Stürmer eilt ein Ruf voraus

Anführer mit speziellem Lächeln: Saale Bulls holen Kanadier nach Halle

Von Fabian Wölfling Aktualisiert: 15.06.2022, 15:02
Mathieu Tousignant eilt im deutschen Eishockey ein Ruf voraus.
Mathieu Tousignant eilt im deutschen Eishockey ein Ruf voraus. (Foto: imago/Kessler-Sportfotografie)

Halle (Saale)/MZ - Die mehr als 700 Profispiele haben unübersehbare Spuren hinterlassen. Durch Raufereien auf dem Eis und unglücklich geflogene Pucks fehlen Mathieu Tousignant einige Zähne im Mund. Der Angreifer nimmt es mit Humor, begreift es fast als Auszeichnung.

„Das ist ein Hockey-Smile“, sagt der Kanadier auf englisch - ein Eishockey-Lächeln. Es zeigt, dass der Zugang der Saale Bulls, er besetzt die zweite von drei Importstellen, ein echter Haudegen ist. Ein Spieler, der sich selbst und Gegenspieler nicht schont.

Mathieu Tousignant im deutschen Eishockey: Viele Tore und Strafen

In Deutschland eilt dem 32-jährigen Mittelstürmer, der auch schon in den USA, in Ungarn, Rumänien und zuletzt England gespielt hat, aus der Zeit in der DEL2 bei Ravensburg und Frankfurt ein entsprechender Ruf voraus.

Die Statistik belegt die zwei Seiten des Mathieu Tousignant. In der DEL2 hat er in 131 Spielen 141 Torbeteiligungen aufgelegt, zugleich aber auch 239 Strafminuten angesammelt.

„Er ist auf dem Eis eine kleine Drecksau, geht Gegnern unter die Haut“, sagt Bulls-Sportchef Kai Schmitz. „Er ist aber auch sehr torgefährlich und ein absoluter Leader. Das hat in den Playoffs ja etwas gefehlt.“

Nach der Meisterschaft in der Hauptrunde war der Eishockey-Oberligist in der K.o.-Runde bereits im Viertelfinale gescheitert. Das soll sich nächste Saison nicht wiederholen. Der Aufstieg ist das Ziel.

Mathieu Tousignant bei den Saale Bulls: Als Anführer zum Aufstieg?

Und auch der Antrieb von Tousignant. „Ich setze mir vor jeder Saison zwei Ziele, ein persönliches und eines mit der Mannschaft“, verrät er. „Persönlich will ich ein Vorbild in der Kabine sein und in jedem Spiel etwas beitragen, einen Unterschied ausmachen, das muss ich auch als Importspieler. Und mit der Mannschaft will ich aufsteigen. Die Meisterschaft ist ganz klar das Ziel.“

Die Aufstiegsambitionen der Bulls sind ein Grund, wieso der Routinier den Weg nach Halle gefunden hat. „Dazu habe ich mich auch bei Sören Sturm umgehört, den ich aus Ravensburg kenne. Er hat mir gesagt, dass Halle eine Top-Organisation ist“, erzählt Tousignant.

Ganz generell vermisste er zudem die Stimmung in Deutschland. „In Nordamerika ist es bei Spielen eher ruhig“, sagt Tousignant, der in Sheerbrooke, nahe der Grenze zu den USA, lebt. „In Deutschland sind die Fans Eishockey-verrückt, machen richtig Alarm. Das hat mich sehr beeindruckt, als ich hier gespielt habe und darauf hatte ich wieder Lust.“