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European Championships European Championships: Multi-Sport-Event will dem Fußball Konkurrenz machen

02.08.2018, 09:38
Die European Champions finden 2018 zum ersten Mal statt,
Die European Champions finden 2018 zum ersten Mal statt, European Championships 2018

Berlin/Glasgow - Europameisterschaften in sieben olympischen Sportarten, zwei große Gastgeber-Städte und eine Vision: Die Premiere der European Championships vom 2. bis 12. August soll eine neue Ära von Multisport-Events einläuten. Die Macher versprechen attraktive Wettkämpfe in Berlin und Glasgow, erhoffen sich viele Tausende Fans und setzen auf über eine Milliarde potenzieller TV-Zuschauer.

Und auf die Stars natürlich: Diskus-Olympiasieger Robert Harting nimmt im Berliner Olympiastadion Abschied von der großen Bühne. In Glasgow geht Tour-de-France-Etappensieger John Degenkolb an den Start, auch der Deutschland-Achter mit dem Bernburger Maximilian Planer ist dabei.

European Championships: 15 Sportler aus Sachsen-Anhalt dabei

Überhaupt: 15 Sportler aus Sachsen-Anhalt erleben die Feuertaufe des neuen Wettkampfformats mit (siehe: „Hoffnungsträger...“). „Ein toller Wettkampf wird das, gemeinsam mit den anderen Sportarten“, schwärmt Julia Lier von dem Multi-Event. Es scheint ideal für ihr Comeback. Denn nach Rio 2016 hatte die Ruderolympiasiegerin wegen ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin länger pausiert. Nun ist sie zurück.

Nicht nur deshalb verspricht Klein-Olympia großen Sport: Hauptattraktion ist die Leichtathletik-EM in Berlin (6. bis 12. August). In der schottischen Metropole wiederum kämpfen die Athleten in sechs Sportarten um EM-Medaillen: Turnen, Schwimmen, Radsport, Rudern, Triathlon und Golf. Über 4.500 Sportlerinnen und Sportler aus 52 Nationen starten. 188 Medaillensätze liegen für die Besten bereit.

European Championships: ARD und ZDF übertragen live

ARD und ZDF planen für die elf Wettkampftage mit mehr als 100 Sendestunden. „Unsere Vision ist einfach: Wir wollen ein Sportereignis schaffen, das die Europameister aufwertet und das die Zuschauer unbedingt in den Medien und vor Ort verfolgen wollen“, sagte der Schweizer Marc Jörg, einer von zwei Geschäftsführern der European Championships.

Die gebündelten Europameisterschaften sind auch ein Akt der Notwehr gegen die Dominanz des Fußballs. „Fußball hat bei uns den größten Stellenwert. Die Chancen, auch ein paar TV-Momente abzubekommen, steigt enorm, wenn man sich mit vielen guten Sportarten zusammen tut“, erklärte Schwimm-Cheftrainer Henning Lambertz.

„Wir werden in Deutschland ganz sicher mehr Medienpräsenz haben als bei der normalen EM“, erwartet der deutsche Turn-Präsident Alfons Hölzl. „Die Idee einer Konkurrenzschaltung wie im Wintersport ist gut“, meinte Uwe Bender, Trainer des deutschen Vorzeige-Ruderbootes, dem Achter. Im Winter sorgt seit Jahren die mediale Bündelung von Biathlon, Skispringen, Langlauf oder Ski alpin an Wochenenden für sehr hohe TV-Quoten.

Leichathletik als Zugpferd bei „Mini-Olympia“

Eine besondere Rolle spielt bei diesem sommerlichen „Mini-Olympia“ die Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin. „Die Leichtathletik ist in diesem Kreis das Zugpferd, das die anderen Sportarten mitzieht“, erklärte Clemens Prokop, EM-Organisationschef an der Spree und früherer Leichtathletik-Präsident. „Im Sinne der Solidarität des Nicht-Fußballsports ist es wichtig, zusammenhalten und eine Kooperation zu schmieden.“ Es sei klar gewesen, „dass dieses Konstrukt nur funktioniert, wenn die Leichtathletik dabei ist.“

Die European Championships sollen nach einem erfolgreichen Start alle vier Jahre stattfinden - und noch mehr Sportarten einbinden. Nachahmer gibt es schon: Im kommenden Jahr werden erstmals deutsche Meisterschaften von neun Verbänden gleichzeitig in Berlin ausgetragen. Mit der „Finals 2019“ genannten Maxi-Veranstaltung sollen also die Titelkämpfe von möglichst vielen olympischen Sommersportarten bei der Multi-Premiere synchronisiert werden.

(mz/dpa)