4:0-Sieg in Mannheim

4:0-Sieg in Mannheim: HFC schießt sich mit Tor-Gala an die Tabellenspitze

Mannheim - Der Hallesche FC ist zurück an der Tabellenspitze der dritten Liga. Am Samstag gab es vor 9959 Zuschauern beim SV Waldhof Mannheim ein 4:0, das viel deutlicher klingt, als es war. Weil Spitzenreiter Unterhaching in Braunschweig nur 0:0 spielte ist der HFC dadurch wieder auf dem ersten ...

Von Fabian Wölfling 19.10.2019, 15:58
Pascal Sohm (l.) holt sich die Glückwünsche seiner Teamkollegen nach dem Tor zum 2:0 bei Waldhof Mannheim ab.
Pascal Sohm (l.) holt sich die Glückwünsche seiner Teamkollegen nach dem Tor zum 2:0 bei Waldhof Mannheim ab. www.imago-images.de

Der Hallesche FC ist zurück an der Tabellenspitze der dritten Liga. Am Samstag gab es vor 9959 Zuschauern beim SV Waldhof Mannheim ein 4:0, das viel deutlicher klingt, als es war. Weil Spitzenreiter Unterhaching in Braunschweig nur 0:0 spielte ist der HFC dadurch wieder auf dem ersten Platz.

Wer kann Mai? Das war die große Frage, die das Trainerteam des HFC in der Länderspielpause mit sich herumtrug. Die Antwort: Antonios „Papa“ Papadopoulos soll es können. Der bekam seinen ersten Startelfeinsatz für den HFC und ersetzte Kapitän Jan Washausen, der gegen Zwickau arge Probleme als Mai-Vertreter hatte. Dazu durfte sich der zuletzt nicht mehr ganz so effektive Felix Drinkuth zunächst von außen ein Bild vom Spiel machen, Julian Guttau rückte in die Startelf.

HFC in Mannheim: Schweigeminute vor dem Anpfiff

Nach einer Schweigeminute für Kevin und Jana, die Opfer vom 9. Oktober, und einer deutlichen Ansage samt Choreo der Waldhof-Fans gegen das Choreo-Verbot der Vereinsführung stand dann das Sportliche im Blick. Da offenbarte sich, dass der HFC nicht nur personell, sondern auch taktisch anders agierte. Mit Dreier- statt wie gegen Zwickau mit Viererkette.

Die erste Chance hatte Mannheim durch einen Freistoß aus rund 20 Metern. Marcel Hofrath zielte aufs linke Eck, Kai Eisele konnte parieren. Es passte aber, der SV Waldhof brachte den HFC in der Anfangsphase durch energische Zweikampfführung und schnelles Umschalten Schwierigkeiten. Gerade der Neue, Papadopoulos, hatte als zentraler Abwehrmann Probleme, musste mehrfach zum Foul als letztes Mittel greifen. Bentley Baxter Bahn tat sich früh als Anpeitscher und Korrektor seiner Mitspieler hervor.

Erst eine missratene Kopfballabwehr brachte die erste gute Chance für den HFC, Terrence Boyd kam dadurch zum Abschluss, aber Timo Königsmann konnte den Schuss parieren.

HFC mit Doppelschlag kurz vor der Pause

Am Spielbild änderte das aber wenig, Mannheim war das wachere, entschlossenere, einfach bessere Team und setzte dem HFC immer wieder zu. Fast jeder Angriff brachte Gefahr vor das hallesche Tor, während sich Halle selbst kaum vor das gegnerische Tor spielen konnte. In der 33. Minute gelang das aber mal wieder, diesmal kam Jonas Nietfeld zum Schuss, aber Königsmann war schnell in seinem kurzen Eck. Noch besser die Parade kurz darauf gegen Julian Guttau, der von Nietfeld schön freigespielt worden war.

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Ein Konter brachte Mannheim dann fast die Führung: Gian-Luca Korte wurde vom Ex-Hallenser Dorian Diring eingesetzt, scheiterte aber im Eins-gegen-Eins an Eisele. Danach fiel Kevin Koffi nach einem Solo zu leicht im Strafraum. Schiedsrichter Patrick Alt entschied zu Recht auf Weiterspielen.

