Erste Niederlage unter Schnorrenberg

1860 München - HFC im Liveticker: Jetzt live: Hält Schnorrenbergs Erfolgs-Serie?

München/Halle (Saale) - Der Hallesche FC hat im vierten Spiel unter Trainer Florian Schnorrenberg die erste Niederlage kassiert. 1:2 (1:1) hieß es bei 1860 München, womit der HFC einen Schritt aus dem Tabellenkeller ...

Von Christoph Karpe 21.06.2020, 13:45
Stefan Lex (l.) trifft zum 1:0 für 1860 München.
Stefan Lex (l.) trifft zum 1:0 für 1860 München. Holger John

Der Hallesche FC hat im vierten Spiel unter Trainer Florian Schnorrenberg die erste Niederlage kassiert. 1:2 (1:1) hieß es bei 1860 München, womit der HFC einen Schritt aus dem Tabellenkeller verpasste.

Schnorrenberg hatte mit seiner Aufstellung verblüfft. Der verletzte Abwehrchef Sebastian Mai war zwar wie erwartet in Halle geblieben. Aber die Stammkräfte Terrence Boyd, Pascal Sohm und Toni Lindenhahn saßen zunächst auf der Bank. Das saß ganz danach, als ob der Coach  seine wichtigen Spieler schon für das Spiel am Mittwochabend gegen Carl Zeiss Jena schonen wolle.  „Wir haben  in sechs Tagen drei Spiele. Und  die zweite Halbzeit gegen  Magdeburg viele Körner gekostet“, begründete  Schnorrenberg seine Rotation und hoffte:  „Wir haben nun Frische auf dem Platz  - und die Jungs wollen zeigen, dass sie zu unrecht nicht auf dem Platz gestanden haben.“

So bildeten Jannes Vollert und Anthony Syhre das zentrale Abwehrgespann, davor stellten Jonas Nietfeld  und Dennis Mast als Doppelsechs die Räume zu. Das Sturmduo bildeten Mathias Fetsch und Bentley Baxter Bahn, der erstmals die Kapitänsbinde trug.

Lex läuft Syhre davon und trifft früh für 1860

In der 8. Minute war alle Hoffnung auf einen möglichst lange Zeit torlosen Spielstand verflogen. Vorn verlor der HFC den Ball, 1860 konterte. In der Zentrale lief dann Stefan Lex seinem Bewacher Syhre davon und überwand Keeper Kai Eisele zum 1:0 für die Hausherren -  eine sehr einfache Übung. Lex hatte übrigens schon im Hinspiel in Halle das Tor zum 1:0-Sieg der Löwen geschossen.

In der 19. Minute hätte der HFC einen Elfmeter bekommen können. Beim Zweikampf zwischen Fetsch und Marco Hiller erwischte der 1860-Torwart den HFC-Angreifer am Fuß - der Schiedsrichter erkannte dies nicht als Foul an. Doch in dieser Phase waren die Gäste besser im Spiel und bemühten sich vermehrt um offensive Aktionen.

Syhre trifft nach einer Ecke zum Ausgleich für den HFC

In der 32. Minute  erzielte das HFC-Abwehrduo mit vereinten Kräften den 1:1. Julian Guttau schlug  eine seiner gefährlichen Ecken auf den Kopf von Vollert. Der lenkte ihn in den Fünfmeterraum wo Syhre lautere und entschlossen einköpfte. Völlig verdient dieser Ausgleich. Drei Minuten später verpasste Marcel Hilßner, der entschlossen in den Strafraum gedribbelt war, das Abspiel zu einem besser postierten Mitspielern und schoss stattdessen am Tor vorbei. Da war weitaus mehr drin. In der 39. Minute war ein Distanzschuss von Sascha Mölders die zweite Gelegenheit für die 60er. Der Ball strich nur knapp am HFC-Kasten vorbei.

Aber zur Halbzeit war zu konstatieren: In einem Spiel mit überschaubarem Tempo und mittelprächtiger Qualität war der HFC  sogar das bessere Team.

Mölders drückt Syhre weg und trifft für 1860

Auch deshalb wurde zur Pause auf Gästeseite nicht gewechselt. In der 47. Minute rutschte  Syhre - wieder nach Guttau-Eckball - dann zunächst der Ball über den Scheitel und über das 1860-Tor. In der 50. Minute kassierte der HFC aber den erneuten Rückstand in einem Luftzweikampf stellte Routinier Mölders mit all seiner Körpermasse seinen Bewacher Syhre ganz  mühelos zur Seite und hatte dann freie Bahn zu seinem  Treffer zum 2:1.  Der zweite Schuss auf das HFC-Tor war wieder drin.

Halles Riesenchance zum Ausgleich vergab Fetsch nur fünf Minuten später. Nach einem Konter über Guttau bekam er am Elfmeterpunkt ein Zuspiel von Hilßner, doch der Routinier traf die Kugel kaum. Sie ging ins Nirgendwo. In der 58. kam Toni Lindenhahn für den unauffälligen Nietfeld. Nur eine Minute später sah Fetsch erneut höchst unglücklich aus, als er nach Guttau-Flanke den Ball in die Arme des Keepers anstatt einfach im Netz platzierte. Der Mann wird kein Torjäger mehr. Ein besseres Beispiel für die fehlende Gefährlichkeit gab es nicht mehr. Fetsch wurde folglich fast postwendend gegen Terrence Boyd ausgewechselt. Pascal Sohm durfte anstelle von Guttau mitmischen.  Das Signal: Schnorrenberg wollte unbedingt mindestens einen Zähler mitnehmen.

Mölders tifft nur die Latte - Glück für den HFC

Das Spiel wurde schneller und zerfahrener - vor allem bei den Gästen. Dem HFC fehlte Präzision, 1860 wurde  gefährlicher. Boyd (72.) köpfte  nach einem Freistoß aus zwölf Metern in die Arme  des Torwarts. Aber nach einem Foul von Lindenhahn im Strafraum auf der anderen Seite an Mölders hätte es durchaus Elfmeter für 1860 geben können. In der 77. Minute hatte der HFC  erneut Glück. Mölders köpfte an die Latte. Den Nachschuss verzog Dennis Erdmann nur knapp. Halle bettelte um einen höheren Rückstand. Eisele rettete gegen Mölders (79.) erst im Eins-gegen-Eins, dann gegen einen Distanzschuss des plötzlich elanvollen 35-jährigen Routiniers.

Boyd verpasst den Ausgleich mit der Hacke

Die Roten brachten dagegen lange Zeit keinen vernünftigen Angriff mehr zustande.  Trotzdem: Wenn Boyd   in der 86. Minute aus Nahdistanz nicht nur den Torwart getroffen hätte, oder wenig später sein Abschluss per Hacke durchgerutscht wäre, wäre ein Punkt möglich gewesen. Doch Konjunktive sind nicht zählbar. So gab es die erste Pleite für den HFC unter Schnorrenberg, die lange Zeit völlig  unnötig  war und die nun  die Abstiegsnot wieder verschärft hat. Gegen das schon abgestiegen Carl Zeiss Jena ist am Mittwoch ein Sieg nun absolute Pflicht. (mz)

Szene aus dem Hinspiel zwischen dem HFC und 1860 München.
Szene aus dem Hinspiel zwischen dem HFC und 1860 München.
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