Auswärtssieg für Halle

Auswärtssieg für Halle: "Klinsis" HFC gewinnt in Unterhaching

Unterhaching - Sven Köhler stand in der Mitte des Alpenbauer-Sportparks und beobachtete das Aufwärmen seiner Spieler als auf der Tribüne die Aufstellungen für die Drittligapartie zwischen der SpVgg Unterhaching und dem Halleschen FC verteilt wurden. Den Namen vom HFC-Coach suchte man aber vergebens. Stattdessen wurde dort Jürgen Klinsmann als Trainer der Saalestädter ...

Von Karl Ebert 27.08.2014, 11:56

Sven Köhler stand in der Mitte des Alpenbauer-Sportparks und beobachtete das Aufwärmen seiner Spieler als auf der Tribüne die Aufstellungen für die Drittligapartie zwischen der SpVgg Unterhaching und dem Halleschen FC verteilt wurden. Den Namen vom HFC-Coach suchte man aber vergebens. Stattdessen wurde dort Jürgen Klinsmann als Trainer der Saalestädter vermeldet.

Hachings Präsident Manfred Schwabl, der Ex-Profi des FC Bayern München, entschuldigte sich für den Lapsus, sagte aber: "Ich weiß nicht, welcher Schelm sich dabei was gedacht hat." Köhlers "Rache" war bitter. Die Sphinx von der Saale, die zu Hause kaum etwas zustande bringt, schlug auswärts erneut zu und gewann mit 4:0 (3:0).

Heimspielsieg erwünscht

"Bereits die zweite Halbzeit gegen Stuttgart hatte mir die Hoffnung gegeben, dass wir in Haching etwas mitnehmen können. Am Anfang hatten wir das nötige Glück. Nach dem 3:0 war die Partie noch nicht entschieden. Ein Gegentor hätte noch einmal Spannung gebracht", sagte Köhler. "Deshalb hätten wir in der zweiten Halbzeit unsere Konterchancen viel besser ausspielen müssen. Dann wäre früh alles klar gewesen." Angesprochen auf die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen schüttelte HFC-Kapitän Tim Kruse nur den Kopf: "Ich kann es nicht erklären. Wir müssen jetzt am Sonnabend zu Hause gegen Dortmund nachlegen, dann enden diese Diskussionen."

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Entgegen erster Ankündigungen veränderte Köhler sein Team für den Auftritt beim Tabellenzweiten kaum. Selim Aydemir kam neu in die Mannschaft und besetzte die rechte Außenbahn. Sascha Pfeffer rückte für Sören Bertram auf Links. Auch die nach ihren Fehlern gegen die Stuttgarter Kickers arg kritisierten Patrick Mouaya und Robert Schick erhielten eine neue Bewährungschance. Große Freude über seinen ersten Einsatz in der Startelf hatte Aydemir allerdings nicht. Bereits nach 25 Minuten musste der 23-Jährige mit einer Muskelverletzung vom Platz. Für ihn kam Tony Schmidt, der nach seiner Knieverletzung aus der letzten Saison auch erst gerade einmal acht Minuten Spielpraxis gegen die Stuttgarter Kickers bekommen hatte.

Furuholm und Gogia sorgen für eindeutiges Ergebnis

Doch als würden die Köhler-Elf all diese verletzungsbedingten Rückschläge und personellen Veränderungen gar nicht anfechten, legte sie auswärts wieder los wie die Feuerwehr. Nachdem Torwart Pierre Kleinheider gegen Andreas Voglsammer (2.) und Benjamin Schwarz (16.) einen Rückstand verhindert hatte, traf Timo Furuholm mit der ersten HFC-Chance nach Vorarbeit von Andy Gogia zur Führung (20.). Gogia, der im Vergleich zu seiner blutarmen Vorstellung gegen Stuttgart nicht wieder zu erkennen war, legte dann gleich nach. Nach einer halben Stunde zirkelte er einen Freistoß aus 22 Metern in den Winkel des Hachinger Gehäuses, sechs Minuten später traf er per Kopf und sorgte für die erste Abwanderungswelle der einheimischen Zuschauer. Drei Chancen, drei Tore – besser geht Effektivität nicht mehr.

Der HFC beschränkte sich nach dem Seitenwechsel nicht auf das Verwalten des Vorsprungs, sondern spielte weiter nach vorn. Allerdings bis auf Furuholms zweiten Treffer (83.) nicht mehr mit der Effizienz der ersten Hälfte. Auch die HFC-Abwehr, die zuletzt sehr viel Schelte einstecken musste, fand immer mehr zu Sicherheit - und Kleinheider hielt mehrmals großartig. „Toller Auftritt. Ich habe die Truppe jetzt das erste Mal live gesehen. Besser kann man das nicht machen“, meinte der verletzte HFC-Mittelfeldspieler Björn Ziegenbein, der seine Knieverletzung in der Reha in München auskuriert und Beobachter war.