Aber gerade als der HFC defensiv mächtig wackelte, schaltete er mal kurz in den Spitzenteam-Modus: Erst wollte in der 45. Minute kein Mannheimer Boyd im Strafraum angreifen, der dadurch Nietfeld bedienen konnte. Der schoss aus der Drehung hart aber unplatziert aufs kurze Eck. Der bisher gute Königsmann ließ den Ball jedoch ins Tor prallen. Ein Schnitzer.

Pascal Sohm erzielt ein Traumtor

Pure Klasse dann aber das 2:0 von Pascal Sohm. Der zuletzt bereits so formstarke Angreifer schickte nach Pass von Nietfeld Waldhof-Verteidiger Marcel Seegert Karussellfahren und setzte den Ball unter die Latte. Traumtor und 2:0 innerhalb von 117 Sekunden. Eine eigentlich viel zu hohe Halbzeitführung. Aber die Mannheimer Fans sagten es auf dem Weg zum Halbzeitbier treffend: „Die sind abgezockter!“

Und glücklicher: Denn gleich mit dem ersten Angriff nach der Pause traf Mannheim die Latte. Julian Guttau ließ sich auf links überlaufen, die Flanke fand Koffi, der per Kopf aber nur das Gestänge traf. Der Nachschuss flog dann drüber.

Eine komplett unnötige Pyroaktion der HFC-Fans sorgte dann für eine Unterbrechung des Spiels. Der ganze Platz war mit schwarzem Rauch zugenebelt. Das wird eine weitere saftige Strafe für den Verein geben.

HFC-Fans sorgen für Spielunterbrechung in Mannheim

Den HFC brachte die Zwangspause erstmal nicht wieder in die Spur. Stattdessen hatte Max Christiansen für Mannheim die nächste Riesengelegenheit: Der Mittelfeldmann entwischte der ganzen HFC-Abwehr, schoss aber über das Tor. Längst hätte Waldhof mindestens ein Tor machen müssen. HFC-Trainer Torsten Ziegner hatte ein Einsehen und brachte Kapitän Washausen für den überforderten Papadopoulos.

Kurz darauf der nächste Rückschlag für die Gastgeber: Nach einem Zusammenprall mit Boyd musste Torwart Königsmann mit einer Platzwunde vom Feld, Miro Varvodic, der dritte Keeper, kam ins Spiel. Die eigentliche Nummer Eins Markus Scholz fehlt länger mit einem Kreuzbandriss.

Mit Washausen war der HFC nun aber endlich stabiler der Abwehr und schlug vorn dann mit Boyd in der 74. Minute ein drittes Mal zu. Der Angreifer ließ nach einer Ecke am Fünfmeterraum einen Gegenspieler aussteigen und schlenzte den Ball ins Tor. Danach kam der angekündigte „Babyzyklop“: Boyd, dessen zweite Tochter am Dienstag geboren worden war, jubelte mit dem Ball unter dem Trikot, einem Arm zum Zyklop und dem Nuckeldaumen. Da musste sogar Trainer Ziegner herzhaft lachen.

HFC siegt am Ende deutlich zu hoch

In der 80. Minute verließen dann die ersten Zuschauer den Rasen. Der Grund: Halle legte ein weiteres Tor nach. Nach einem Konter konnte Varvodic gegen Guttau zunächst parieren, im zweiten Anlauf traf dann der für Boyd gerade erst gekommene Felix Drinkuth aus kurzer Distanz zum 4:0. Angesichts der Spielanteile ein irrwitziger Zwischenstand.

Bei dem blieb es dann auch. Für den HFC geht es nun als Tabellenführer nächste Woche gegen Meppen im Erdgas Sportpark weiter. (mz)

Statistik: SV Waldhof Mannheim - Hallescher FC 0:4 (0:2)

SVW: Königsmann (60. Varvodic) - Marx, Schultz, Seegert, Hofrath - Christiansen, Schuster - Ferati (72. Bouziane), G. Korte (82. Conrad), Diring - Koffi
HFC: Eisele - Vollert, Papadopoulos (56. Washausen), Landgraf - Göbel, Bahn, Jopek, Guttau - Nietfeld (85. Hansch) - Boyd (79. Drinkuth), Sohm
Schiedsrichter: Patrick Alt (Heusweiler)
Zuschauer: 9959
Tore: 0:1 Nietfeld (45.), 0:2 Sohm (45.), 0:3 Boyd (75.), 0:4 Drinkuth (81.)
Gelbe Karten: Seegert (3), Christiansen (2), Schultz (2), Diring (2) / Guttau (1), Bahn (2), Papadopoulos (3), Boyd (4), Jopek (3)