Handball-Oberliga Handball-Oberliga : Aufstiegs-Kuddelmuddel

Naumburg - Die 3. Liga: Sie ist das große Ziel von HCB-Präsident Uwe Gering, und auch der ambitionierte Coach der Burgenland-Männer, Steffen Baumgart, will mit seinen Schützlingen mittelfristig aufsteigen. Spätestens in der kommenden Saison, wenn er auf seine Neuverpflichtungen Florian Pfeiffer und Tom Hanner vom Zweitligisten Dessau-Roßlauer HV (wir berichteten) zurückgreifen kann, wird der HCB in der Mitteldeutschen Oberliga zu den Titelfavoriten gehören. Sogar schon im laufenden Spieljahr, in dem noch drei Runden auf dem Programm stehen, wäre ein Aufstieg der Burgenländer theoretisch noch möglich. Doch da müsste schon allerhand zusammenkommen. Tageblatt/MZ hat die Faktenlage sortiert.
Der Titel ist nicht mehr erreichbar. Meister kann der HCB nicht mehr werden. Sein Rückstand auf den aktuellen Spitzenreiter HC Elbflorenz Dresden II beträgt drei Spieltage vor Saisonschluss bereits sieben Punkte. Doch wenn die erste Vertretung der Dresdner aus der 2. Bundesliga absteigen sollte (wonach es zurzeit aussieht), könnte der Tabellenzweite der Mitteldeutschen Oberliga nachrücken. Könnte...
Es wird eine Aufstiegsrunde geben. Neu in dieser Saison ist, dass der Mitteldeutsche Meister nicht automatisch in die 3. Liga aufsteigen darf. Das hat auch mit der Reduzierung der 2. Liga auf 18 Teams nach diesem Spieljahr zu tun. Der HC Burgenland, der im besten Falle noch Zweiter in der „Mitteldeutschen“ werden kann (wenn er seine drei restlichen Partien gewinnt und Plauen-Oberlosa am letzten Spieltag in Dresden verliert), hat für die Aufstiegsspiele gemeldet. Geschäftsstellenleiter Gerd Lange muss nun klären, an welchem der vom Verband angebotenen Termine (18./19. Mai, 1./2. Juni, 8. Juni) das heimische „Euroville“ in Naumburg frei wäre.
Problem ist der Meldeschluss. Bis zum Sonnabend, 13. April, müssen sich die Vereine der Mitteldeutschen Oberliga entscheiden, ob sie den möglichen Aufstieg in die 3. Liga wahrnehmen würden. Dieser Termin war damit also auch der Meldeschuss für die Aufstiegs-Relegation. Problem nur: Die derzeit führende Elbflorenz-Reserve würde gern aufsteigen und muss im Falle des Titelgewinns auch an der Aufstiegsrunde teilnehmen, obwohl ihre erste Mannschaft noch aus der 2. Bundesliga absteigen kann, und deren Saison geht bis zum 8. Juni. Es könnte also sein, dass die Elbflorenz-Reserve dann gar nicht aufsteigen darf; es wäre aber zu spät für einen Nachrücker in die Relegation. Damit würde Plauen-Oberlosa - oder sogar dem HCB - diese Chance genommen. Warum man die Aufstiegsrunde nicht erst nach dem Ende der Zweitliga-Saison austrägt, bleibt ein Geheimnis des Deutschen Handball-Bundes. Aktuell haben die Dresdener in der 2. Bundesliga übrigens drei Punkte Rückstand zum rettenden Ufer. In dieser Woche haben sie sich deshalb von ihrem Coach, dem Ex-Bernburger Christian Pöhler, getrennt. Nachfolger wurde Rico Göde, Trainer der Dresdener Zweiten.
Was bedeutet das für den HC Burgenland? „Wir sind raus aus dem Aufstiegsrennen“, sagt HCB-Präsident Uwe Gering. „Wir haben es dann sicher am Ende sportlich auch nicht verdient, aber Plauen-Oberlosa liegt drei Punkte vor uns, und denen gegenüber ist es einfach nur unfair.“
Wie geht es jetzt weiter? Zunächst einmal mit dem Heimspiel an diesem Sonnabend gegen den Tabellensiebenten SG Pirna/Heidenau (19 Uhr, Naumburg, „Euroville“). Da müssen die Burgenländer auf Jan Höhne verzichten. Der Linkshänder hatte bei der 27:36-Niederlage am vergangenen Sonnabend in Dresden völlig überraschend wegen vermeintlicher Schiedsrichter-Beleidigung die Blaue Karte gesehen (Tageblatt/MZ berichtete). Zwar läuft ein Einspruch gegen diese Blaue Karte, aber dieser wird erst am kommenden Montag verhandelt. Ein Spiel Sperre gibt es für Höhne deshalb auf jeden Fall.
HCB-Trainer Steffen Baumgart: „Wir wollen alles Mögliche tun, um die angestrebte Medaille noch zu holen. Gegen die Pirnaer, die inzwischen sehr stabil sind und beim Sieg in Jena nur 17 Gegentore kassiert haben, wird das sehr schwer.“ Stephan Meyer, dessen lädiertes Knie hält, kehrt in den Oberliga-Kader des HCB zurück.
›› Bereits ab 17 Uhr gibt es am Sonnabend im „Euroville“ ein buntes Rahmenprogramm zum Startschuss des gemeinsamen Stickeralbums von HCB und E-Center Hinze (wir berichteten).