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HFC-Podcast „Chemie kennt keine Liga“ Folge 37 - 60 Jahre HFC: Zwischen Tragödie, Treue und der ewigen Hoffnung auf mehr

Zum 60. Geburtstag des Halleschen FC blickt der Podcast „Chemie kennt keine Liga“ zurück auf bewegende Momente, große Namen, bittere Abstürze – und auf das, was den Klub bis heute zusammenhält.

Von Fabian Wölfling und Julius Lukas 26.01.2026, 15:00
„Chemie kennt keine Liga“ - der HFC-Podcast der Mitteldeutschen Zeitung.
„Chemie kennt keine Liga“ - der HFC-Podcast der Mitteldeutschen Zeitung. (Tobias Büttner/Volker Ballasch)

Halle/MZ. - Am 26. Januar 1966 wurde der Hallesche FC offiziell gegründet – im damaligen Interhotel „Stadthalle“. Die verspätete Gründung im Vergleich zu anderen DDR-Klubs hatte organisatorische Gründe, wie Historiker Wolfram Bahn erklärt. Aus Vorgängervereinen wie Chemie Halle und Halle Leuna entstand ein Fußballclub, der schnell in der Oberliga Fuß fasste.

Zeitzeugen wie Dieter Ilgner erinnern sich an eine Ära, in der Spieler noch „delegiert“ wurden – nicht von Beratern, sondern von der Partei. Trotzdem wuchs eine starke Mannschaft heran. Namen wie Bernd Bransch oder Klaus Urbanczyk prägten eine Generation, die Halle sportlich auf Augenhöhe mit den Großen brachte.

Die Katastrophe von Eindhoven

Der sportliche Aufschwung fand ein jähes Ende im Europapokal 1971. Vor dem Rückspiel bei PSV Eindhoven brannte das Teamhotel. Nachwuchsspieler Wolfgang Hoffmann kam ums Leben, mehrere Spieler wurden schwer verletzt. Zeitzeugen schildern bis heute erschütternde Szenen.

Diese Tragödie wurde zur Zäsur. Viele Beteiligte sprechen rückblickend von mangelnder Aufarbeitung. Die Mannschaft zerfiel, der HFC stieg später ab – die „goldene Generation“ war Geschichte.

Graue Maus mit großen Momenten

In den folgenden Jahren blieb Halle meist Mittelmaß – aber mit legendären Ausreißern. Das 5:1 gegen den 1. FC Magdeburg mit drei Toren von Holger Krostitz ist bis heute Kult. Solche Siege gegen Favoriten prägten das Selbstbild des Vereins: selten Titel, aber unvergessliche Tage.

Nach der Wende folgte der tiefe Fall bis in die Fünftklassigkeit. Spieler wie Dieter Strozniak hielten den Verein mit Improvisation und Herzblut am Leben. Busfahrten wurden selbst bezahlt, Profistrukturen existierten kaum. Auch eine geplante Fusion mit dem VfL Halle 96 scheiterte am Widerstand der Fans.

Erst unter Trainer Sven Köhler kehrte Stabilität zurück. Zwei Aufstiege führten den HFC zurück in den Profifußball. Spätere Highlights wie die starke Drittligasaison unter Torsten Ziegner nährten erneut Träume.

Was bleibt: Zusammenhalt

Ob frühere Stars, Funktionäre oder Fans – ein Wort fällt immer wieder: Zusammenhalt. Trotz Tragödien, Abstiegen und Enttäuschungen blieb der HFC eine emotionale Konstante für viele Hallenser.

Der größte Wunsch zum 60.? Erstmal zurück in die 3. Liga. Und irgendwann vielleicht mehr. Denn, wie es Klublegende Holger Krostitz sagt: „Warum soll das in Halle nicht möglich sein?“