„Ein großer Sieg für den Klub“

MBC feiert Quinton Hooker und den fast sicheren Klassenerhalt

Quinton Hooker (rechts) glänzte beim Sieg des Syntainics MBC gegen Frankfurt mit 37 Punkten. Foto: Imago/Hübner

Frankfurt (Main)/Weißenfels - Der Blick aus dem Bus sorgte für Motivation. Als sich die Profis des Mitteldeutschen Basketball Clubs (MBC) am Sonnabend auf den Weg zum Auswärtsspiel nach Frankfurt am Main machten, sahen sie allerhand Spruchbänder. Sie wurden im Umfeld der Stadthalle Weißenfels von den Fans aufgehängt. Auf ihnen stand zum Beispiel geschrieben: „Haltet als Team zusammen. Wölfe geben niemals auf!“ Oder: „Ihr seid niemals alleine!“ Und: „Ihr schafft das, Jungs!“

Und tatsächlich: Die „Jungs“ schafften es. Der Zuspruch der Anhänger zeigte offenbar Wirkung. Der Syntainics MBC setzte sich auch ohne den mit dem Coronavirus infizierten Leistungsträger Michal Michalak und den angeschlagenen Spielmacher Roko Rogic am Sonntagnachmittag in Frankfurt mit 81:76 durch – und ging damit einen großen Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt, der dem Klub nun kaum mehr zu nehmen sein dürfte.

Quinton Hooker beim MBC als echter Anführer

Es war ein Bundesligaspiel mit kuriosen Vorzeichen. Nicht nur, dass Weißenfels auf seinen besten Werfer Michal Michalak und Aufbauspieler Roko Rogic verzichten musste. Den Gegner hatte es in den vergangenen Wochen sogar noch härter getroffen: 14 Tage lang befanden sich die Frankfurter nach Corona-Fällen in Quarantäne. Auch am Sonntag mussten die Gastgeber noch auf mehrere Spieler verzichten. Die Marschrichtung für Weißenfels war daher klar, Spielmacher Quinton Hooker sagte vor der Partie: „Wir müssen einfach fokussiert sein, als Gruppe zusammen bleiben und unseren Job machen.“

Hooker war dann auch derjenige, der vorrangig: Mit zwölf Punkten im ersten Spielabschnitt führte der 26 Jahre alte US-Amerikaner sein Team zu einer 24:23-Führung. Zur Halbzeitpause standen bereits 25 Zähler hinter seinem Namen auf dem Statistikbogen, vier seiner fünf Versuche aus der Distanz hatten den Weg ins Ziel gefunden. Weißenfels führte mit 49:40.

In Abwesenheit von Liga-Topscorer Michal Michalak zeigte Quinton Hooker sein offensives Können. Beeindruckend dabei: Obwohl bei ihm fast jeder Wurf ein Treffer war, überdrehte der Spielmacher nicht. Er fand stets die richtige Balance aus eigenem Abschluss und dem Auge für seine Mitspieler. Hooker spielte wie ein echter Anführer, ersetzte damit quasi Michalak als Werfer sowie Rogic als Strategen zeitgleich.

Sergio Kerusch und Kyndahl Hill unterstützen Hooker nach Kräften

In einem zerfahrenen Spiel arbeitete sich Frankfurt im dritten Spielabschnitt heran, lag vor dem letzten Viertel nur noch mit sechs Zählern zurück (58:64). In der Schlussphase eroberten sich die Hausherren sogar die Führung. Doch am Ende kämpfte sich Weißenfels zurück und holte sich den neunten Saisonsieg. Wer den Syntainics MBC zum Sieg warf? Natürlich: Quinton Hooker mit einem erfolgreichen Distanzwurf und schlussendlich zwei verwandelten Freiwürfen.

Mit 37 Zählern war der Aufbauspieler bester Werfer des Spiels, holte zudem fünf Rebounds und verteilte sechs Vorlagen. Hooker stand dabei die komplette Spielzeit über auf dem Parkett, zeigte eine unfassbare Energieleistung. Auch Publikumsliebling Sergio Kerusch überzeugte mit 14 Punkten und zwölf Rebounds, Flügelspieler Kyndahl Hill kam auf 15 Zähler und zehn Rebounds. „Wir haben als Mannschaft zusammengehalten und uns gegenseitig immer angefeuert“, sagte Quinton Hooker. Und trotz der kräftezehrenden 40 Minuten sagte er: „Das hat großen Spaß gemacht.“

Denn es war ein enorm wichtiger Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang, den aktuell Gießen belegt, beträgt nun drei Siege. Der Syntainics MBC hat bis zum Saisonende noch drei, Gießen vier Partien zu absolvieren. Kaum vorstellbar, dass Gießen all diese Partien gewinnt. Der Ligaverbleib ist für Weißenfels so gut wie sicher. „Das sollte es jetzt gewesen sein“, sagte auch Quinton Hooker. „Das war ein großer Sieg für den Klub.“ Für den er hauptverantwortlich war. (mz/Daniel George)