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Euro 2020 Kniefall vor dem Anpfiff: DFB-Team schließt sich Englands Aktion an

Aktualisiert: 29.06.2021, 11:52
Englands Nationalspieler gehen vor Anpfiff auf die Knie - die deutsche Mannschaft schließt sich dieser Geste am Dienstag im EM-Achtelfinale an.
Englands Nationalspieler gehen vor Anpfiff auf die Knie - die deutsche Mannschaft schließt sich dieser Geste am Dienstag im EM-Achtelfinale an. (Foto: imago/Shutterstock)

London - Die deutsche und die englische Fußball-Nationalmannschaft setzen bei ihrem EM-Achtelfinale im Londoner Wembley-Stadion ein gemeinsames Zeichen gegen Rassismus und für Vielfalt sowie Toleranz.

Die DFB-Elf wird vor dem Anpfiff am Dienstag (18.00 Uhr/ARD und MagentaTV) mit ihren Gegner auf dem „heiligen“ Rasen knien. Zudem trägt Three-Lions-Kapitän Harry Kane wie DFB-Spielführer Manuel Neuer die Regenbogenbinde am Oberarm.

Deutschland mit Kniefall-Geste: „Wir stehen für Toleranz“

„Wir stehen für all diese Werte und finden es richtig, dass man sich für solche Werte stark macht“, sagte Bundestrainer Joachim Löw: „Die Mannschaft hat besprochen, was zu tun ist und uns gesagt, dass sie auch den Kniefall machen wird. Das ist ein tolles Zeichen.“

Neuer sagte über die Kniefall-Geste: „Wir stehen für Toleranz und gegen jegliche Art von Diskriminierung und wollen uns solidarisch zeigen mit der Nationalmannschaft von England. Deshalb werden wir das auch machen. Wir ziehen da gerne mit und mussten nicht lange darüber nachdenken.“

Regenbogen und Kniefall: Wie authentisch sind die Gesten bei der Fußball-EM?

Die Geste ist beim Weltmeister von 1966 und den Klubs der Premier League inzwischen obligatorisch. Dass Kane wie er die bunte Binde tragen wird, nannte Neuer „ein starkes Zeichen“. Vorausgegangen war ein Austausch zwischen den Verbänden FA und DFB.

Sig Zelt, Sprecher der Organisation ProFans, sieht die öffentlichkeitswirksamen Aktionen gegen Rassismus bei der Fußball-EM etwas zwiespältig.

„Grundsätzlich ist es gut und schön, dass so etwas möglich ist, und natürlich ist das ein positives Zeichen“, sagte Zelt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er wies aber auch darauf hin, dass Trainer und Offizielle bei solchen Anlässen immer explizit betonen, dass dies von der Mannschaft ausgehe.

„Das lässt deutlich Raum für Zweifel an der Authentizität. Man weiß ja, wie durchgedacht die öffentlichen Äußerungen von Marketingabteilungen wie beim DFB sind“, erklärte der Fanvertreter aus Berlin. (sid/dpa)