Fußball Fußball : Bad Kösen verpasst das Pokalfinale

Naumburg - Die Landesliga-Kicker aus Naumburg rückten am Sonnabend mit einem Sieg in Weißenfels auf den vierten Tabellenplatz der Staffel Süd vor, während die Freyburger und Herrengosserstedter zum Saisonstart in der Landesklasse jeweils einen Punkt holten. Die Partie des BSC Laucha gegen den SV Braunsbedra war auf den 10. Oktober verlegt worden. Am Sonntag verpasste Kreisoberligist Bad Kösen den Sprung ins Pokalfinale des Wettbewerbs 2019/20.
BURGENLANDPOKAL, Halbfinale: Blau-Weiß Bad Kösen - 1. FC Zeitz 2:5 (1:2). Der Traum der hiesigen Kicker von einem Saale-Unstrut-Endspiel ist geplatzt. Landesklasse-Vertreter 1. FC Zeitz setzte sich am Sonntagnachmittag souverän in der Kurstadt durch und erreichte damit das „Finale dahoam.“ In diesem, das am 13. September im Thälmannstadion ausgetragen wird, treffen die Elsterstädter auf den Kreisoberligisten FC ZWK Nebra, der in seinem Halbfinale eine Woche zuvor den höherklassigen VfB Nessa bezwungen hatte (wir berichteten).
„Die Zeitzer haben völlig verdient gewonnen. Das war der stärkste Gegner seit Langem, mit dem wir es hier zu tun hatten. Was sie boten, war schon Landesliga-reif“, erkannte Bad Kösens Trainer Matthias Große die Leistung der Gäste neidlos an. Nach dem Zeitzer Führungstor durch Leon Grünbeyer (29.) keimte bei den Kurstädtern Hoffnung auf eine Überraschung auf, als Kapitän Oliver Eschrich (31.) wenig später ausglich. Seinem Kopfballtreffer vorausgegangen war eine Balleroberung von Kevin Gerber, der dann nach Doppelpass mit Florian Schlegel mustergültig flankte. Kevin Haschke (43./55.) und Luca Säuberlich (48.) stellten das Ergebnis auf 1:4, ehe Gerber mit einer sehenswerten Einzelaktion das zweite Tor der Blau-Weißen erzielte. Für den Endstand sorgte Benjamin Kohlisch zehn Minuten vor Schluss. Der Bad Kösener Coach lobte Neuzugang Alexander Schmidt, der doch noch kurzfristig die Spielerlaubnis erhielt und auf der ungewohnten rechten Außenbahn überzeugte, sowie Aushilfskeeper Paul Böhm, der für den verhinderten Jamie Ehrhardt eingesprungen war. „Paul ist ja eigentlich ein Feldspieler. Er machte zwei, drei hundertprozentige Chancen des Favoriten zunichte und war bei den Gegentreffern chancenlos“, sagte Matthias Große. Ärgerlich sei jedoch gewesen, „dass wir allein drei Tore nach Standards kassiert haben.“
LANDESLIGA: Rot-Weiß Weißenfels - SC Naumburg 2:3 (1:1). Dank des überragenden Marcel Müller, der alle drei Tore seines Teams erzielte, fuhren die Domstädter den ersten Saisonsieg in der Staffel Süd ein. Im Burgenlandderby gingen die Gäste durch einen von Müller (16.) verwandelten Strafstoß in Führung; zuvor war Kapitän Jonas Ballin gefoult worden. Eine Viertelstunde später glich Martin Köhler ebenfalls vom Elfmeterpunkt aus; allerdings war dieser Strafstoß für den Gastgeber, der zunächst Chancenvorteile hatte, sehr umstritten.
