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Jagd Zu viele Nutrias - Landkreis gibt 150.000 Euro für Fallen

Sie bedrohen Deiche und fressen Ufer kahl - in ganz Niedersachsen gehen Jäger deshalb gegen Nutrias vor. Das Emsland ist besonders betroffen und will die Jagd auf die Nagetiere nun verstärken.

Von dpa Aktualisiert: 11.02.2026, 16:29
Eine Nutria-Falle liegt bei einem Pressetermin des Landkreises Emsland.
Eine Nutria-Falle liegt bei einem Pressetermin des Landkreises Emsland. Lars Penning/dpa

Meppen - Die Jagd auf Nutrias soll im Emsland verstärkt werden. Der Landkreis unterstützt die Jägerschaft daher mit 150.000 Euro für spezielle Nutria-Fallen. Die Nagetiere seien eine große Gefahr für den Hochwasserschutz, sagte Landrat Marc-André Burgdorf (CDU) bei einem gemeinsamen Termin mit den Jägerschaften, laut Mitteilung. „Auf eine Intensivierung der gezielten Bekämpfung von Nutria kann daher nicht verzichtet werden.“ 

Nutrias, auch Sumpfbiber genannt, haben sich in Norddeutschland rasant ausgebreitet. Ihre Bestände sollen reduziert werden. Die Tiere graben Tunnel in Uferböschungen, Deiche und Gräben und können so deren Stabilität gefährden. Ihre weitreichenden Bauten stellten insbesondere in Bereichen mit Einrichtungen des Hochwasserschutzes ein Risiko dar. Die Nager fressen zudem große Mengen an Röhricht- und Uferpflanzen und bedrohen damit mitunter den Lebensraum von anderen, teils seltenen Tierarten. Ohne Schilf am Ufer verändere sich die Fließgeschwindigkeit des Gewässers, die Artenvielfalt leide.

Jäger sollen unerwünschte Nager erlegen 

In Niedersachsen dürfen Nutrias ganzjährig gejagt werden - ein wesentlicher Grund dafür ist der Küstenschutz und die Deichsicherheit. Im Jagdjahr 2024/2025 wurden insgesamt knapp 54.000 Nutrias erlegt. Das wasserreiche Emsland ist nach eigenen Angaben die Region, die am stärksten von dieser invasiven Art betroffen ist. Dort wurden im vergangenen Jagdjahr rund 7.800 Tiere erlegt. Die Jägerschaften Aschendorf-Hümmling, Meppen und Lingen sollen nun bei der Anschaffung von speziellen Nutria-Fallen unterstützt werden. 

Die Rohrfallen mit dem Namen „Trapper Neozoen“ haben einen elektronischen Fangmelder und können an wechselnden Standorten eingesetzt werden. Dem Landkreis zufolge ist das System tierschutzgerecht und sicher; eine Verletzungsgefahr für andere Wildarten bestehe nicht. Die gefangenen Tiere werden getötet.