„Es muss sich etwas ändern“

20 Punkte Rückstand: Meister Saale Bulls läuft seinem Anspruch hinterher

Von Fabian Wölfling Aktualisiert: 04.11.2022, 10:07
Trainer Marius Riedel kündigt Einzelgespräche mit den Profis der Saale Bulls an.
Trainer Marius Riedel kündigt Einzelgespräche mit den Profis der Saale Bulls an. (Foto: IMAGO/Fotostand)

Halle (Saale)/MZ - Der Frust fühlt sich für Marius Riedel viel zu vertraut an. Wieder einmal muss der Trainer der Saale Bulls am Fokus seiner Mannschaft zweifeln. Das klingt dann so: „Es ist das gleiche Thema, fehlende Mentalität“, sagt der 33-Jährige. Auslöser der Kritik war das 3:5 in Essen am Mittwochabend.

Der amtierende Meister der Eishockey-Oberliga Nord leistete sich einen weiteren Ausrutscher. Entscheidend diesmal: Ein desaströses zweites Drittel. „Das schenken wir her“, sagt Riedel. Aus einem 2:1 wurde ein 2:4. Das konnten die Bulls nicht mehr wettmachen.

Saale Bulls mit 20 Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze

Es war ein mächtiger Dämpfer nach zuvor drei Siegen in Folge. Die Zwischenbilanz in der Oberliga bleibt durchwachsen. Acht Siege und acht Niederlagen bedeuten Platz sieben. Weit entfernt vom eigenen Anspruch und auch schon sehr weit entfernt von der Tabellenspitze. Die alles dominierenden Hannover Scorpions sind bereits 20 Punkte voraus. Aber auch die Hamburg Crocodiles, die an diesem Freitagabend (20 Uhr) in Halle zu Gast sind, sind schon 14 Punkte entfernt.

War der Stotterstart noch mit großen Personalproblemen erklärbar, sind seit einigen Spielen bis auf Angreifer Thomas Merl alle Profis an Bord. „Wenn das der Fall ist, rollen wir das Feld von hinten auf“, hatte Sportchef Kai Schmitz Mitte Oktober gesagt.

Der erhoffte Lauf kam am Mittwoch nun aber abrupt und viel zu schnell, um Boden gut zu machen, zu einem Ende. Dabei hatten die Bulls am Sonntag noch 6:2 gegen Essen gewonnen. Offenbar führte das zu einem fatalen Überheblichkeitsgefühl beim Team.

Saale Bulls: Der Ton bei Trainer Marius Riedel wird rauer

Inakzeptabel. Wieder mal. Keine zwei Wochen ist das letzte Donnerwetter nach einem 1:3 gegen Duisburg her. „Das ist nicht unser Anspruch“, sagt Riedel nun und meint damit Auftritte wie auch den aktuellen Tabellenplatz. Am Donnerstag gab es deshalb Tacheles-Einzelgespräche. Der Ton, so lässt es der Coach durchklingen, wird noch rauer.

„Die Spieler werden mehr in die Pflicht genommen, es muss sich etwas ändern“, sagt Riedel. Gerade die erfahrenen Profis im Team wie etwa Patrick Schmid (34 Jahre), Sören Sturm (32) oder Mathieu Tousignant (32) sind gefragt.

Denn einen Meister, der immer wieder ohne Einstellung auftritt, werden Fans und die Vereinsführung der Bulls nicht mehr lange akzeptieren.