.

Dann kam der Corona-Ausbruch innerhalb des Teams, der Sieg blieb deshalb der letzte der Saison. Eine riesengroße Enttäuschung, auch für Helms: „Ich denke, ohne Corona würden wir jetzt immer noch spielen.“ Der Deutsch-Kanadier kann dem Aus aber doch etwas Gutes abgewinnen: „Ich kann jetzt immerhin sagen, dass ich mit zwei Toren aufgehört habe“, sagt er und lacht.

So haben die Fans der Saale Bulls Helms in den vergangenen zwei Jahren kennengelernt: ein starker Eishockeyspieler und überaus positiver Mensch. So werden sie ihn nun auch in Erinnerung behalten müssen, denn seit Dienstag steht fest: Nach 14 Jahren als Eishockeyprofi beendet Helms seine Karriere. „Es ist der richtige Zeitpunkt“, betont er.

Kyle Helms beendet Eishockey-Karriere mit 35 Jahren

Was Helms, der an diesem Mittwoch seinen 35. Geburtstag feiert, zum Karriereende bewegt hat, ist der Wunsch, Herr über das eigene Schicksal zu bleiben. „Ich wollte aufhören, so lange ich noch gut spiele und nicht irgendwann aufhören müssen, weil mich kein Verein mehr will“, erklärt er. Daher eignet sich dieser Sieg gegen Erfurt mit Helms als Matchwinner ziemlich gut als Schlusspunkt der Karriere.

Kyle Helms hinterlässt bei den Saale Bulls eine große Lücke.
Holger John

Herr über das eigene Schicksal war er auch definitiv, wie Kai Schmitz, der spielende Sportchef der Bulls bekräftigt. „Ich habe alles versucht, ihn zu überreden noch ein Jahr weiterzuspielen, leider ohne Erfolg“, sagt der.

Nur verständlich, war Helms, der einst für München und Augsburg in der DEL auflief, doch zweimal Top-Scorer der Saale Bulls. 68 Torbeteiligungen waren es in der Saison 2019/20 in 46?Spielen, 66 nun in 39 Spielen. Was den Angreifer bei Teamkollegen besonders beliebt machte: Helms war Star ohne Allüren und immer erst auf den Pass zum Mitspieler bedacht, als den eigenen Erfolg. Fast 70 Prozent seiner Scorerpunkte waren Torvorlagen. „So war ich auf dem Eis, du musstest immer mit dem Anspiel rechnen.“

Kyle Helms verlässt Saale Bulls: Rückkehr nach Kanada als Trainer?

Diesen Teamgedanken will der Familienvater nun weiter tragen. Mit Frau Laura und den Töchtern Leyla und Karla zieht er zurück nach Kanada, will dort als Trainer arbeiten. „Ich will dem Sport, der mir so viel gegeben hat, etwas zurückgeben“, erklärt Helms.

Die Zeit in Halle, so betont er, wird er als schönen Schlusspunkt seiner Karriere in Erinnerung behalten. „Es ist ein bisschen eine zweite Heimat geworden, die Stadt hat mir und meiner Familie sehr gut gefallen“, sagt er. „Dazu hatte ich bei den Bulls tolle Mitspieler, das Team dieses Jahr war sogar eine der besten Gruppen, in denen ich je gespielt habe.“

Bei den Bulls hinterlässt Helms eine große Lücke. „Wir arbeiten aber an einem adäquaten Ersatz“, sagt Kai Schmitz. Mit einem namhaften Oberliga-Stürmer sei sich der Klub so gut wie einig. (mz/Fabian Wölfling)