Eishockey-Oberliga

Bald drei Ausländer in der Oberliga? Saale Bulls begrüßen Vorstoß aus Riessersee

Von Fabian Wölfling Aktualisiert: 22.04.2022, 10:02 • 22.04.2022, 09:53
Drei Ausländer im Kader würden Kai Schmitz die Kaderplanung bei den Saale Bulls deutlich erleichtern.
Drei Ausländer im Kader würden Kai Schmitz die Kaderplanung bei den Saale Bulls deutlich erleichtern. (Foto: imago images/Fotostand)

Halle (Saale)/MZ - Tatu Vihavainen hat seinen Vertrag bereits verlängert, auch Landsmann Joonas Niemelä wollen die Saale Bulls gern halten. Ob das klappt, hängt davon ab, wie die Angebote für den Finnen aus der DEL2 ausfallen. Unterschreibt auch Niemelä noch einmal in Halle, wären die Planungen für die Ausländerpositionen eigentlich abgeschlossen.

Bisher dürfen in der Eishockey-Oberliga nämlich nur zwei Spieler ohne deutschen Pass eingesetzt werden. So soll der Ausbildungscharakter der dritthöchsten Liga sichergestellt werden. Zum Vergleich: In der DEL2 sind vier, in der DEL sogar neun Ausländer pro Spieltagskader erlaubt.

Die Regelung könnte sich jedoch bald ändern: Bisher noch hinter den Kulissen wird intensiv darüber diskutiert, künftig einen dritten Ausländer in der Oberliga zu erlauben.

Der Vorstoß dazu kam vom Traditionsverein SC Riessersee aus der Südstaffel. Die Oberbayern erhoffen sich eine finanzielle Entlastung. „Der deutsche Spielermarkt ist dünn und zugleich teuer. Die Preise, die abgerufen werden, sind Wahnsinn. Jeder Spieler mit Qualität kann fordern, was er will“, wird Geschäftsführer Pana Christakakis im Münchner Merkur zitiert.

Saale Bulls würden Erweiterung auf drei Kontigentspieler begrüßen

Eine Argumentation, die Kai Schmitz, Sportchef der Saale Bulls, teilt: „Die Preise, die deutsche Spieler aufrufen, sind teilweise absurd“, sagt er. „Wir Vereine sind natürlich daran beteiligt, machen ja mit. Aber ein dritter Ausländer könnte dafür sorgen, dass sich die Preise wieder etwas verringern.“

Gerade für Klubs wie die Bulls, die nicht wie viele Vereine in Bayern beständig auf Talente aus dem eigenen Nachwuchs zurückgreifen können, sondern voll auf Profis setzen müssen, würden von einer Aufstockung profitieren. Weil die Auswahl an talentierten ausländischen Spielern, etwa aus Skandinavien, Tschechien oder Nordamerika schlicht deutlicher größer ist, als an nationalen. „Es ist zum Beispiel gerade nahezu unmöglich einen guten deutschen Center zu finden“, berichtet Schmitz. „Eine dritte Ausländerstelle würde deshalb vieles einfacher machen.“

Der Kaderplaner spricht sich daher auch deutlich für den Vorstoß aus Riesersee aus. „Ich würde mich freuen, wenn das klappt“, sagt Schmitz. Das Stimmungsbild der Vereine ist aber noch nicht klar, zudem ist fraglich, ob der Deutsche Eishockey-Bund einer Erhöhung zustimmen würde.