„Körperliche und geistige Wohlbefinden geopfert“

Mit 34 Jahren: Ex-HFC-Idol Timo Furuholm beendet seine Karriere

Nur Terrence Boyd traf häufiger als der Finne für Halle, der sich inzwischen in seiner Heimat Turku politisch engagiert.

Von Fabian Wölfling 26.10.2021, 16:35 • Aktualisiert: 26.10.2021, 16:47
Timo Furuholm, hier 2015 im Trikot des Halleschen FC.
Timo Furuholm, hier 2015 im Trikot des Halleschen FC. (Foto: imago/Köhn)

Turku/Halle (Saale)/MZ - Beim Halleschen FC war Timo Furuholm von 2013 bis 2016 Torjäger und Publikumsliebling. Am Dienstag hat der 34-Jährige nun erklärt, dass er seine Fußballerkarriere nach dem letzten Spiel in der finnischen Liga für seinen aktuellen Klub Turku am Sonntag beendet.

„Meine Reise mit dem Fußball war lang und sehr emotional - zum Guten oder zum Schlechten. Schmerz, Wut und Tränen. Erfolg, Glück und Hingabe. In der Umkleide war ich immer sicher, es war das langlebigste Zuhause meines Lebens. Schon der Gedanke, sie zu verlassen, verursacht immensen Schmerz. Ich habe alles gegeben. Im Gegenzug habe ich so viel bekommen, wie ich verdient habe. Gleichzeitig habe ich dem Fußball in gewisser Weise sowohl das körperliche als auch das geistige Wohlbefinden geopfert. Es kann nicht mehr weitergehen, egal wie sehr es der Geist noch will. Es ist Zeit“, teilte der Finne mit.

Timo Furuholm absolvierte 103 Drittliga-Spiele für den Halleschen FC

„Furu“ erzielte für den HFC in 103 Drittligaspielen  35 Tore.  Mit seinen Treffern war der Angreifer mehrfach Garant für den Ligaverbleib des HFC. 2015 und 2016 gewann er mit dem Klub den Landespokal. Bis vor rund einer Woche war er auch Rekordschütze des HFC in der 3. Liga. Dann übertraf ihn Terrence Boyd mit seinem 36. Tor beim 2:3 gegen den 1. FC Saarbrücken.

Wie es für Furuholm, der zehn Länderspiele für Finnland absolvierte und mit seinem Heimatverein Turku einmal finnischer Meister und zweimal finnischer Pokalsieger wurde, nach dem Karriereende weitergeht, ist offen. „Ich weiß im Moment noch nicht, was die Zukunft bringt, aber ich nehme an, es wird alles gut, wenn sie kommt.“

Der zweifache Familienvater hat sich parallel zum Fußball bereits politisch engagiert. Für die „linke Allianz“ schaffte er es in diesem Jahr im ersten Anlauf in den Stadtrat von Turku. Furuholm will sich unter anderem für einen Ausbau des Radwegenetzes und eine offene Gesellschaft ohne Rassismus einsetzen.