Bleibt Aufbauspieler in Weißenfels?

Für Quinton Hooker geht der MBC an die Schmerzgrenze

Quinton Hooker spielt sich beim MBC in den Vordergrund. (Foto: imago/Kessler-Sportfotografie)

Weißenfels - Als der Schlusspfiff ertönte, riss Quinton Hooker die Arme nach oben und schrie vor Erleichterung. Mit 37 Punkten hatte der Aufbauspieler aus den USA den Mitteldeutschen Basketball Club (MBC) am Sonntag zum 81:76-Auswärtssieg in Frankfurt geführt – und damit aller Voraussicht nach zum Klassenerhalt.

„Das war wirklich eine beeindruckende Leistung von ihm“, sagte Martin Geissler am Tag danach. Doch der Geschäftsführer des Syntainics MBC wusste auch: „Für uns hat es das nicht gerade leichter gemacht, ihn bei uns zu behalten.“ Doch genau das will Weißenfels – und Geissler erklärt sogar: „Für Quinton gehen wir finanziell an unsere Grenzen!“

MBC will Quinton Hooker halten: Verhandlungen laufen

Drei Partien vor Saisonende ist der Klassenerhalt dem Syntainics MBC nur noch rechnerisch zu nehmen. Geschäftsführer Geissler sagt: „Da wird nichts mehr schiefgehen.“ Also geht es an die Kaderplanung. Bereits im Winter hatte der Klub mit Hooker und seinem Agenten über eine Vertragsverlängerung gesprochen. Damals hatte der 26-Jährige noch keinen richtigen Kopf dafür, wollte sich nur auf den Basketball und seine Familie konzentrieren. Mitte Februar wurde sein erster Sohn geboren. Danach ruhten die Verhandlungen mit Blick auf den Abstiegskampf.

Jetzt laufen die Gespräche wieder. „Seine Frau und er fühlen sich gut aufgehoben“, sagt Geissler und sieht ein weiteres, sportliches Argument für einen Verbleib: „Es wäre mit Sicherheit nicht verkehrt für ihn, wenn er sich eine weitere Saison bei uns stabilisieren würde in seinen Leistungen.“

Anführer-Qualitäten beweisen: Quinton Hooker steigert Marktwert

Im vergangenen Sommer wechselte der 1,83 Meter große Hooker aus der ersten ungarischen Liga nach Weißenfels. Seine erste Spielzeit in einer europäischen Top-Liga ist bisher von Konstanz geprägt: 13,9 Punkte und 5,1 Vorlagen gelingen ihm im Schnitt pro Partie. Starke Werte. Nun setzte er noch einen Rekord drauf: Seine 37 Punkte in Frankfurt waren Vereinsbestmarke - zwei Zähler mehr als vor 17 Jahren einmal Wendell Alexis für den MBC in einem Bundesliga-Spiel erzielt hatte.

Seine Leistungen haben jedoch Begehrlichkeiten geweckt. Zumal Hooker auch seine Anführer-Qualitäten unter Beweis gestellt hat. „Es ist zwar nicht utopisch, dass er bei uns bleibt“, sagt Geschäftsführer Martin Geissler, „aber mit Sicherheit eine Herausforderung.“ Für deren Bewältigung der Klub wohl auch wirklich an seine Grenzen gehen muss. (mz/Daniel George)