Prominenter Zugang

Saale Bulls holen Oberliga-Topscorer Patrick Schmid nach Halle

Von Fabian Wölfling
Patrick Schmid im intensiven Austausch mit einem Schiedsrichter.
Patrick Schmid im intensiven Austausch mit einem Schiedsrichter. (Foto: imago/Lobeca)

Halle (Saale) - Es war ein virtuelles Saisonfinale auf meisterlichem Niveau. Rund zwei Stunden lang verabschiedeten die Saale Bulls am Mittwochabend per Livestream bei Youtube die Spielzeit 2020/21. Mit Höhepunkten der Saison, Statistiken, Interviews und einem kurzweiligen Rate- und Geschicklichkeitsduell zwischen Goalie Sebastian Albrecht und Verteidiger Eric Wunderlich.

Fast am Ende und damit dramaturgisch sinnvoll platziert, präsentierte der Eishockey-Oberligist dann auch noch seinen ersten Zugang. Als Schmankerl saß Patrick Schmid sogar in Natura im Eisdom. In den vergangenen Jahren zählte der 33-Jährige zu besten Angreifern der Oberliga, zuletzt war er mit 77 Torbeteiligungen sogar Topscorer der Nord-Staffel.

Patrick Schmid unterschreibt für zwei Jahre bei den Saale Bulls

Schmid kommt vom Vizemeister Hannover Scorpions, hat in Halle als „Königstransfer“ einen Zweijahresvertrag unterschrieben. „Ich will jedes Spiel gewinnen und zusammen mit meinen Mitspielern mit Halle den nächsten Schritt machen“, sagte der Flügelspieler über seinen Antrieb. Bereis in der kommenden Woche zieht der gebürtige Nürnberger mit Frau und Sohn nach Halle.

Überblick: So sieht die Kaderplanung der Saale Bulls aus

Dort erhoffen sie sich viel von Schmid. „Dass wir den Topscorer der Liga verpflichten konnten, ist ein Ausrufezeichen“, sagte der spielende Sportchef Kai Schmitz am Donnerstag im MZ-Gespräch. „Ich habe es immer gehasst, gegen ihn anzutreten. Weil er hart ist, auch mal provoziert, dazu aber auch richtig gut spielt. Er ist ein kompletter Eishockeyspieler.“

Kein großer Umbruch: Saale Bulls setzen auf eingeschworene Mannschaft

Obwohl Schmid einen großen Namen mit zu den Bulls bringt, soll der Transfer aber keine Abkehr vom eingeschlagenen Weg der vergangenen Saison bedeuten. Da überraschte das homogene und einsatzfreudige Team, schloss die Saison auf Platz drei ab. Dass Namen dagegen allein keinen Erfolg bringen, hatte zuvor die Saison 2019/2020 gezeigt, indem der teuerste Bulls-Kader aller Zeiten schwer enttäuscht hatte.

„Bis auf sechs Spieler bleibt die Mannschaft intakt. Wir werden daher wieder ein eingeschworenes Team stellen, das 60 Minuten lang marschiert“, betonte Kai Schmitz. Mit Spielern wie Schmid soll sie aber punktuell verstärkt und zugleich auch breiter aufgestellt werden.

Vergangene Saison mussten die Bulls teilweise in einer Notbesetzung spielen, weil Verletzungen nicht kompensiert werden konnten. „Wir planen daher diesmal mit vier Sturmreihen und sieben Verteidigern“, sagte Schmitz. „Auch um den Konkurrenzkampf im Training zu steigern.“ (mz)