WM-Qualifikation Schüller auf der Suche nach dem verlorenen Spaß
Dass man „auf keinem guten fußballerischen Level war“ - solche Sätze hört man von Profis selten. Lea Schüller sucht nach schwierigen Monaten beim FC Bayern und im Nationalteam keine Ausreden.

Frankfurt/Main - Torjägerin Lea Schüller hofft nach ihrem Wechsel zu Manchester United auf einen erfolgreichen Neustart im Fußball-Nationalteam. Die 28-Jährige zeigte sich nach ihrem verlorenen Stammplatz im vergangenen Jahr sehr selbstkritisch. „Ich glaube, dass genau das, dieses Athletische, das ganze Körperliche für mich einfach ein Punkt war, weshalb ich nach England gegangen bin“, sagte die frühere Stürmerin des FC Bayern in einer DFB-Medienrunde. „Das war einfach noch nie so richtig meine Stärke.“
Sie sei aber der Meinung, dass sie sich da schon in kurzer Zeit weiterentwickelt habe. Schüller war in der Winterpause nach fünfeinhalb Jahren in München in die Women's Super League gewechselt. Nachdem die Angreiferin (54 Tore in 82 Länderspielen) bei den Nations-League-Finals gegen Spanien Ende vergangenen Jahres aus familiären Gründen fehlte, gehört sie nun wieder zum Aufgebot von Bundestrainer Christian Wück.
„Sehr, sehr happy in England gerade“
Die DFB-Auswahl startet am Dienstag (17.45 Uhr/ARD) in Dresden gegen Slowenien in die WM-Qualifikation, am Samstag (18.00 Uhr/ZDF) geht es in Stavanger gegen Norwegen weiter. Dritter Gruppengegner ist Österreich.
„Ich glaube, was die Art und Weise des Spiels angeht, sind Bayern und United komplett unterschiedlich“, sagte Schüller. „Das Körperliche und Athletische ist generell, was englische Mannschaften ausmacht.“ Das Athletiktraining steht sehr im Fokus. Auch werde mehr auf Umschalten gesetzt: „Es ist ein bisschen auf weitläufigeres Spiel ausgerichtet, was auch meinem Spielstil zugutekommt. Ich bin sehr, sehr happy in England gerade.“
Stammplatz verloren
Schüller hatte bei der EM 2025 in der Schweiz ihren Platz in der Sturmspitze an Giovanna Hoffmann verloren. Die Leipzigerin fehlt derzeit wegen eines Kreuzbandrisses. Nach dem Turnier setzte Wück vermehrt aufs Frankfurts Nicole Anyomi.
„Die letzten Monate waren nicht sonderlich einfach. Das hatte natürlich einfach damit zu tun, dass ich auch sehr unzufrieden war, auf keinem guten fußballerischen Level war“, räumte Schüller ein. „Das ist das, was ich gerade wieder versuche, mir zu erarbeiten: In Manchester an meinen Schwächen zu arbeiten, aber vor allem auch wieder an meinen Stärken zu arbeiten.“
Wiedersehen mit München in der Königsklasse
In Manchester muss Schüller ebenfalls um einen festen Platz im Team kämpfen. „Ein Stück weit wieder mehr Spaß zu haben - das möchte ich mit hierher bringen“, sagte sie. Das nächste Wiedersehen mit ihren „Münchner Mädels“ gibt es für die Stürmerin im Champions-League-Viertelfinale zwischen den Bayern-Frauen und Manchester United Ende März/Anfang April. „Einfach ein cooles Los“, sagte Schüller.