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Fußball  Fußball : Keine englischen Wochen auf Kreisebene

09.12.2020, 09:54
Die Fußballplätze in der Saale-Unstrut-Finne-Region sind - wie hier in Mertendorf - derzeit für den Trainings- und Spielbetrieb gesperrt.
Die Fußballplätze in der Saale-Unstrut-Finne-Region sind - wie hier in Mertendorf - derzeit für den Trainings- und Spielbetrieb gesperrt. Torsten Biel

Naumburg - Ein Ende des aktuellen Lockdowns ist nicht in Sicht; derzeit droht eher noch eine Verschärfung. Wie in den anderen Sportarten im Amateurbereich ruht auch bei den Fußballern hierzulande der Spielbetrieb. Die Existenz mancher Vereine steht auf dem Spiel, sollten einige ihrer Aktiven - vor allem die Kinder und Jugendlichen - nach der langen Zwangspause nicht in den Trainings- und Wettkampfbetrieb zurückkehren. Auch die finanziellen Belastungen durch Pacht und Nebenkosten oder wegbrechende Sponsorenleistungen sind für die Sportgemeinschaften in der Saale-Unstrut-Finne-Region sehr groß.

Holger Behrens und Torsten Kühl sprachen für Tageblatt/MZ über diese und andere Themen mit dem für den Spielbetrieb im Vorstand des Kreisfachverbandes (KFV) Fußball Burgenland zuständigen Vizepräsidenten Tobias Czäczine.

Wie ist der Stand der Dinge? Welche Gedankenspiele gibt es derzeit im KFV-Vorstand?

Czäczine: Aktuell sind sowohl der Fußballverband Sachsen-Anhalt als auch die Kreisfachverbände in ihren Planungen abhängig von den politischen Entscheidungen. Natürlich gibt es Gedankenspiele zur Fortsetzung des Spielbetriebs (zum Beispiel Play-offs mit Auf- und Abstiegsspielen, Fortsetzung soweit wie möglich und anschließend Quotientenregel, Verlängerung der Spielzeit), die allerdings erst konkreter werden können, sobald wir wissen, welches Zeitfenster für die laufende Saison zur Verfügung steht und an welche Vorgaben des Landesverbandes wir uns halten müssen.

Wird es nach einem möglichen Re-Start auf Kreisebene englische Wochen geben?

Priorität nach dem Lockdown hat es, wie bereits im Tageblatt/MZ-Artikel vom 20. November geschildert, zunächst die Hinrunde zu beenden, um eine faire Wertungsgrundlage zu haben. Natürlich werden wir uns dabei allerdings auch am FSA orientieren, wobei aber die Möglichkeit besteht, dass in einigen Kreisen Fußball gespielt werden kann, in anderen wiederum nicht. Fest steht, dass es für unser Kreisgebiet keine englischen Wochen geben wird. Dies ist für keinen Verein abbildbar.

Wie sieht der Fahrplan des KFV Burgenland aus?

Sobald die politische Freigabe zur Aufnahme des Trainings- und Spielbetriebs vorliegt, werden wir die Vereine mittels einer Umfrage wieder mit ins Boot holen und diese Ergebnisse in die anschließende Diskussion mit dem FSA einbeziehen. Bis dahin informieren wir unsere Vereine regelmäßig über das DFBnet-Postfach, sobald uns Neuigkeiten vorliegen. Alles andere ist aktuell leider immer noch ein Blick in die Glaskugel - uns bleibt, wie auch den Vereinen, nur die Möglichkeit abzuwarten. Aktuell glaube ich persönlich nicht an eine realistische Fortsetzung des Spielbetriebs vor Mitte/Ende März, wobei den Vereinen ja auch ein Trainingsvorsprung von circa drei Wochen eingeräumt werden muss. Stand jetzt ist bis 11. Januar 2021 im Burgenlandkreis kein Trainingsbetrieb möglich. Danach kann man weiterhin nur von Verfügung zu Verfügung schauen und nicht in vorschnellen Aktionismus verfallen. Leider müssen wir uns alle in Geduld üben.

Von mehreren Vereinen gab es die Frage, ob der Vorstand des KFV über ein Entgegenkommen nachdenkt, was zum Beispiel die verschiedenen Beiträge betrifft?

Bezüglich der Startgebühren sowie des entrichteten Beitrages für die Trikotwerbung der Vereine sind wir zunächst an die Finanz- und Wirtschaftsordnung des FSA gebunden. Sobald hier vom Landesverband ein Okay vorliegt, dass - wie bereits in dieser Saison - auch in der kommenden Spielzeit ein Corona-Bonus veranschlagt werden kann, werden wir dies auch unter Beachtung des Fortschreitens der aktuellen Saison diskutieren. (Anmerkung der Redaktion: Vor der - zurzeit gestoppten - Saison 2020/21 hatten die Vereine für ihre Mannschaftsmeldungen einen Corona-Bonus erhalten. So mussten für den Start in der Kreisoberliga nur 300 statt 350 Euro, in der Kreisliga 200 statt 250 Euro sowie in der Kreisklasse lediglich 100 statt 150 Euro gezahlt werden.)

Wie groß wird der Imageschaden für den Fußballverband Sachsen-Anhalt nach dem in dieser Woche bekannt gewordenen Finanzskandal sein? Befürchten Sie negative Auswirkungen auf den KFV Burgenland und die hiesigen Vereine?

Wir haben am vergangenen Montag von der Problematik erfahren und können aufgrund des laufenden Verfahrens weder Mutmaßungen noch Aussagen treffen. Wichtig ist, dass dies vollumfänglich aufgeklärt wird. Hier haben wir als KFV Burgenland allerdings vollstes Vertrauen in die Gremien des FSA sowie die extern beauftragten, unabhängigen Dienstleister. Wie hoch der Image- sowie wirtschaftliche Schaden sein wird, lässt sich erst hinterher beziffern.

Vielen Dank für das Gespräch!

Gern. Wichtig ist, dass alle gesund bleiben, damit wir im neuen Jahr der schönsten Nebensache der Welt und unserem Hobby wieder nachgehen können.

Tobias Czäczine ist als Vizepräsident des Kreisfachverbandes (KFV) Fußball Burgenland für den Spielbetrieb zuständig.
Tobias Czäczine ist als Vizepräsident des Kreisfachverbandes (KFV) Fußball Burgenland für den Spielbetrieb zuständig.
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