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Unfallvermeidung U-Bahngleis ist tabu: Info-Säulen können Leben retten

Nach dem tödlichen Unfall eines 17-Jährigen in Berlin warnt die Verkehrsverwaltung: Wem etwas auf das U-Bahngleis fällt, sollte nie selbst hinuntersteigen. Was stattdessen zu tun ist.

Von dpa 27.01.2026, 04:01
An den Notruf- und Informationssäulen der BVG lässt sich Hilfe rufen. (Archivbild)
An den Notruf- und Informationssäulen der BVG lässt sich Hilfe rufen. (Archivbild) Britta Pedersen/dpa

Berlin - Das Betreten von U-Bahngleisen ist grundsätzlich tabu. Wem zum Beispiel an der Bahnsteigkante etwas herunter und auf die Gleise fällt, sollte sich Hilfe holen, aber nicht selbst ins Gleis gehen, warnte die Sprecherin der Berliner Verkehrsverwaltung, Petra Nelken. „Das Betreten der Bahnanlagen ist verboten. Punkt“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. 

Stattdessen sei es vernünftig, sich über den Knopf an den Informationssäulen am U-Bahnsteig mit der Service- und Informationszentrale verbinden zu lassen und die Situation zu schildern. „Da kommt keine Computerstimme, man spricht immer mit einem Menschen“, versicherte Nelken. 

„An den kann man sich wenden, wenn einem zum Beispiel der Schlüsselbund oder eine Tasche auf die Gleise gefallen ist“, so die Sprecherin der Verkehrsverwaltung. „Und der wird in der Regel dann sagen: "Tief durchatmen, auf die Bank setzen und warten. Wir schicken jemanden"“, erklärte Nelken. „Und dann kommt ein Profi.“ 

Kontakt mit der Sicherheitsleitstelle aufnehmen

Der wisse, was zu tun ist und kenne die Risiken, die nicht nur von möglichen Stromschlägen ausgehe, sondern auch von den U-Bahnen selbst, die auf der Strecke unterwegs sind. „Notfalls bleibt in so einem Fall die nächste U-Bahn dann erstmal stehen“, sagte Nelken. 

Die Säulen mit einer Notruffunktion - etwa bei akuter Lebensgefahr - und einem Knopf für Informationen zum Beispiel in Situationen, bei denen etwas ins Gleis gefallen ist, gibt es den Angaben zufolge in allen Berliner U-Bahnhöfen. Der Mitarbeiter, mit dem man nach dem Knopfdruck an der Info-Säule verbunden werde, könne den Hilfesuchenden sehen, es gehe eine Kamera an, erläuterte Nelken. „Der bekommt das mit und kann dann schnell reagieren.“ 

Selbst ins Gleisbett zu springen, komme aber nicht infrage. Das müsse der Grundsatz sein, um tragische Unfälle zu vermeiden wie den des 17-jährigen Jugendlichen, der am Wochenende in einem Berliner U-Bahnhof durch einen Stromschlag getötet wurde. Er hatte nach Polizeiangaben versucht, einen heruntergefallenen Gegenstand unter einer abgestellten U-Bahn aus dem Gleisbereich zu holen.