„Das war keine erste gute Halbzeit unserer Mannschaft. Deshalb musste ich in der Pause etwas lauter werden“, sagte SCN-Coach Matthias Krause. Seine Worte sind offenbar in den Köpfen seiner Schützlinge angekommen, denn nach dem Seitenwechsel dominierten die Naumburger. Müller war noch zwei Mal erfolgreich - in der 58. Minute mit einer Einzelaktion sowie dann nach sehenswerter Vorarbeit von Carsten Pieper (73.) - und brachte den SCN auf die Siegerstraße. Weißenfels konnte in der Nachspielzeit durch Kouna Ahmed Soulama, nachdem die Gäste in der Vorwärtsbewegung den Ball verloren hatten, nur noch einmal verkürzen. „Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen, und das ist uns gelungen. Nur das zählt“, freute sich Krause.
LANDESKLASSE 7: FC RSK Freyburg - SV Burgwerben 1:1 (1:1). Die Jahnstädter gerieten zum Saisonauftakt in der Staffel 7 früh in Rückstand, als Kaba Diakite (5.) ein Missverständnis in der RSK-Defensive nutzte. Aber die Gastgeber antworten prompt: Felix Kaiser (7.) lupfte den Ball zum Ausgleich über den Torhüter ins Netz. Fortan war viel Unruhe im Spiel, was zum einen in der verletzungsbedingten Auswechslung von Ronny Hagge (25.) sowie dann in zwei Gelb-Roten Karten mündete. Zunächst verließ Torschütze Diakite wegen wiederholten Foulspiels vorzeitig den Platz (32.), und nur drei Minuten später folgte ihm der Freyburger Sergio Adrian Schulz. In der 37. Minute signalisierte Linienrichter Nils Schäfer ein Handspiel im Strafraum der Gäste, aber die Hoffnung der Platzherren auf einen Strafstoß machte Referee René Hammerschmidt zunichte, denn er hatte keine Regelwidrigkeit gesehen.
In der zweiten Halbzeit waren die Unstrutstädter optisch überlegen, aber da Constantin Kitzmann die große Möglichkeiten nach Zuspiel von Jonas Weise ausließ (88.), blieb es beim Remis. Auch außerhalb des Platzes kam es zu unschönen, tumultartigen Szenen, die die Atmosphäre zusätzlich anheizte.
Eintracht Gröbers - ESV Herrengosserstedt 0:0. „Ich weiß nicht, warum man den Saisonauftakt immer auf den Tag der Einschulungen legen muss“, sagte ESV-Coach Oliver Janicke. Ihm sei klar, dass der Terminkalender eng sei, aber dann müsse man eben Regelungen schaffen, die eine Spielverlegung erleichtern. Im Falle der Herrengosserstedter stellte sich der Gegner quer. Weder die Feierlichkeiten der Abc-Schützen, bei denen zahlreiche ESV-Akteure involviert waren, noch der schmerzliche Verlust ihres ehemaligen Mitspielers Clemens Schwarze, der vor einigen Tagen einem Krebsleiden erlag und die Vereinsmitglieder verständlicherweise in einen Schockzustand versetzte (Tageblatt/MZ berichtete), ließen die Verantwortlichen von Eintracht Gröbers erweichen. „Auch der Verband stimmte einer Verlegung nicht zu - mit der Begründung, dass die Trauerfeier ja nicht auf den Spieltag falle“, berichtet Janicke. Und so mussten die Herrengosserstedter am Sonnabend mit einer Rumpfelf antreten. Dass sie überhaupt auflaufen konnten, hatten sie Kickern aus anderen Teams des Vereins zu verdanken, so zum Beispiel dem 50-jährigen Telman Girimhanov. „Lediglich unsere etatmäßige Abwehrreihe war dabei“, so der Trainer. Unter diesen widrigen Bedingungen komme das torlose Remis einem Erfolg gleich, meinte Oliver Janicke. Gröben habe zwar die größeren Spielanteile gehabt, aber die ESV-Defensive stand sicher. Mit großem Kampfgeist, obwohl nach vorn nicht allzu viel gelungen sei, hätten sich die Gäste den einen Punkt verdient. (tok/maw/hob)

