Ex-Trainer im Interview Ismail Atalan über HFC-Aus: „Man gibt sich kurz die Hand und geht seiner Wege“

Halle (Saale)/MZ - Am 25. Februar 2020 wurde Ismail Atalan als Trainer beim Halleschen FC entlassen. Seitdem ist es ruhig geworden um das einstige Top-Trainertalent, das schon den VfL Bochum in der 2. Bundesliga trainierte. Nun hat der 42-Jährige dem Portal „transfermarkt.de“ ein Interview gegeben und über sein HFC-Aus und seine Zukunft gesprochen.
„Ich habe mich bewusst aus der Öffentlichkeit herausgezogen, weil ich mich zunächst einmal nur auf mich fokussieren und die zurückliegenden Monate analysieren wollte“, sagte Atalan, der aktuell viel Zeit mit seiner Familie daheim verbringt. Als Trainer ist er seit dem Aus beim HFC vereinslos.
Anfragen aus „In- und Ausland“ habe es zwar immer mal gegeben, zusagen wollte der Deutsch-Türke aber nicht: „Bislang hat das Gesamtpaket einfach nicht gepasst, aber ich bin mir sicher, dass das noch kommen wird. Es ist wichtig, bei einer neuen Station ein sehr gutes Gefühl zu haben.“
Ismail Atalan: Schwere Bedingungen beim Halleschen FC
In Halle durfte Atalan nur fünf Spiele lang coachen - allerdings unter erschwerten Bedingungen. Kaum hatte Atalan seine Arbeit beim HFC aufgenommen, ging der Spielbetrieb in den Corona-Lockdown. „Ich musste sofort vom Trainingsplatz ins Auto und die Stadt verlassen. Das war für uns alle ein Schock. Wir durften nicht mehr trainieren und ich hatte keine Zeit, mir von Spielern und vom Verein einen persönlichen Eindruck zu verschaffen“, erinnert sich der Coach an den Pandemie-Ausbruch. Als „Ausrede“ will er das aber nicht gelten lassen.
Letztlich ging die Zeit von Atalan nach dem Re-Start schnell zu Ende. „Ich war davon ausgegangen, dass wir vom Trainingsstart bis zum Restart der Liga mindestens zwei Wochen Zeit bekommen würden. Dann kam der Spielplan raus und wir hatten innerhalb von sieben Tagen drei Spiele. Und dann war das Kapitel schon nach fünf Partien beendet“, sagt Atalan, der sich an seinen Abschied erinnert: „Solche Gespräche dauern nie lange. Wenn man mitbekommt, dass es vorbei ist, gibt es wenig, das beide Seiten noch zu besprechen haben. Die Entscheidung wurde getroffen, man gibt sich kurz die Hand und geht seiner Wege.“
Was seine sportliche Zukunft angeht, kann sich Atalan vieles vorstellen. „Ich bin für viele Sachen offen“, sagte der 42-Jährige, der aber nicht als Assisten arbeiten, sondern Cheftrainer bleiben will: „Ich bin aber generell für das Ausland offen und was die Liga angeht, bin ich nicht festgelegt.“