Halle besiegt Spitzenreiter MSV

HFC - MSV: Boyds Traumtor sorgt für Party gegen Duisburg

Halle (Saale) - Ein Zaubertor von Stürmer-Genie Terrence Boyd hat den Fluch beendet. Der Hallesche FC hat am Sonnabend Spitzenreiter MSV Duisburg 1:0 besiegt. Ein Vierteljahr und genau fünf Heimspiele war es her, dass der Klub zuletzt ein Drittliga-Fußballspiel im Erdgas Sportpark gewonnen ...

Von Christoph Karpe 30.11.2019, 16:00
Während Terrence Boyd schon jubelt, kann Pascal Sohm das Traumtor seines Sturmkollegen gar nicht glauben.
Während Terrence Boyd schon jubelt, kann Pascal Sohm das Traumtor seines Sturmkollegen gar nicht glauben. Holger John / VIADATA Photo

Ein Zaubertor von Stürmer-Genie Terrence Boyd hat den Fluch beendet. Der Hallesche FC hat am Sonnabend Spitzenreiter MSV Duisburg 1:0 besiegt. Ein Vierteljahr und genau fünf Heimspiele war es her, dass der Klub zuletzt ein Drittliga-Fußballspiel im Erdgas Sportpark gewonnen hatte.

Dem tollen 4:0 vom 31. August gegen Großaspach waren drei Unentschieden und eine Niederlage gefolgt - eine arg dürftige Bilanz, die den rot-weißen Klub die Tabellenführung gekostet hat. Duisburg war derweil an der Spitze enteilt. Und so stand als Aufgabe für den HFC: Sich gegen den MSV endlich mal wieder ein dreifaches Erfolgserlebnis zu verschaffen. Siegen, Abstand verringen, Fans begeistern.

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Trainer Torsten Ziegner startete das Unternehmen mit einer Änderung in der Startelf im Vergleich zum 3:0 in Jena: Dennis Mast durfte nach einer starken halben Stunde bei Carl Zeiss diesmal auf der linken Seite von Beginn an ran. Acht-Tore-Stürmer Terrence Boyd saß dagegen erneut zunächst auf der Bank.

HFC - MSV: Wenig Tochancen in der ersten Halbzeit

Die ersten Spielminuten verliefen dann so, wie ein Großteil der Partie in Jena. Der HFC überließ den Gästen die Initiative. Doch Chancen ergaben sich keine - hüben und drüben nicht. Einmal abgesehen von einem missratenen Versuch von HFC-Mittelfeldmann Björn Jopek (16.) und einem Fehlschuss von MSV-Star Moritz Stoppelkamp (22.).

Die Top-Teams belauerten sich, warteten auf Fehler des Gegners. Doch niemand tat dem anderen den Gefallen. Glück hatte der HFC als in der 32. Minute eine Flanke von Lery-Jacques Mickels über Torwart Kai Eisele hinweg segelte und gegen den langen Pfosten klatschte. Wenig später verpasste Stoppelkamp einen Kopfball. Jonas Nietfeld hielt mit einem Distanzschuss (35.) dagegen.

Aber offensiv überzeugen konnte der HFC nicht. Aber noch hatte er gegen selbstbewusste Gäste das Visier unten, spielte außerdem im Angriff ein paar Fehlpässe zuviel. Die beste Chance hatte dann Bentley Baxter Bahn, der in der 41. Minute mit einem Distanzschuss aus 16 Metern Gäste-Keeper Leo Weinkauf aber nicht überwinden konnte. Ähnlich erging es dann Jonas Nietfeld (43.). Plötzlich waren die Hausherren überlegen. Die Schlussoffensive machte den Fans Lust auf mehr.

Zwei Mal rettet der Pfosten für den HFC

Beidseits personell unverändert ging es nach dem Seitenwechsel weiter. Allerdings nicht lange. Ziegner wechselte Jopek gegen Julian Guttau aus (52.). Wenig später verhinderte dann der Pfosten zum zweiten Mal einen Rückstand für den HFC. Stoppelkamp, glänzend freigespielt, hatte diese Riesenchance.

Danach musste Eisele retten, der im Eins-gegen-Eins-Duell mit Ahmet Engin die Nerven behielt und großartig klärte. Würde der Tanz auf der Rasierklinge noch lange gut gehen? Sorge machte sich unter den 7508 Zuschauern breit. Nach 61 Minuten tauschte der HFC-Coach Jonas Nietfeld gegen Boyd aus, um im Angriff mehr Durchschlagskraft gegen die MSV-Abwehr mit dem 19-jährigen Vincent Gembalies in der Zentrale zu entwickeln.

HFC jubelt spät: Terrence Boyd erzielt das Tor des Jahres

Das Spiel nahm auf jeden Fall zunächst an Tempo zu - nur nicht die Chancendichte. Nach einer Guttau-Flanke kam Boyd nicht an den Ball. In der 77. versemmelte dann Zebra-Sturmtank Vincent Vermeij die Gäste-Führung, als er nach einer Ecke Eisele den Ball aus fünf Metern in die Arme köpfte. Längst war der HFC gut bedient mit dem torlosen Spielstand.

Und dann gab es den unglaublichen Geniesterich von Boyd, der in der 89. Minute mal eben aus 45 Metern abzog und den Ball unhaltbar über den Gästekeeper im Tor platzierte. Ein Tor des Jahres! (mz)

Statistik: Hallescher FC - MSV Duisburg 1:0 (0:0)

HFC: Eisele - Vollert, Mai, Landgraf - Hansch (77. Drinkuth), Papadopoulos, Jopek (53. Guttau), Mast - B.B. Bahn, Sohm - Nietfeld (61. Boyd)
MSV: Weinkauf - Bitter, Gembalies, Sicker, Scepanik - Albutat (90.+2 Karweina), Ben Balla - Engin (76. Daschner), Stoppelkamp, L.-J. Mickels (76. Budimbu) - Vermeij
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Zuschauer: 7508
Tore: 1:0 Boyd (90.)
Gelbe Karten: Jopek (5), Vollert (1) / Albutat (2), Vermeij (3)

Es darf gejubelt werden: Terrence Boyd entschied mit seinem Traumtor das Spitzenspiel gegen den MSV Duisburg für den Halleschen FC.
Es darf gejubelt werden: Terrence Boyd entschied mit seinem Traumtor das Spitzenspiel gegen den MSV Duisburg für den Halleschen FC.
Holger John / VIADATA Photo