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Handball-Oberliga  Handball-Oberliga : Wehmut trotz Volltreffers

Von Torsten Kühl 28.06.2018, 16:13
Auf solch kraftvolle Würfe von Maximilian Fuchs (l.) wie hier im Heimspiel gegen Concordia Delitzsch müssen die Oberliga-Männer des HC Burgenland künftig verzichten.
Auf solch kraftvolle Würfe von Maximilian Fuchs (l.) wie hier im Heimspiel gegen Concordia Delitzsch müssen die Oberliga-Männer des HC Burgenland künftig verzichten. Torsten Biel

Naumburg - Seinen letzten Auftritt im Trikot des HC Burgenland hatte Maximilian Fuchs nicht während eines Handballspiels, sondern am vergangenen Sonnabend im Kirschfest-Umzug in Naumburg. Dort repräsentierte er noch einmal seinen Club und bewies zudem die Verbundenheit mit der Domstadt, dem Verein und seinen Mannschaftskollegen. Doch in der bevorstehenden Saison wird Fuchs nicht mehr für den HCB in der Mitteldeutschen Oberliga auflaufen. Die Gründe sind - wie man so schön sagt - berufsbedingt.

Der 25-Jährige ist angehender Lehrer für Sport und Geschichte. Das erste Staatsexamen hat er in der Tasche; nun folgt das 18-monatige Referendariat. „Wir haben uns sehr bemüht, dass er hier in Naumburg eine solche Stelle bekommt, und das Domgymnasium hätte Max, der super Noten vorweisen kann, auch sehr gern genommen. Doch das Schulamt hat uns leider einen Strich durch die Rechnung gemacht“, ärgert sich HCB-Präsident Uwe Gering. In Sachsen sei man dagegen viel beweglicher und entgegenkommender. „Dort werden die Personalplanungen schon sechs Wochen eher als hierzulande forciert, und die Lehrer werden auch verbeamtet“, so Gering.

Und nach Sachsen verschlägt es Maximilian Fuchs nun auch. „Ich habe eine Top-Zusage von einer sehr renommierten Schule erhalten. Dort mein Referendariat absolvieren zu dürfen, ist eine Riesenchance für mich“, sagt der gebürtige Weißenfelser. Die Rede ist vom Sächsischen Landesgymnasium für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden.

Trotz dieses Volltreffers nach der Bewerbung schwingt bei dem talentierten Handballer, der beim HCB auf der zentralen Rückraumposition eingesetzt wurde und auch in der Abwehr eine „Bank“ war, eine große Portion Wehmut mit. „Natürlich bin ich traurig. Ich wäre sehr gern in der Saale-Unstrut-Region geblieben, habe mich hier sehr wohlgefühlt. Und das neue Trainergespann mit Steffen Baumgart und Marcel Kilz ist sehr ambitioniert. Das wäre eine spannende Zeit für mich geworden. Aber es nützt leider nichts, ich muss an mein berufliches Fortkommen denken“, erklärt Maximilian Fuchs.

Auf seinen geliebten Handballsport muss Fuchs, der seine Laufbahn als Drittklässler beim Weißenfelser HV begann, ohnehin erst einmal verzichten. „Wegen meiner Knieprobleme werde ich mindestens ein halbes Jahr aussetzen. Dann möchte ich allerdings gern wieder spielen.“ Die Möglichkeit dazu bietet in Dresden zum Beispiel der Zweitbundesligist HC Elbflorenz, dessen Reserveteam zu den Konkurrenten des HC Burgenland in der Mitteldeutschen Oberliga gehört. „Der Aufwand, in der vierten Liga zu spielen, ist aber sicher zu groß angesichts der schulischen Aufgaben, die mich jetzt erwarten. Diesen Aufwand hätte ich nur für den HCB betrieben“, sagt Maximilian Fuchs. Soll heißen: „Ich werde mir eher einen Verein, der in der fünften oder sechsten Liga spielt, suchen.“

Eine Rückkehr in den Burgenlandkreis sei, so Fuchs, aber natürlich auch nicht ausgeschlossen. „Man muss sehen, wo es nach dem Referendariat einen Lehrerjob gibt, ob ich eventuell in Dresden übernommen werde oder nicht.“

Einen Nachfolger für Maximilian Fuchs würde der HC Burgenland zwar gern verpflichten, aber „die finanziellen Forderungen potenzieller Kandidaten sind einfach viel zu hoch, das ist zum Teil Wahnsinn“, meint Präsident Uwe Gering. Mit dem jetzigen Kader - der Club hat mit David Heinig (LVB Leipzig), John Le (HBV Jena) und Tobias Kaßler vom SC DHfK Leipzig bereits drei neue Spieler geholt (wir berichteten) - sei man in der Lage, in der Oberliga wieder vorn mitzuspielen. In der abgelaufenen Saison hatte das HCB-Team den vierten Rang belegt; davor war es Vizemeister geworden.